. Josef Spindelböck

Predigt für den Ostermontag
28. März 2005 (Lesejahr A)

Diese Predigt ist eine leichte Überarbeitung der Predigt vom Ostermontag 2002.

 

L 1: Apg 2,14.22-33; L 2: 1 Kor 15,1-8.11; Ev: Lk 24,13-35 oder Mt 28,8-15

 

Alle liturgischen Texte online finden Sie im Schott-Messbuch

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Zwei Jünger sind unterwegs nach Emmaus. Ihre Erlebnisse in den letzten Tagen haben sie traurig gemacht. Sie hatten auf Jesus von Nazareth gehofft und waren bitter enttäuscht worden: Mit dem Leiden und dem Tod Jesu am Kreuz hatten sie nicht gerechnet! Darum gingen sie nun rat- und trostlos ihres Weges.

Als sich der Herr ihnen als Begleiter zugesellt, erkennen sie ihn zunächst nicht. Dennoch gewinnt der Fremde ihr Vertrauen, sie öffnen ihm ihr Herz. Es gelingt ihm, ihnen – ausgehend vom Gesetz und den Propheten des Alten Testaments – wieder Hoffnung zu schenken. Er zeigt ihnen nämlich auf, dass all das, was mit Jesus geschehen ist, im Plane Gottes lag. So bereitet der Herr selber die beiden Jünger vor auf die Begegnung mit ihm, dem Auferstandenen!

Diese vollzieht sich beim anschließenden Mahl, als er das Brot mit ihnen bricht. Da erkannten sie ihn, und sie glaubten!

Liebe Gläubige, wie können wir Jesus Christus, dem Auferstandenen, begegnen? Auch für uns gibt es die zwei Wege: das Wort Gottes in der Heiligen Schrift sowie die Mahlgemeinschaft mit dem Auferstandenen in der Heiligen Eucharistie.

Immer dann, wenn wir das Wort Gottes hören oder lesen, soll unser Herz von Liebe entflammt werden. Die Heilsgeheimnisse werden uns erzählt und ausgelegt, der Glaube soll wachsen, die Hoffnung auf Gottes Zukunft mit uns noch stärker werden.

Immer dann, wenn wir Jesus Christus  in der Heiligen Kommunion empfangen dürfen, ist er wirklich bei uns: unter der Gestalt des Brotes zwar und verborgen, aber dennoch wirklich, wahrhaft und wesentlich, als wahrer Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut. Daran dürfen wir im „Jahr der Eucharistie“ besonders denken, und wir wollen anbetend vor diesem Geheimnis des Glaubens verweilen.

Glauben wir an den Auferstandenen und schenken wir ihm unser ganzes Vertrauen! Er ist das Brot unserer Seele, er ist der treue Weggefährte auf dem Pilgerweg unseres irdischen Lebens. Und was noch wichtig ist: Suchen wir auch die Gemeinschaft der Glaubenden in der Kirche! Die beiden Jünger haben miteinander den Herrn gefunden und diese Entdeckung dann den anderen weitererzählt. Die Apostel, die Jünger, die glaubenden Frauen – sie alle haben gemeinsam gebetet und sind füreinander eingestanden. Nur so kann Kirche wachsen und bestehen!

Gestern hat uns der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., – weil  er operationsbedingt am Sprechen gehindert ist – ohne Worte mit bloßen Gesten der Hand den Segen „Urbi et Orbi“ gespendet und durch Mitarbeiter die Osterbotschaft der Welt verkünden lassen! Hören wir auf ihn – er ist ja der sichtbare Stellvertreter Christi auf Erden. Beten wir für ihn, damit ihm der Herr die Kraft gibt, die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken!

Mit dem Auferstandenen vereint, wollen wir das Halleluja singen! Gottes Liebe ist uns nahe, auch in Leid und in Dunkelheiten. So gehen wir unseren Weg – glaubend, hoffend und liebend. In der Weggemeinschaft mit Christus dem Herrn und unterstützt durch die Fürbitte aller Heiligen hoffen wir das Ziel des ewigen und seligen Lebens bei Gott zu erreichen und erwarten wir einst auch unsere eigene Auferstehung! Amen. 

 


SANKT JOSEF - www.stjosef.at