Josef Spindelböck
Auf dem Weg zum Jesuskind
Predigt am
Hochfest
der Erscheinung des Herrn
6. Januar 2012, Lesejahr B
L1:
Jes 60,1-6; L2: Eph
3,2-3a.5-6; Ev: Mt 2,1-12
Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch
online
Liebe Brüder
und Schwestern im Herrn!
Von
weither sind damals die Weisen aus dem
Morgenland aufgebrochen, um den neugeborenen
König der Juden zu finden und ihm zu huldigen. Ein Stern wies ihnen den Weg und führte sie hin zum Jesuskind, das in Bethlehem geboren
worden war. Große Freude erfüllte sie!
Gewiss
kennen auch wir freudige Situationen des
Entdeckens und Findens, wenn wir irgendwo in unserem Leben an ein Ziel
unserer Suche gelangt sind. Da mag es dann sein, dass uns jemand begegnet, den
wir schon lange vermisst haben; es kann auch sein, dass wir jemanden kennen
lernen, über dessen Gegenwart wir spontan große Freude empfinden; es mag auch
ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung gehen und ähnliches.
Die
„Heiligen Drei Könige“ zeigen uns, dass die Begegnung mit dem menschgewordenen Gottessohn die Quelle der größten Freude ist, die es
für uns Menschen auf Erden gibt und geben kann. Denn daran entscheidet sich
unser Leben. Wenn wir das Jesuskind finden und es im Glauben anbeten, dann
haben wir alles gefunden, wonach wir uns im tiefsten Herzen sehnen. Der Totaleinsatz unseres Lebens lohnt sich,
um dieses Kind in der Krippe zu finden, das von Maria und Josef behütet und
umsorgt wird.
Ähnlich
wie die Weisen aus dem Morgenland heißt es auch für uns immer wieder aufzubrechen aus eingefahrenen Bahnen. Wir
müssen die Selbstsicherheit hinter uns
lassen, die uns vielleicht umgibt und gefangen nimmt. Sie macht uns blind
für die eigentlichen Werte des Lebens und lässt uns nur um uns selber kreisen.
Das Kind in der Krippe vermag uns
die Augen des Herzens zu öffnen für
Gottes Liebe und auch für die
Mitmenschen, die ebenso wie wir das Heil Gottes empfangen sollen.
Auch heute kennen
viele Menschen den Erlöser Jesus Christus noch nicht oder nicht gut genug. Es mag sein, dass sie einer anderen
Religion angehören, oder aber auch, dass sie zwar christlich getauft sind,
ihren Glauben jedoch zu wenig verinnerlicht haben und das christliche
Bekenntnis nicht ins Leben umsetzen. Ehrlicherweise werden wir selber sagen
müssen: „Auch ich muss immer wieder neu
auf die Suche nach dem Jesuskind in der Krippe gehen.“ Denn so lange wir
hier auf Erden sind, haben wir es noch nicht auf endgültige und unverlierbare
Weise gefunden. Erst im Himmel kann uns das Heil Gottes nicht mehr genommen
werden; Gott selbst wird unsere Freude und unser Heil sein für immer und ewig.
Brechen
wir auf wie die Weisen im Morgenland! Gottes
Stern weist uns im Gewissen den Weg, sodass wir offen werden für Gottes Wort
und sein Gebot der Liebe. Möge das Kind in der Krippe uns allen das Heil
schenken, das wir im tiefsten Herzen ersehnen!
Amen.
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