Josef Spindelböck
Der Weihnachtsfreude entgegen
Predigt am 3. Adventsonntag
Lesejahr C, 13. Dezember 2009
L 1: Zef 3,14-17 (14-18a); L 2: Phil 4,4-7; Ev: Lk 3,10-18
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch!
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Der dritte Adventsonntag hat den liturgischen Namen „Gaudete“ – „Freuet euch“. Im Eröffnungsvers der Messe und ebenso in der neutestamentlichen Lesung heißt es (Phil 4,4-5): „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.“ Die Farbe des Messgewandes bzw. der entsprechenden Kerze des Adventkranzes ist heute nicht violett, sondern rosa.
Und doch könnte es scheinen, als ob die strenge Bußpredigt des Johannes ein Hindernis wäre auf dem Weg zur Freude. Da tritt dieser asketische Mann auf, der sich selbst nur von Heuschrecken und wildem Honig ernährt, und redet den Leuten eindringlich ins Gewissen. Sie sollen umkehren zu Gott, um dem drohenden Zorngericht zu entgehen. Ist das nicht eher eine Drohbotschaft als eine Frohbotschaft? Was hat der Prophet Johannes mit der Freude des 3. Adventsonntags zu tun?
Aber, liebe Brüder und Schwestern, es macht schon Sinn, wenn die Kirche sich in der adventlichen Vorbereitung auf das Weihnachtsfest auf Johannes den Täufer bezieht! Johannes ist der Vorläufer Christi, und so wie er die Menschen damals vorbereitet hat auf den Kommenden, der größer ist als er, so weist uns der Evangelist Lukas mit der Darstellung dieser Ereignisse den Weg zu Jesus Christus, dem Erlöser, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern.
Und wer wollte leugnen, dass die Ratschläge des Johannes nicht auch heute noch aktuell sind? Er wendet sich zuerst an die Menschen ganz allgemein und sagt ihnen, sie sollen als Besitzende mit denen teilen, die das Notwendige nicht haben. Dann geht er ein auf die Zöllner und Soldaten: Die ersteren sollen niemanden übervorteilen; die Soldaten sollen sich mit ihrem Sold begnügen und niemanden erpressen und misshandeln. Eigentlich handelt es sich um Unterweisungen für die verschiedenen Lebensstände. Es geht um die Gerechtigkeit zwischen den Menschen, die von der Liebe beseelt sein soll. Nur dann sind die Menschen bereit für das Kommen des Heilandes, wenn sie auch füreinander ein offenes Herz haben und da sind für Menschen in Not.
Gilt das nicht auch für uns – gerade jetzt in der Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest? Können und sollten nicht auch wir die Antenne unseres Herzens auf die Bedürfnisse unseres Mitmenschen ausrichten? Beginnen nicht Friede und Gerechtigkeit bei uns selber und in unseren Familien? Ist nicht der Beruf, den wir ausüben, ein Auftrag Gottes an uns, stets das uns mögliche Gute zu tun?
Natürlich ist eine Umkehr oder wie man auch sagen könnte eine „Kurskorrektur“ mitunter schmerzhaft. Gerade das Sakrament der Buße (die heilige Beichte) hilft uns dabei. Hier klagen wir uns selber vor Gott an in Reue und Demut, aber mit der zuversichtlichen Hoffnung auf Gottes Erbarmen. Wir werden nicht verurteilt, sondern losgesprochen durch den Dienst des Priesters. Welche Freude, welch ein Segen! Spätestens hier begreifen und verstehen wir durch den neu geschenkten Frieden des Herzens, dass uns auch Johannes der Täufer den Weg weist zur frohen Botschaft Christi, zu seinem Evangelium.
Jesus Christus ist der, welcher mit Feuer und Heiligem Geist tauft. Sein geisterfülltes Wort ist brennendes Feuer, das die Liebe zu Gott und den Mitmenschen in uns entzündet. Im Pfingstereignis kamen Zungen wie von Feuer auf die Apostel und übrigen Gläubigen herab; Maria, die Gottesmutter, war in ihrer Mitte.
Inmitten der Kirche dürfen auch wir Gott um den Heiligen Geist bitten, der unser Herz mit seiner Liebe erfüllt. Dann sind wir bereit für das Kommen des Herrn, halleluja!
Amen.
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