Josef Spindelböck
Gott ruft sein Volk zusammen
Predigt am 21. Sonntag im
Jahreskreis
22. August 2010, Lesejahr C
L 1: Jes
66,18-21; L 2: Hebr 12,5-7.11-13;
Ev: Lk 13,22-30
Die
liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
In unserer
Pfarre Mühldorf haben wir eine wunderbare Kalvarienberg-Anlage,
sodass wir uns freuen, wenn wir heute hier die heilige Messe feiern können.
Die Stationen des Kreuzwegs, wie sie entlang
des Wegs vorhanden sind, stellen uns das Leiden und Sterben des Herrn vor
Augen. Gott selbst wollte als Mensch in allem uns
gleich werden außer der Sünde. Diese Liebe ging so weit, dass Jesus Christus
das Leiden und den Tod für uns auf sich nahm. Wie ein Verbrecher wurde er zum
Tod verurteilt und gekreuzigt, und Gottes
Weisheit und Liebe hat gerade durch
den Tod des unschuldigen Gotteslammes die Welt erlöst und mit sich
versöhnt.
Als Christus,
der Erlöser, am Kreuz gestorben war, wurde seine Seite mit einer Lanze durchbohrt und die Wunde seines Herzens
öffnete sich. Das Blut und das Wasser, welches herausflossen,
sind ein Zeichen für die Ströme der
Gnade und des ewigen Lebens, die Gott uns im Opfer seines Sohnes am Kreuz zuteil werden lässt.
Indem wir
mit gläubigem Herzen teilnehmen an der heiligen
Messe, sind wir mit dem Geheimnis der Erlösung verbunden. Tod und
Auferstehung Jesu werden ja auf dem Altar gegenwärtig. So fließen die Ströme
der Gnade durch das heilige Messopfer – also durch die
heilige Eucharistie – reichlich allen Menschen zu, die dafür bereit und offen
sind. Jesus hat am Kreuz die Arme
ausgebreitet und gleichsam alle Menschen in seine Liebe eingeschlossen. Für die Sünden von uns allen ist der Herr
gestorben. Bei der heiligen Messe schenkt uns Gott der Ewige die Gegenwart
des Werkes der Erlösung. Wir dürfen wie Maria und Johannes und die anderen
gläubigen Frauen unter dem Kreuz Jesu stehen; ja noch mehr: Wir stehen im
Geiste mit ihnen dort, denn das eine und
einzige Opfer der Erlösung wird durch die Feier der heiligen Messe
vergegenwärtigt an allen Orten und allen Zeiten.
Da erfüllt
sich wahrhaft die Verheißung des Propheten Jesaja, dass aus allen Völkern und Nationen Menschen kommen werden, um Gott in
Jerusalem, d.h. in seiner Kirche, anzubeten und zu verherrlichen! Wir gehören
dazu, wenn Jesus im Evangelium verheißt, dass man „von Osten und Westen und von
Norden und Süden kommen und im Reich
Gottes zu Tisch sitzen“ wird.
Gehören wir wirklich dazu? Soweit es von Gott
abhängt: Ja!
Jesus Christus ist für alle Menschen gestorben, um sie zu erlösen. Weil Gott
aber unsere Freiheit achtet und weil er uns zur Liebe beruft, die nur in
Freiheit gelebt werden kann, sind wir aufgerufen, auch unser persönliches Ja im Glauben zu sagen. Dann öffnet sich
für uns die „enge Tür“ ins Reich Gottes, weil uns Jesus Christus selbst
hineinzieht in der Liebe seines Heiligsten Herzens. Dieses Herz ist die Pforte zum Leben.
Wer an den
Herrn glaubt, auf ihn hofft und liebt und in dieser Haltung den Leib und das Blut Christi in der
heiligen Kommunion empfängt, hat
teil an der Gemeinschaft des Himmelreiches.
Ist es nicht
wunderbar, dass Gott uns alle zusammenruft und uns zu einer einzigen großen
Familie macht? Empfehlen wir uns und
alle Mitmenschen der Fürbitte der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Sie
führt uns hin zum Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu!
Amen.
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