Predigt:
In Freude warten auf den Herrn
1. Adventsonntag B (30.11.2008)
L1: Jes 63,16b-17.19b; 64,3-7; L2: 1 Kor 1,3-9; Ev: Mk 13,24-37
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Mit dem heutigen 1. Adventsonntag beginnt eine wichtige Zeit. Wir bereiten uns vor auf Weihnachten, wo wir dann die Geburt des Jesuskindes im Stall von Bethlehem feiern. Freude kommt auf in unseren Herzen, weil wir an Gottes Liebe glauben. Zum Zeichen dieser Vorbereitung gibt es vier Kerzen auf dem Adventkranz, die nacheinander entzündet werden, an jedem Adventsonntag eine weitere, „bis das Christkind vor der Tür steht“.
Viele schöne Bräuche und Lieder gibt es in dieser Adventzeit, und es ist schön, wenn man sich in der Familie zusammenfindet, etwas miteinander singt und musiziert und auch betet. Ihr Kinder könnt etwas Schönes basteln oder zeichnen und dazu beitragen, dass Freude einkehrt in die Herzen über das Kommen des Jesuskindes, das wir zu Weihnachten feiern.
Liebe Erwachsene, nehmen wir mit den Kindern diese Zeit des Advents an als ein besonderes Geschenk, als eine besondere Gelegenheit zur Erneuerung unseres Familien- und Glaubenslebens. Suchen wir Orte und Zeiten der Stille, wo wir uns zum Gebet zusammenfinden und die Gemeinschaft im Glauben und in der Liebe pflegen! Gerade da, wo es in den Städten und Kaufhäusern mitunter hektisch zugeht oder man von einem Termin zum anderen hetzt, brauchen wir diese innere Einkehr. Bei etwas gutem Willen lassen sich bestimmt Momente der Besinnung und des gemeinsamen Feierns in den Familien finden, die wir alle so nötig brauchen!
Die Lesung aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther ruft uns dazu auf, auf das Kommen des Herrn – auf sein Offenbarwerden in Herrlichkeit – zu warten. Viel Gutes hat Gott bereits an uns gewirkt; er wird es auch vollenden, denn er ist treu. So kommt es in unserem Leben darauf an, den „geraden Weg“ zu gehen. Nicht Wankelmütigkeit und Unbeständigkeit im Guten, sondern Verlässlichkeit und Treue gegenüber dem Ruf Gottes und unseren Mitmenschen sollen uns auszeichnen. Dabei fehlt uns keine Gnadengabe, wie der Apostel ausführt. Gott hat uns wirklich alles geschenkt, was wir nötig haben. In Dank und Bitte wenden wir uns an ihn in dieser adventlichen Zeit!
Das Evangelium nach Markus ist ein Aufruf zur Wachsamkeit. Es geht um das Wachen im Glauben, um die frohe Erwartung des Kommens des Herrn. Denken wir nur an die Hirten zu Bethlehem, die als einzige Wache hielten in der Heiligen Nacht. Durch das himmlische Licht und die Botschaft der Engel wurden sie zur Krippe geführt, wo sie das neugeborene Kind fanden. Ähnlich wollen auch wir unser Herz bereiten in Glaube und Liebe. Dann sind wir für das Kommen des Herrn gut vorbereitet.
Ja, unser Herr wird kommen! Zu Weihnachten feiern wir sein Kommen im Stall von Bethlehem. Wir bereiten uns aber auch vor auf die endgültige Ankunft des Herrn, wenn er uns einmal zu sich ruft in der Stunde des Todes. Niemand von uns kennt und weiß diese Stunde. Es ist eine Stunde der Gnade, wenn wir recht darauf vorbereitet sind. Wachet und betet allezeit!
Gemeinsam mit der Gottesmutter Maria gehen wir durch diesen Advent und halten Ausschau nach dem Herrn. Sein Licht erstrahlt schon von ferne, bald wird es aufleuchten und ganz hell werden in unseren Herzen. „Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit und mit ihm seiner Heiligen Schar. Und erstrahlen wird an jenem Tag ein großes Licht. Halleluja!“ Amen
