Josef Spindelböck
Seid bereit für das Kommen des
Herrn!
Predigt am 1. Adventsonntag
Lesejahr C, 29. November 2009
L 1: Dan 7,2a.13b-14; L 2: Offb 1,5b-8; Ev: Joh 18,33b-37
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch!
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Haben Sie
schon gewusst, was ein „Zeitmanager“
ist? Diese Person gilt als Experte für die professionelle Erstellung und
Einteilung von Organisationsabläufen in Stunden, Wochen und Monaten. Vor kurzem
erklärte ein solcher Zeitmanager im
Interview, wie man die noch ausstehende
Zeit bis zum Weihnachtsfest am besten einteilen könne, um nur ja keinen Stress aufkommen zu lassen.
Die Kirche gibt uns mit dem Advent eine Art von professionellem und
noch dazu kostenlosen „Zeitmanagement“.
Die Ordnung des Kirchenjahres führt
uns Schritt für Schritt hin zum
Geheimnis von Weihnachten. Wenn wir uns auf diese Vorgabe einlassen, wie sie der
Liturgie zu eigen ist, dann werden wir auch in unseren Familien und ganz
persönlich davon profitieren!
Der erste Adventsonntag eröffnet unser
geistliches Zeitmanagement. Die erste
Kerze des Adventkranzes zeigt uns an:
Gottes Licht erstrahlt als Wegweiser
durch den Advent und lädt uns ein, aufmerksam auf Gottes Wort zu hören und ihm in Werken der Liebe zu folgen. So wie die Jungfrau Maria ganz bereit war für die frohe Botschaft, so wollen
wir uns Gottes Liebe öffnen und sagen: „Mir
geschehe nach deinem Wort.“
Im Evangelium
dieses ersten Adventsonntags werden wir auf den „Tag des Herrn“ aufmerksam gemacht. Er wird plötzlich hereinbrechen,
und selig, wen dieser Tag nicht unvorbereitet antrifft, denn er wird kommen wie
ein Dieb in der Nacht. Jesus kündigt auf feierliche Weise seine Wiederkunft in Herrlichkeit am Ende der Welt
an. Dann wird der Herr sichtbar erscheinen, um zu richten die Lebenden und die
Toten. Mögen wir dann zu jenen zählen, die hinzutreten dürfen zu ihm und die er
einlädt in sein himmlisches Reich!
Manch einer
sagt vielleicht: Das Ende der Welt
erlebe ich sowieso nicht. Das mag zutreffen, obwohl wir ja den Tag und die
Stunde nicht wissen. Doch etwas erwartet uns bestimmt: Dass der Herr zu uns
persönlich kommt in der Stunde des Todes!
Und dafür gilt es wach und bereit zu sein; wir sollen ein ganzes Leben lang uns
auf die Ankunft des Herrn vorbereiten, in
heiliger Erwartung und mit Freude, um ihn dann aufzunehmen, wenn er
uns ruft – damit auch wir von ihm aufgenommen und zum Hochzeitsmahl des ewigen Lebens geleitet werden …
Aber ist
nicht jeder Tag, jede Stunde, ja jeder
Augenblick eine Einladung zur Begegnung mit Gott? Will Gott der Herr nicht zu uns ganz persönlich kommen – in jeder Minute unseres Lebens? Das ist wahr, und selig,
wer dies begreift und dem himmlischen Gast eine Wohnung im Herzen bereitet! Jetzt im Advent ist eine gute
Gelegenheit dazu. Denn zu Weihnachten feiern wir jenes Geheimnis, dass Gott der
Herr als Mensch angekommen ist bei uns Menschen. Und nur wenn Jesus Christus
auch ankommt in unserem Herzen, dann ist wahrhaft Weihnacht geworden!
Der Advent bietet uns die Chance dazu; nutzen wir dieses „himmlische
Zeitmanagement“, um „stressfrei“ dem Weihnachtsfest entgegen zu gehen und so
die wahre Weihnachtsfreude zu finden!
Amen.
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