Josef Spindelböck
Jesus – die Sonne
der Barmherzigkeit
Predigt
am Sonntag der Barmherzigkeit
2. Sonntag der Osterzeit, Weißer Sonntag
Lesejahr B, 19. April 2009
L 1: Apg 4,32-35; L 2: 1 Joh 5,1-6; Ev: Joh 20,19-31
Die
liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch
Liebe Erstkommunionkinder,
liebe Brüder und Schwestern
im Herrn!
Bald schon dürft Ihr, liebe
Kinder, zum ersten Mal in der heiligen
Kommunion Jesus empfangen. Er ist das „Brot
des Lebens“; er ist die „Sonne der
Gerechtigkeit“, ja noch mehr die „Sonne
der Barmherzigkeit“, die aufleuchtet in unserem Leben. Wir freuen uns, dass
Jesus bei uns ist: Er ist am Kreuz gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden!
Genau das feiern wir zu Ostern.
Der Apostel Thomas tat sich schwer mit dem Osterglauben. Er war nicht dabei gewesen, als Jesus den übrigen Aposteln erschienen war und mit
ihnen gegessen und getrunken hatte. So sagt
er: Wenn ich nicht selber sehe, glaube
ich nicht. Wir könnten wohl sagen: Thomas war hier ziemlich stur und
meinte, alle anderen würden sich eher täuschen als er. Doch Jesus gibt eine Antwort auf seine
Zweifel und Fragen. Ganz persönlich zeigt
er sich auch dem Thomas und lässt ihn sogar die Male seiner Hände und Füße berühren. Da kann
sich Thomas überzeugen: Jesus lebt! Und
er bekennt voll Freude: Mein Herr und
mein Gott!
Auch wir sehen Jesus nicht, aber wir
glauben an ihn. Wenn wir zur heiligen Kommunion
hinzutreten, dann sehen wir nur die Hostie. Das, was schmeckt wie Brot, ist in Wirklichkeit der auferstandene Herr. Auch wir dürfen
beten: Mein Herr und mein Gott! Jesus
sagt auch uns: Selig sind, die nicht
sehen und doch glauben!
Jesus,
der Auferstandene, ist jetzt verwandelt;
man sagt auch „verklärt“ oder „verherrlicht“.
Unsere Augen könnten es gar nicht ertragen, seinen Leib zu sehen; er strahlt „heller als tausend Sonnen“. Im Himmel wird uns Gott stärken, sodass
wir seine Herrlichkeit schauen
können. Jetzt aber auf Erden genügt
uns der Glaube. Glaube bedeutet
absolutes Vertrauen. Glauben heißt „Ja“ sagen zu Gott und seiner Liebe. Im
Glauben sind wir fest davon überzeugt, dass Jesus Christus bei uns ist und dass
er in der heiligen Kommunion zu uns kommt.
Für einen so hohen Gast
wollen wir uns auch in rechter Weise vorbereiten.
Die heilige Beichte ist sozusagen
der „Generalputz“ unseres Hauses, in
das wir Jesus eintreten lassen. Wenn
er das Haus unserer Seele geschmückt
vorfindet, nimmt er gerne bei uns
Wohnung. Er begleitet uns in unserem Leben und schenkt uns Licht und
Hoffnung.
Der heutige „Sonntag der Barmherzigkeit“ zeigt uns,
wie gut es der liebe Gott mit uns meint. Immer wieder zeigt er uns den rechten
Weg und schenkt uns seine Hilfe. Seine Gnade
und Liebe begleitet uns. Wir bitten auch die heilige Gottesmutter Maria, dass sie uns den Weg mit Jesus zeigt. Dann wird unser Leben immer wieder von der Sonne Gottes erleuchtet werden und
wir brauchen keine Angst zu haben. Denn
Jesus Christus ist unser Leben –
jetzt und in Ewigkeit.
Amen.
Hinweis: Am Sonntag der Barmherzigkeit
Gottes kann ein vollkommener Ablass
gewonnen werden (siehe Dekret der Apostolischen Pönitentiarie):
Der vollkommene Ablass wird unter den
gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und
Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem,
jeder, auch der lässlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der
Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder
einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten
Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der
Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater
unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des
Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf
dich!«)
Ein Teilablass wird dem Gläubigen gewährt,
wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig
genehmigten Anrufungen richtet.