Josef Spindelböck
Allen Menschen wird zuteil – Gottes
Heil
Predigt am 2. Adventsonntag
Lesejahr C, 6. Dezember 2009
L 1: Bar 5,1-9; L 2: Phil 1,4-6.8-11;
Ev: Lk 3,1-6
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch!
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Uralt ist
die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und Friede. Wie
unvollkommen ist doch dies alles hier auf
Erden verwirklicht! Es gibt Streit unter den Menschen, Auseinandersetzungen
und Kriege. Vielfach werden Menschen übervorteilt und an den Rand gedrängt, und
sie sind ihrer elementarsten Lebensgrundlagen beraubt. Anderen, die sich nicht
um ihre Mitmenschen kümmern und dem puren Egoismus frönen, geht es scheinbar
gut. Wo bleibt hier die Gerechtigkeit?
Schon die Angehörigen des Volkes Israel wussten
um diese Zusammenhänge. Und doch war ihnen von Gott her das Heil verheißen.
Einmal, so war ihnen zugesagt, würde er kommen: der messianische König des Friedens und der Gerechtigkeit! In ihm würde
alle Sehnsucht der Menschen ihre Vollendung finden.
Und dann
trat ein Mann auf, dessen Name Johannes
war. Er war noch nicht der Verheißene, doch er kam als Bote, um dem Herrn einen
Weg zu bereiten. Er sollte die Menschen durch Umkehr des Herzens auf den
Messias vorbereiten. Nach ihm würde der kommen, der größer ist als er.
Machtvoll verkündete Johannes eine Taufe
der Buße zur Vergebung der Sünden. Immer verheißungsvoller erklang den
Menschen das Wort Gottes: „Und alle
Menschen werden das Heil sehen,
das von Gott kommt.“
In Jesus Christus, dem Kommenden und
bereits Angekommenen, ist diese Verheißung
Gottes erfüllt – auch für uns! So wie sich das Volk des Alten Bundes auf
sein Kommen vorbereitet hat, sollen auch wir Jahr für Jahr im Advent das Herz den Verheißungen Gottes
zuwenden, damit wir mit Hoffnung und Freude erfüllt werden. Denn je größer die Sehnsucht ist, desto tiefer, weiter und
größer wird unsere Empfänglichkeit
für das Große, was uns Gott schenken will!
Wie war die Jungfrau Maria in ihrem Herzen bereit
für das ewige Wort Gottes, das in ihrem Schoße Mensch werden wollte! Ihr Herz
war ausgespannt auf den Ewigen; und mitten
im Alltag lebte sie tief gegründet im Geheimnis Gottes, der uns von Ewigkeit her erwählt hat und uns alle
und jeden einzelnen in Liebe gleichsam
in seinem Herzen trägt.
Ist die Botschaft des Glaubens nicht wie ein helles Licht, das aufstrahlt im Dunkel unserer
Zeit? Kann uns nicht die Verheißung des Erlösers, dessen Geburt wir zu Weihnachten
feiern, aufrichten in aller Mühsal und in allen Anfechtungen der Gegenwart?
Großes ist uns verheißen; und einmal wird Gott
der Herr selbst alles zum Guten hin
wenden – für jene, die aus ganzem Herzen auf seine Liebe vertrauen!
Amen.
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