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Radiästhesie

Karl Hörmann: LChM 1969, Sp. 1007-1009

Unter Radiästhesie versteht man die Wahrnehmung gewisser Strahlungen durch dafür bes. begabte (sensible) Menschen.

Mit Hilfe der Wünschelrute (lat. virga divinatoria) sucht man unterirdische Wasserläufe, Metallvorkommen und anderes festzustellen; mit Hilfe des siderischen Pendels den Inhalt eines verschlossenen Briefes, den Gesundheitszustand innerer Organe, Leben oder Tod der auf Photos dargestellten Personen usw. Wünschelrute und siderisches Pendel sind nur Instrumente, die sonst unmerkl. Nervenbewegungen sichbar machen. Diese werden im Wünschelrutengänger durch Strahlungen hervorgerufen (die Meinung von Alfons von Lig., Theol. mor. IV 8; Homo ap. tom. I tr. 4 n. 35, die Wünschelrute könne nicht durch natürl. Kräfte bewegt werden, ist nicht zu halten), im Betätiger des siderischen Pendels durch Wissensinhalte, die auf parapsychischem Weg erlangt werden (vgl. Okkultismus). Die Brauchbarkeit der Wünschelrute dürfte außer Zweifel stehen, beim siderischen Pendel sind Zweifel eher angebracht. Wenn man bei ihrem Gebrauch im Bereich des Natürlichen bleiben will, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn man aber durch sie mit Hilfe übermenschlicher Kräfte Verborgenes erforschen will, begibt man sich auf das Gebiet des unerlaubten Forschens nach Geheimwissen (divinatio). Nach der Weisung des Hl. Off. vom 26.3.1942 (AAS 1942,148) sollen die Ortsordinarien und die Ordensoberen den Geistlichen solches Forschen nach persönl. Schicksalen und künftigen Ereignissen verbieten, vermutl., weil Geistliche damit ihren für die Seelsorge notwendigen guten Ruf schädigen und anderen Ärgernis bieten könnten.


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