Predigtgedanken am
Hochfest der Erscheinung des Herrn 2003
L 1: Jes 60,1-6; L 2: Eph 3,2-3a.5-6; Ev: Mt 2,1-12
Die aktuellen Meßtexte finden Sie im Schott!
Liebe Könige,
liebe Kinder,
liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Der Dreikönigstag begann für meine Geschwister und mich immer mit einer Aufregung. Wer an diesem Tag zuerst aufwachte, durfte bei uns daheim die Figuren der Hl. Drei Könige zur Krippe stellen. Vorher standen sie hinten im Moos, weit entfernt, weit hinter den Hirten mit ihrem Hirtenfeuer und der Herde - über ihnen ein beleuchteter Stern. Mit den Figuren spielten wir den langen Weg der Hl. Drei Könige mit Freude und Andacht nach. Vor der Krippe angelangt, beteten wir stellvertretend für die Könige, die ja nicht sprechen konnten und übergaben die Geschenke von Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Vier markante Dinge waren uns beim Nachspielen der Dreikönigsgeschichte wichtig:
Der Stern und die 3 Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Heute stellen sich für uns die Fragen:
Was fasziniert uns heute noch an den Hl. Drei Königen?
Warum feiern wir den Dreikönigstag?
„Die ganze Geschichte ist doch 2000 Jahre alt. Sie ist doch überholt. Der kirchliche Feiertag ist ja schon in verschiedenen deutschen Bundesländern abgeschafft.
Die Geschichte mit Stern, Gold, Weihrauch und Myrrhe ist ja nur eine Legende, ein Märchen.
Das hat doch nichts mehr mit uns heute zu tun.“
Wer so spricht, denkt nur kurzsichtig.
Dass dies für uns heute doch noch viel bedeutet und heute genauso aktuell ist, möchte ich an den vier Dingen - Stern, Gold, Weihrauch und Myrrhe verdeutlichen:
Der Stern riss die Hl. 3 Könige aus ihrem königlichen Leben.
Sie - verließen ihren Palast,
- verließen ihre Bequemlichkeit
- verließen ihre Sicherheit
Sie ließen sich rufen,
machten sich auf den weiten ungewissen Weg
und waren zum Schluss selbst die Glücklichen, die Beschenkten.
Der Stern hat die Hl. 3 Könige gerufen.
Der Stern steht stellvertretend für den Ruf Gottes.
Sie ließen sich von Gott rufen, veränderten ihr Leben und folgten dem Stern Jesu.
Dieser Stern Jesu leuchtet auch uns. Ob wir ihm folgen, hängt von uns selbst ab. Wir können ihm folgen, wenn wir, wie die Hl. 3 Könige, unser Leben nach Jesus ausrichten.
Wie dies geht, können wir an den 3 Gaben sehen:
Sie brachten ihm Gold.
Sicherlich können wir Gold nicht in Form von Stücken, Münzen oder Barren schenken. Das haben wir nicht. Damals war das Gold ein Zeichen der Huldigung und der Ehrerbietung.
Symbolisch für das Gold setze ich das Gebet gleich.
Dies können wir schenken.
Jesus nimmt das Gebet, unser Gebet, mit Sicherheit an. Darauf können wir uns verlassen.
Immer wieder sagen mir Menschen sie können nicht beten.
Dann frage ich sie, ob sie telefonieren können.
Wie beim Gebet sehen sie beim Telefonieren ihren Gesprächspartner auch nicht.
Die Telefonitis ist heute so stark ausgeprägt, dass wir überall erreichbar sein wollen. Handys haben heute Hochkonjunktur.
Unser Handy zu Gott ist das Gebet. Es ist immer betriebsbereit und kosten tut’s auch nichts!
In Gesprächen höre ich oft, dass nach dem Gebet eine innere Ruhe, Zufriedenheit und Kraft spürbar ist.
Das geht auch mir so. Versuchen wir doch einfach mit Gott zu „telefonieren“. Am Morgen, am Mittag, am Abend oder einfach auch einmal zwischendurch.
Als zweite Gabe brachten Sie Weihrauch.
Weihrauch (steigt empor)
Der Weihrauch unseres Lebens ist
- unsere Arbeit,
- der Beruf,
- die Schule, das Lernen,
- unsere Freude und die schönen Dinge,
- gute Werke (Lob, tröstende Worte, Anerkennung, Hilfeleistung)
Lassen wir diesen Weihrauch dankbar aufsteigen zu Gott!
Die dritte Gabe ist die Myrrhe
Myrrhe ist ein Heilkraut mit bitterem Geschmack.
Auch dies dürfen wir Jesus schenken. Myrrhe in unserem Leben sind z.B.
- Sorgen und Ärger in der Familie,
- am Arbeitsplatz,
- in der Schule,
- Anfeindungen von Mitmenschen – Mobbing,
- Arbeitslosigkeit,
- Krankheit, Leid und Schmerzen.
Auch diese Dinge nimmt Jesus als Geschenke an und lässt uns Trost zukommen.
Im Abendgebet können wir unsere Geschenke nochmals zusammenfassen, in dem wir für das Schöne und Gute des Tages danken, für Sünde um Verzeihung, um Trost und Zuversicht bei Sorgen und Krankheit bitten.
Dann kann unser Leben Tag für Tag ein Festtag im Sinne der Hl. Drei Könige werden. Beginnen wir es doch jeden Tag aufs neue. Folgen wir dem Stern wie es die Hl. 3 Könige taten.
Folgen wir dem Ruf Gottes in unserem Leben und bringen ihm unser Gold, unseren Weihrauch und unsere Myrrhe. Amen!
Gehalten am:
6. Jan. 2003 Nürnberg, Altenheim St. Josef
Nürnberg, Heiligste Dreifaltigkeit
Diakon Bäumler ist auch tätig im Rahmen der Gebetsvigil für die ungeborenen Kinder und ihre Eltern sowie für Ärzte und medizinische Helfer im Rahmen der Pro-Life Bewegung „Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V.“:
NÜRNBERG: Gebetsvigil
jeden 3. Samstag des Monats 10 Uhr in St. Michael, Wilhelm-Marx-Strasse 38
Tel: 09 11 / 89 79 87 (Ständiger Diakon Bernhard Bäumler)
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