DEN SONNTAG HEILIGEN –
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Grüß Gott!
Geht es Ihnen
auch so? Der Alltag mit seinen rasend schnell verfliegenden Stunden nimmt uns
so in Anspruch, daß wir für wichtige Dinge kaum noch Zeit haben:
Für einen
wichtigen Brief, ein sehr notwendiges Gespräch, einen längst und oft wieder
versprochenen Besuch bleibt kein Platz im Terminkalender.
Das Leben wird
dadurch nicht leichter und auch nicht schöner.
Darunter
leiden dann Menschen, denen wir nicht wehtun wollten, darunter
leiden wir auch selber.
Darunter
leidet auch unser Verhältnis zu Gott. In unserer Terminplanung vergessen wir
auf Ihn. Wir haben keine Zeit fürs Gebet. Obwohl wir - wenn wir richtig gebetet
haben - längst bestätigt gefunden
haben, daß Beten keine verlorene Zeit
ist. Und trotzdem ...
Vielleicht ist dann noch die Sonntagsmesse ein wunder Punkt in unserem Gewissen geworden.
Darf ich Ihnen deshalb ein paar Gedanken zur stillen Überlegung in diesen Tagen vorlegen?
Überlegungen, die Ihnen helfen könnten, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Oder die auch Anregungen zu einem Gespräch mit anderen bieten könnten.
Manche Menschen, die vom Gottesdienst fernbleiben, sagen sich:
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"Ich habe keine Zeit!“
168 Stunden
hat die Woche. 1 Stunde davon für Gott. Echt zuviel?!
Wir müßten nur
mehr vertrauen, daß der Herr uns diese „verlorene“ Zeit ersetzt:
weil Er uns
auf gute Gedanken kommen läßt;
weil Er uns
Umwege erspart;
weil Er uns Kraft gibt, wenn wir beten, wenn wir bei der heiligen Messe Ihm ganz nahe sind.
„Die Messe gibt mir nichts!“
Wenn sich eine
Maus ins Theater verläuft, gibt ihr der Schiller sicher nichts, weil sie das
alles nicht einmal auf einem teuren Logenplatz versteht. Viel zu steil für eine
Maus! Zugegeben: die Messe ist uns auch zu steil. Ihnen und mir. Weil wir nie
ganz verstehen werden, warum Gottes Sohn für uns ans Kreuz gegangen ist. Und
daß Er diese Hingabe für uns, die wir damals nicht dabei sein konnten,
gegenwärtig
macht. Daß wir also in einer unbegreiflichen Weise unterm Kreuz stehen. Und
von da Gottes Segen mitnehmen dürfen. Gottes Segen, an dem übrigens immer noch
alles gelegen ist ...
Wenn ich auch
Gottes Gnade nicht ganz verstehe: sie gibt mir doch etwas!
Wenn der
Säugling auch die Wirkung der Kamille nicht versteht, sie gibt ihm doch etwas
...
Und: wenn alle
nur das täten, was ihnen „etwas gibt“ oder „Spaß macht“? Hätten wir dann noch
Lokführer am Sonntag, gäbe es dann noch eine Müllabfuhr - oder gar
Krankenschwestern, die Leibschüsseln austragen?!
Das kann
stimmen. Heuchler waren immer in der Nähe Jesu. Warum plötzlich jetzt nicht
mehr?
Aber gehen wir
nicht auch zum Arzt oder ins Krankenhaus, obwohl wir dort auch miesen Menschen
begegnen könnten?
Die echten
Freunde Jesu, die Apostel, sind beim Herrn geblieben, obwohl es in Seiner Nähe
eben auch den Judas gab.
Und wer selbst
besser zu sein glaubt: müßte nicht gerade er
durch sein Kommen zum Gottesdienst dafür sorgen, daß der Prozentsatz der
Guten - wenigstens um seine Person –
ansteigt ...?
„Aber mit dem/der ... will ich nicht zusammenkommen ...“
Klar, daß es
Menschen gibt, denen man nicht gerade um den Hals fallen will.
Aber es gibt
ein „Friedenstraining“ in der Kirche:
der Friedensgruß,
den wir einander sagen. Wir verlangen von den Großen dieser Welt, daß sie sich
vertragen - und respektieren. Nur so kann Friede werden. Von anderen fordern
wir ... aber selber ...
Der gemeinsame
Gottesdienst ist eine „Demonstration für den Frieden“. Eine sinnvolle!
„Was werden die anderen sagen, wenn ich anfange, zur Sonntagsmesse zu kommen?“
Die echt
Glaubenden werden sich freuen.
Die
Toleranten, die selbst nicht gehen, werden Ihre Überzeugung respektieren und
schätzen.
Die
Intoleranten und die Spötter? Sind sie es wert, daß man sich um sie kümmert?
Daß man ihretwegen Gott zurücksetzt?
„Schön. Aber das Aufstehen am Sonntag!“
Zugegeben, das
ist eine Schwierigkeit. Aber es gibt auch Vorabendmessen und Abendmessen am
Sonntag!
Und was es
noch gibt: den berühmten Knopf zum Ausschalten des Fernsehers. Dann ist man am
Sonntag fit. Ob uns das Nachtprogramm wirklich so arg fehlen würde?
Ob man Gott wirklich an die letzte Stelle setzen darf? Nach Fernsehen, nach Disko, nach ...
Wer sich für Gott nicht Zeit nimmt, bestiehlt sich selbst grausam.
Darf ich Sie
bitten, ein wenig über diese Dinge nachzudenken?
Ihr Seelsorger
„UND
WAS SOLL ICH WIRKLICH TUN BEI DER MESSE?“
Dazu noch ein paar Anregungen:
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BUSSAKT
Ich bitte um
Vergebung meiner Sünden. Christ ist nicht der, der nicht sündigt, sondern der,
der sich vergeben läßt.
WORTGOTTESDIENST
Ich bemühe
mich herauszuhören, was Gott heute von mir will. Keine Angst: Er selbst gibt
uns die Kraft dazu!
GABENBEREITUNG
Brot und Wein
werden bereitgestellt. Ich will mein Leben bereitstellen für Gott - wie Jesus.
Wie soll das
heute konkret ausschauen? Dazu frage ich: Was bringe ich mit, was mich heute JESUS ÄHNLICH macht: welche
Dankbarkeit gegen den Vater, welche (kleinen) Taten der Liebe, der
Hilfsbereitschaft,
des Verzeihens; welches Kreuz und Leid?
WANDLUNG
Mein Herr und
mein Gott,
für mich gibst
Du Dich hin!
Form‘ Du mich
so,
daß ich Dir
ähnlich bin!
O Herr, dies
Blut hast Du vergossen -
für uns und alle ist‘s geflossen.
Laß niemanden verloren sein,
Führ‘ ALLE Menschen zu Dir heim!
KOMMUNION
Jesus ANBETEN,
den Sohn Gottes, der unser Bruder wurde.
Jesus DANKEN
für alles, was er mir (uns) geschenkt hat.
Jesus BITTEN
für mich und alle, die Er mir anvertraut hat ...
HTML-Format aktualisiert am 11.06.2001 von Dr. Josef Spindelböck.
Dieser Text ist auch als Faltblatt erhältlich: