Grußworte des Griechisch-Orthodoxen Erzbischofs
Dr. Michael Staikos
an Papst Johannes Paul II. am 19. Juni 1998 im Dom zu Salzburg

Eure Heiligkeit!

"Wenn sich ein Glied freut, dann freuen sich alle mit ihm" (2 Kor 12,26).

Darum freuen wir uns, d.h. alle Christen und alle Kirchen in Österreich ob Ihrer Anwesenheit in diesem Land und sind gerne in aufrichtiger, ökumenischer Verbundenheit zusammengekommen um gemeinsam den Herrn zu loben und zu preisen. "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden" (Lk 2,14).

Uns, den Verantwortlichen der christlichen Kirchen in Österreich, ist bewußt, Heiligkeit, daß Ihr Besuch der Römisch-Katholischen Kirche in diesem Land, als ein neuerlicher Pastoralbesuch gilt und deshalb auch die Freude und die Hoffnung innerhalb Ihrer Kirche sehr groß sind.

Aber hier in Österreich, stelle ich in aller ökumenischen Offenheit fest, haben alle Kirchen Christi den reichen Segen Gottes mit Dankbarkeit erfahren. Deshalb betrachten wir uns, alle Kirchen in Österreich, heute, als echte "Schwesterkirchen" in gegenseitiger Achtung und in ökumenischer Koinonia.

Uns schmerzt sehr die fehlende volle Koinonia und Communio am Tisch des Herrn, aber wir freuen uns, daß wir gemeinsam unterwegs sind.

Das gemeinsame Ziel auf unserem gemeinsamen Weg ist uns bekannt. In gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamer ökumenischer und solidarischer Liebe wollen wir dem wichtigen Anliegen der Versöhnung dienen. Wir haben keine Alternative. Die Menschen sind müde von Versprechungen und Ankündigungen. Deshalb bemühen wir uns, so gut es uns unsere Kräfte erlauben, ökumenisch zu handeln.

Höhepunkt dieses ökumenischen Handelns war die II. Europäische Ökumenische Versammlung, von 23. bis 29. Juni 1997, die bei uns in Österreich, in Graz, unter dem Thema "Versöhnung, Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens", mit großem Erfolg und im Dienste aller europäischen Kirchen und Völker verwirklicht wurde. Wir sind zuversichtlich, daß dieses gesamteuropäische ökumenische Ereignis auch konkrete Konsequenzen haben wird.

 

Heiligkeit !

Im Namen des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, in dem auch die Römisch-Katholische Kirche sehr effektiv volles Mitglied ist, grüße ich Eure Heiligkeit herzlich und wünsche innigst, daß unser gemeinsamer Herr Eure Heiligkeit auf Eurem schwierigen Weg beschütze und begleite. Amen.

 


HTML-Dokument aktualisiert am 31.07.1998 von Dr. Josef Spindelböck auf der Grundlage der vom Papstbüro bereitgestellten Texte.

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