Josef Spindelböck

Mit Hoffnung und Gottvertrauen ins neue Jahr

Predigt am Hochfest der Gottesmutter Maria
1. Januar 2009, Lesejahr B

Oktavtag von Weihnachten – Weltfriedenstag

L 1: Num 6,22-27; L 2: Gal 4,4-7; Ev: Lk 2,16-21

Alle liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Mit dem Neujahrstag, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, gelangt die Weihnachtsoktav zum Abschluss. Die acht Tage von Weihnachten angefangen bis Neujahr sind ja gleichsam ein einziges Fest zum Lob der Menschwerdung des Sohnes Gottes aus Maria, der Jungfrau.

„Denn als die Zeit erfüllt war, da sandte Gott seinen Sohn, geboren aus einer Frau“, verkündet uns der Apostel Paulus, wie wir in der Lesung aus dem Galaterbrief gehört haben.

Eine neue Zeit hat mit der Ankunft des Erlösers begonnen, und es ist höchst sinnvoll dass die menschliche Zeitrechnung die Jahre einteilt vor und nach Christi Geburt, auch wenn es bei der konkreten Berechnung offenbar ein Versehen gegeben hat, sodass man annimmt, der Mönch Dionysius Exiguus habe sich etwa um vier Jahre verrechnet.

Der Grundgedanke hinter all dem ist: Wenn Gott im Kind von Bethlehem persönlich bei uns ist als der „Immanuel“, der Gott mit uns, dann hat unser Dasein auf Erden einen Sinn gewonnen. Die Zeit ist „erfüllt“, das Reich Gottes ist bereits angekommen, auch wenn seine endgültige Vollendung noch aussteht.

Wie muss es Maria ergangen sein, als die Hirten zum Jesuskind kamen, um es anzubeten? Sie sah das kleine und hilfsbedürftige Kind und sorgte gemeinsam mit dem heiligen Josef für den kleinen Jesus. In allem aber glaubte sie an die Macht und Herrlichkeit des Herrn. Wie es in der Heiligen Schrift heißt: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“

Auch für die Gottesmutter Maria war die Zukunft kein offenes Buch. Sie wusste nicht, was sie selbst und ihr Kind erwarten würde. Doch legte sie voll Vertrauen alles in Gottes Hände. Derselbe Gott, der bis zu jener Stunde alles so wunderbar gefügt hatte, würde die Heilige Familie auch weiterhin begleiten.

Genau das ist auch die richtige Haltung für uns zu Beginn des neuen Jahres. Wir wissen nicht, was es uns bringen wird, und doch gehen wir voll Zuversicht und Vertrauen unseren Weg. Es ist nicht allein menschliche Zuversicht, die uns erfüllt, sondern wir haben Hoffnung aufgrund der Zusage Gottes. Im Kind von Bethlehem hat er endgültig Ja gesagt zu uns Menschen, sodass wir voll Vertrauen aufblicken können zu ihm, der uns nie verlässt. Wie Maria wollen wir glauben und vertrauen; dann wird alles recht werden.

Bei Gott allein ist unsere Hoffnung und unsere Zuversicht. Der aaronitische Priestersegen in der ersten Lesung bringt den Neujahrswunsch der Kirche zum Ausdruck: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“

Amen.

 

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