Josef Spindelböck
Auf Dein Wort hin
Predigt am 5. Sonntag im
Jahreskreis
7. Februar 2010, Lesejahr C
L 1: Jes 6,1-2a.3-8; L 2: 1 Kor 15,1-11; Ev: Lk 5,1-11
Die
liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Simon, der Fischer, ist enttäuscht. Viel Mühe und Plage und praktisch kein Erfolg! Alles umsonst, so scheint es ihm. Der Einsatz einer ganzen Nacht hat nichts gebracht.
Als Jesus den Simon Petrus und seine Gefährten gegen alle ihre Erfahrung als Fischer dazu auffordert, die Netze nochmals auszuwerfen, stehen sie vor der Entscheidung, ihm mehr zu vertrauen als ihrer eigenen Einsicht. Sie hätten sagen können: „Wir sind die Fischer, wir kennen unseren Beruf, wir wissen es besser. Jetzt um diese Tageszeit macht dies überhaupt keinen Sinn mehr.“ Immerhin haben sie „die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Doch was wir von Petrus hören ist eine Antwort des Glaubens. Er sagt zu Jesus: „Auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.“
Und was
ereignet sich als Folge dieses gläubigen Eingehens auf Gottes Willen? Simon und
seine Begleiter „fingen eine so große
Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.“ Petrus ist erschüttert
über das Wunder und erkennt seine eigene Schwachheit und Sündhaftigkeit
angesichts der Majestät des Herrn. Jesus ermutigt ihn: „Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“
Ist dieses Erlebnis der Fischer, die in der Folge zu „Menschenfischern“, d.h. zu Aposteln werden, nicht auch für uns bezeichnend? Geht es uns nicht auch manchmal ähnlich, vielleicht gerade auch im Hinblick darauf, was wir als Frucht unseres Einsatzes für Glaube und Kirche erwarten? Da mühen sich Eltern ein Leben lang im Hinblick auf die religiöse Erziehung der Kinder, und es scheint, als habe alles keinen Erfolg gehabt. Die inzwischen erwachsenen „Kinder“ gehen ihre eigenen Wege und kümmern sich kaum mehr um Glaube und Kirche. Oder ein Pfarrer hat sich vielleicht über Jahrzehnte hinweg bemüht, den Glauben zu stärken und die Menschen zu Gott zu führen. Vielfach sieht er aber nur den Niedergang, den sittlich-religiösen Verfall. Wer würde da nicht mutlos werden und verzagen, ähnlich wie Simon nach dem zuerst erfolglosen Einsatz in der Nacht?
Die Worte
Jesu gelten auch an uns: Wir dürfen nicht aufgeben und sollen nicht einfach
alles hinwerfen. Gott ist bei uns, und der
Herr ruft uns durch seine Kirche dazu
auf, die Netze immer wieder auszuwerfen, um gerade so die Frucht für das ewige Leben heimzuholen. Letztlich ist es
doch so, dass wir selber auch dort, wo alles umsonst scheint, nicht wissen, wie
unser Einsatz gute Frucht bringen kann. Und doch gilt in der Ordnung Gottes: Nichts, was aus Liebe getan ist, ist verloren
für die Ewigkeit.
Eines zeigt uns der wunderbare Fischfang: Simon musste zuerst das Eigene zurückstellen und ganz dem Herrn vertrauen. Sollten wir uns nicht noch viel mehr als bisher auf den Herrn einlassen im Glauben und im Vertrauen? In der Lesung aus dem ersten Korintherbrief erinnert Paulus die Gemeinde an das Evangelium, das er ihnen verkündet hat. Und er spricht davon als einem festen Grund, auf dem man stehen kann. Denn: „Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe.“
Worauf es
also vor allem ankommt, ist die Treue zu
diesem Evangelium, das uns die Kirche verkündet. Wir dürfen von dem uns
überlieferten Glauben keine Abstriche
machen, weil es vielleicht gilt, modern zu sein oder wir sonst – angeblich
– nicht mehr ankommen. Die wirkliche
Treue zum Wort Gottes wird uns retten und auch in Zukunft die Frucht des Heiles
schenken.
Als Kern
dieser frohen Botschaft bekennen wir uns zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Sein Opfer der Liebe, das er am Kreuz dargebracht hat und das in seiner
Auferstehung und Himmelfahrt bestätigt wurde, wird immer neu Gegenwart im
Sakrament der heiligen Eucharistie:
Wir dürfen den Herrn in der heiligen Kommunion
empfangen, und er ist es, der mit uns dann ausfährt auf das Meer dieser Welt,
so als ob auch wir Fischer wären. Auf
sein Wort hin werfen wir die Netze aus, um Menschen für das Reich Gottes zu
gewinnen!
Die christliche Hoffnung sagt uns: An der Frucht zum ewigen Leben wird es letztlich nicht fehlen – dafür sorgt schon der Herr.
Amen.
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