Josef Spindelböck
Resurrexit
a mortuis!
Predigt in
der Osternacht
11./12. April 2009
L 1: Gen 1,1-2,2; L
2: Gen 22,1-18; L 3: Ex 14,15-15,1; L 4: Jes 54,5-14; L 5: Jes 55,1-11;
L 6: Bar 3,9-15.32-4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28; Epistel: Röm 6,3-11; Ev: Mk
16,1-7
Die liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
„Ihr sucht Jesus, den
Gekreuzigten. Er ist nicht hier – er ist auferstanden!“ Mit diesen Worten des Engels an die
Frauen wurde uns eben im Evangelium nach Markus die wahrhaft rettende Botschaft
verkündet, die auch der Inhalt unserer nächtlichen Feier ist: Jesus lebt! Er starb am Kreuze und
stieg hinab ins Totenreich; doch er wurde nicht festgehalten von den Fesseln
des Todes. Er ist auferstanden und
hat über die Macht der Sünde und des Todes triumphiert. Er stirbt nicht mehr – er lebt, und wir mit ihm!
Das was wir
Christen zu Ostern feiern, ist einzigartig. Es geht über eine fromme
Legende hinaus; es ist Wirklichkeit.
Gott lässt uns Menschen nicht im Stich. Das bittere Los des Todes, das uns alle
betrifft als Folge der Schuld Adams und unserer persönlichen Sünden, ist nicht
der Endpunkt. Auch wir gelangen in
Einheit mit Christus vom Tod zum Leben; auch uns ist die Auferstehung mit Christus verheißen,
die Teilnahme an seinem Leben im Reich des himmlischen Vaters.
Da wir das Paulusjahr begehen, wollen wir uns die Worte
aus dem Römerbrief vergegenwärtigen, die uns in der Epistel verkündet worden
sind. Paulus spricht davon, dass wir
„auf Christus Jesus getauft wurden“. Das heißt, in der Taufe haben wir
gleichsam ihn angezogen wie ein weißes Kleid. Die Taufe ist das Eintreten in
die Schicksalsgemeinschaft mit Jesus. So wie wir an seinem Tod Anteil
haben, „glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“ Wir sind mit Jesus
Christus verbunden in seinem Tod und
in seiner Auferstehung. So haben wir
letztlich keinen Grund, uns zu ängstigen: Gott ist immer bei uns.
Wer aber mit
Christus in der Taufe gleichsam gestorben ist, der soll mit ihm als neuer Mensch leben. Nicht länger
sind wir Sklaven unserer Leidenschaften und Begierden, sondern Christus hat uns frei gemacht. In der Freiheit der Liebe tun wir das Gute und
gehen unseren Weg mit Gott. So ermutigt uns Paulus: Wir sollen uns „als
Menschen begreifen, die für die Sünde
tot sind, aber für Gott leben in
Christus Jesus.“
Das Osterfest lässt das Licht der Hoffnung in unserem Herzen neu aufstrahlen. Wie das Licht der Osterkerze das Dunkel der Nacht vertreibt, so möge das Licht Christi in uns aufs neue erstrahlen. Die Sorgen und Mühen des Alltages werden bleiben, und doch wird uns von Christus dem Auferstandenen her eine neue Sicht auf unser Leben geschenkt, die uns aus Todesangst befreit und zu einem Leben froher Zuversicht befähigt! Amen.