Begrüßungsworte
von Erzbischof Dr. Georg Eder
an Papst Johannes Paul II. am 19. Juni 1998 in Salzburg
Heiliger Vater!
Es sind fast genau 10 Jahre her, daß Sie unsere Erzdiözese, Stadt und Land Salzburg einen ersten Pastoralbesuch machten, es war der 26. Juni 1988. Wenn Sie uns heuer noch einmal die Ehre Ihres Besuches schenken, so ist unser Freude darüber und unsere Dankbarkeit umso größer, und ich betrachte Ihr Kommen als ein außerordentliches persönliches Geschenk. Sie tun nichts anderes, als das, was uns der 1. Satz der 1. Lesung (Ez 34,11) sagt: "Ich suche meine Schafe, ich selber kümmere mich um sie." Ich heiße Sie im Namen aller, die hier zusammengekommen sind, herzlich willkommen: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn!
Das deutsche Rom, wie man Salzburg nicht ganz zu Unrecht nennt, ist klein, und auch das Erzbistum, einst einen weiten Teil Mitteleuropas umfassend, ist – im Rahmen der Ereignisse 1803 – klein geworden. Die Bedeutung Salzburgs liegt in der Geschichte: Vor mehr als 1300 Jahren kam der hl. Rupertus als Glaubensbote von Worms am Rhein an die kleine römische Garnisonsstadt an der Salzach. Aber Ihr Vorgänger auf dem Stuhle Petri, Leo III., hat schon im Jahre 798, also vor 1200 Jahren, Salzburg zum Erzbistum erhoben und ihm damit ein großes Missionsgebiet zugewiesen, das weit nach Osten hineinreichte: nach Böhmen, Mähren, Ungarn und bis in das slowenische Maribor.
Wir alle wissen, Heiliger Vater, daß der Missionsauftrag der Kirche, dem das II. Vatikanische Konzil einen kräftigen Auftrieb gegeben hat, der Hauptinhalt Ihres fast 20-jährigen Pontifikates ist. Sie sind wirklich in alle Welt gezogen und haben immer wieder betont (Redemptoris Missio, 2), daß die missionarische Verkündigung den wichtigsten Dienst darstellt, den die Kirche jedem Menschen und der ganzen Menschheit von heute erweisen kann.
Der Sendungsauftrag der Kirche hat letztlich ihren Ursprung im Herzen des göttlichen Erlösers. Und das Feuer, das aus diesem Herzen schlägt, ist niemand anderer als der Heilige Geist, der die kalte Welt (wieder) entflammen möchte.
Heiliger Vater, Sie haben bei der Fahrt um den Dom gesehen, wie diese unsere Kathedrale rundum erneuert worden ist. Sie haben soeben eine Krone für Unsere Liebe Frau von Fatima gesegnet. Wir wollen am Fest der Himmelfahrt Mariens unsere alte Erzdiözese wieder der hl. Gottesmutter, der Königin der Apostel, anvertrauen, damit auch wir noch mehr zu einer wahren Neuevangelisierung Europas beitragen können.
Heiliger Vater, ich danke Ihnen im Namen aller, die jetzt im Dom und um den Dom warten, um mit Ihnen die große Dankfeier der Eucharistie zu begehen, und ich darf Ihnen sagen: Unsere Herzen stehen offen!
HTML-Dokument aktualisiert am 31.07.1998 von Dr. Josef Spindelböck auf der Grundlage der vom Papstbüro bereitgestellten Texte.
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