. Josef Spindelböck
Diese Predigt ist
eine leichte Überarbeitung der Predigt vom Ostermontag
2002.
Alle liturgischen Texte online
finden Sie im Schott-Messbuch
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Zwei Jünger sind unterwegs
nach Emmaus. Ihre Erlebnisse in den letzten Tagen haben sie traurig
gemacht. Sie hatten auf Jesus von Nazareth gehofft und waren bitter enttäuscht
worden: Mit dem Leiden und dem Tod Jesu am Kreuz hatten sie nicht gerechnet!
Darum gingen sie nun rat- und trostlos ihres Weges.
Als sich der
Herr ihnen als Begleiter zugesellt, erkennen sie ihn zunächst nicht.
Dennoch gewinnt der Fremde ihr Vertrauen, sie öffnen ihm ihr Herz. Es gelingt
ihm, ihnen – ausgehend vom Gesetz und den Propheten des Alten Testaments –
wieder Hoffnung zu schenken. Er zeigt ihnen nämlich auf, dass all das, was mit
Jesus geschehen ist, im Plane Gottes lag. So bereitet der Herr selber
die beiden Jünger vor auf die Begegnung mit ihm, dem Auferstandenen!
Diese
vollzieht sich beim anschließenden Mahl, als er das Brot mit ihnen
bricht. Da erkannten sie ihn, und sie glaubten!
Liebe
Gläubige, wie können wir Jesus Christus, dem Auferstandenen, begegnen? Auch
für uns gibt es die zwei Wege: das Wort Gottes in der Heiligen Schrift
sowie die Mahlgemeinschaft mit dem Auferstandenen in der Heiligen
Eucharistie.
Immer dann,
wenn wir das Wort Gottes hören oder lesen, soll unser Herz von Liebe
entflammt werden. Die Heilsgeheimnisse werden uns erzählt und ausgelegt, der
Glaube soll wachsen, die Hoffnung auf Gottes Zukunft mit uns noch stärker
werden.
Immer dann,
wenn wir Jesus Christus in der Heiligen Kommunion empfangen
dürfen, ist er wirklich bei uns: unter der Gestalt des Brotes zwar und
verborgen, aber dennoch wirklich, wahrhaft und wesentlich, als wahrer Gott und
Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut. Daran dürfen wir im „Jahr der
Eucharistie“ besonders denken, und wir wollen anbetend vor diesem Geheimnis des
Glaubens verweilen.
Glauben wir
an den Auferstandenen und schenken wir ihm unser ganzes Vertrauen! Er ist das
Brot unserer Seele, er ist der treue Weggefährte auf dem Pilgerweg unseres irdischen
Lebens. Und was noch wichtig ist: Suchen wir auch die Gemeinschaft der
Glaubenden in der Kirche! Die beiden Jünger haben miteinander den Herrn
gefunden und diese Entdeckung dann den anderen weitererzählt. Die Apostel, die
Jünger, die glaubenden Frauen – sie alle haben gemeinsam gebetet und sind
füreinander eingestanden. Nur so kann Kirche wachsen und bestehen!
Gestern hat uns der Heilige
Vater, Papst Johannes Paul II., – weil
er operationsbedingt am Sprechen gehindert ist – ohne Worte mit bloßen
Gesten der Hand den Segen „Urbi et Orbi“ gespendet und durch Mitarbeiter die
Osterbotschaft der Welt verkünden lassen! Hören wir auf ihn – er ist ja
der sichtbare Stellvertreter Christi auf Erden. Beten wir für ihn, damit
ihm der Herr die Kraft gibt, die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken!
Mit dem
Auferstandenen vereint, wollen wir das Halleluja singen! Gottes Liebe ist uns
nahe, auch in Leid und in Dunkelheiten. So gehen wir unseren Weg – glaubend,
hoffend und liebend. In der Weggemeinschaft mit Christus dem Herrn und
unterstützt durch die Fürbitte aller Heiligen hoffen wir das Ziel des
ewigen und seligen Lebens bei Gott zu erreichen und erwarten wir einst auch
unsere eigene Auferstehung! Amen.