Dr. Josef
Spindelböck
Predigt am
Hochfest der Gottesmutter Maria
1. Januar 2006
L 1: Num 6,22-27; L 2:
Gal 4,4-7; Ev: Lk 2,16-21
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Liebe
Brüder und Schwestern im Herrn!
Die
Kirche feiert am Beginn des bürgerlichen Jahres das Hochfest der Gottesmutter
Maria. In Maria, der Jungfrau, hat Gottes Heil seinen Anfang genommen, da
sie erwählt war, die Mutter des Sohnes
Gottes zu werden. Der ewige Gott scheute sich nicht, in seiner
Menschwerdung zu uns herabzusteigen und von einer Mutter empfangen und geboren
zu werden.
In
diesem Kind, das Maria im Stall von Bethlehem geboren hat, ist uns der Friede
Gottes geschenkt. Die Kirche begeht darum das Hochfest der Gottesmutter Maria
zugleich als Weltfriedenstag. Papst
Benedikt XVI. hat eine Botschaft
verfasst, in der er darauf hinweist, dass wahrer
Friede auf Gerechtigkeit und Wahrheit gegründet ist. „Dann erscheint der
Friede in neuer Weise: nicht als bloßes Nichtvorhandensein von Krieg, sondern
als Zusammenleben der einzelnen
Menschen in einer von der Gerechtigkeit
geregelten Gesellschaft, in der so weit wie möglich auch das Wohl eines jeden
von ihnen verwirklicht wird“, schreibt der Papst. Dies verlangt den Respekt vor einer „von der Liebe Gottes
entworfenen und gewollten Ordnung“.
Eine fundamentale Wahrheit in diesem Zusammenhang ist es, dass alle Menschen
ein und derselben Familie angehören.
Alle
Menschen sind nach dem Bild Gottes erschaffen und berufen zur Gotteskindschaft.
Im Kind von Bethlehem wird uns die
hohe Würde eines jeden Menschen offenbar. Wie sollte es da möglich sein, dass
wir untereinander in Streit und Feindschaft leben und uns gegenseitig bekämpfen
und bekriegen? Jesus Christus ist der „Fürst
des Friedens“. Er schenkt uns einen Frieden, den die Welt nicht geben kann.
Dieser von Gott kommende Friede verwandelt die Herzen und lässt Liebe und
Gerechtigkeit einkehren.
„Die
Wahrheit des Friedens ruft alle dazu auf, fruchtbare und aufrichtige Beziehungen
zu pflegen, und regt dazu an, die Wege
des Verzeihens und der Versöhnung zu suchen und zu gehen sowie ehrlich zu
sein in den Verhandlungen und treu zum einmal gegebenen Wort zu stehen. … Jesus ist die Wahrheit, die uns den Frieden
gibt.“ So der Papst in seiner Friedensbotschaft. Der Friede ist ein Geschenk
Gottes, das erfleht und erbetet werden muss.
Abschließend
ruft Benedikt XVI. zum Vertrauen auf die
Gottesmutter Maria auf: „Wenden wir vertrauensvoll und in kindlicher
Hingabe unseren Blick auf Maria, die Mutter des Friedensfürsten. Am Anfang
dieses neuen Jahres bitten wir sie, dem gesamten Gottesvolk zu helfen, in jeder
Lage Friedensstifter zu sein, indem es sich erleuchten lässt von der Wahrheit,
die frei macht (vgl. Joh 8,32). Möge die
Menschheit auf ihre Fürsprache hin eine immer größere Wertschätzung für dieses
grundlegende Gut entwickeln und sich dafür einsetzen, sein Vorhandensein in der
Welt zu festigen, um den nachwachsenden Generationen eine unbeschwertere und
sicherere Zukunft zu übergeben.“ Wir wollen daher ganz besonders die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria um ihre
Fürbitte bei Gott anrufen, dass auch unserer Zeit ein Friede geschenkt
werde, der diesen Namen verdient. Amen.
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