Josef Spindelböck
Auferstanden von den Toten auch für uns
Predigt am Ostermontag
5. April 2010, Lesejahr C
L 1: Apg 2,14.22-33; L 2: 1 Kor 15,1-8.11; Ev: Lk 24,13-35
Die
liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Die
christliche Freude über die Auferstehung
Jesu von den Toten ist so groß, dass die Kirche gleichsam eine Woche lang
dieses Hochfest der Auferstehung der Herrn feiert; wir nennen dies die Osteroktav.
In den Texten
der Heiligen Schrift hören wir heute am Ostermontag
wichtige und zentrale Zeugnisse für die Wahrheit von der Auferstehung Christi.
In der ersten Lesung ist es Petrus, der dem Volk nach der
Ausgießung des Heiligen Geistes eine herzerschütternde, wirklich durch Mark und
Bein gehende Predigt hält. Einerseits
ist er nicht zimperlich, wenn er die Verantwortung
anspricht, die auch die sog. Mitläufer
trifft, die sich von ungerechten Vorwürfen mitreißen haben lassen und die gegen
Jesus Partei ergriffen haben, sodass er den Tod am Kreuz sterben musste: Sie
haben diesen Jesus, der so Großes
und Wunderbares getan hat, „durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.“ Anderseits liegt gerade darin, dass der Sohn Gottes als Unschuldiger am Kreuz gestorben ist, der Grund
unserer Hoffnung, auch wenn wir Menschen Schuld auf uns geladen haben.
Denn: „Gott hat ihn von den Wehen
des Todes befreit und auferweckt;
denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.“ Jesus lebt, er ist auferstanden! Er,
der ewige Sohn Gottes, der aus Liebe zu uns Menschen einer von uns geworden ist
und der nicht nur das Leben, sondern auch das Sterben und den Tod mit uns
geteilt hat, konnte „unmöglich“ vom Tod
festgehalten werden. Und eben weil Jesus lebt, ist uns in ihm der Weg des Heiles eröffnet! Er, der
Unschuldige, ist für uns alle gestorben, die wir Schuld auf uns geladen hatten.
An ihn sollen wir glauben!
Auch die zweite Lesung aus dem ersten Korintherbrief
des Apostels Paulus spricht von der
Auferstehung Christi. Paulus wird nicht müde, die Zeugen für die Begegnung mit
dem Auferstandenen anzuführen: Er „erschien dem Kephas
[das ist Petrus], dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert
Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind
entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als Letztem
von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der ‚Missgeburt‘.“ Soweit der
heilige Paulus zum Beweis dessen, dass er nicht Fabeleien verkündet, sondern
einen Trost auf sicherem Fundament
anbietet, wenn sich zum auferstandenen Herrn bekennt.
Schließlich
werden wir im Evangelium auf den Weg nach Emmaus geführt. Diesen beschreiten
zwei überaus traurige Jünger, die
alle ihre Hoffnung auf Jesus gesetzt hatten und sich nun ihrer Enttäuschung darüber
hingeben, dass dieser am Kreuz gestorben ist. Beiläufig merken sie an, dass
heute schon der dritte Tag ist,
seitdem dies geschehen ist. Doch der geheimnisvolle
Fremde, der sich zu ihnen gesellt hat, versteht es, ihr Vertrauen zu
gewinnen und sie Schritt für Schritt aus
ihrer abgrundtiefen Verzweiflung herauszuführen. Langsam beginnen sie zu
ahnen, dass Gottes Wege immer noch größer und wunderbarer sind, als sie es sich
vorstellen haben können. Denn anhand der Voraussagen aus der Heiligen Schrift
des Alten Bundes weist ihnen der unbekannte Wegbegleiter nach, dass eben dies
der Weg des von Gott gesandten Messias
war: „Musste nicht der Messias all
das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?“ Schließlich kommen
die beiden Jünger zu ihrem Ziel und laden den Fremden ein zu übernachten. Da erkennen die Jünger beim Mahl, dass es
Jesus ist, der bei ihnen gewesen ist, und sie kehren voll Freude zurück zu
den übrigen Jüngern, die ebenfalls mit einer frohen Kunde aufwarten: Jesus ist dem Simon Petrus erschienen!
Wir sind
eingeladen, diese fast 2000 Jahre alten Texte nicht nur als interessante
Dokumente einer vergangenen Zeit zu lesen, sondern uns von diesem Wort Gottes inspirieren zu lassen und
uns auf den Osterglauben einzulassen wie
schon viele Menschen vor uns. Der Glaube an die Auferstehung Christi ist das,
was uns in der Gemeinschaft der Kirche zutiefst trägt und bewegt. Glauben wir an Jesus Christus, den von
Gott gesandten Messias, der am dritten Tag von den Toten auferstanden ist. In ihm empfangen auch wir das Leben! Das
Licht seiner tröstenden Gegenwart möge auch uns erleuchten und begleiten.
Amen.
· Bücher aus dem Verlag St. Josef
· Predigten von Josef Spindelböck
· Predigten von Pfr. Christian Poschenrieder
· Predigten von + Pfr. Kanonikus Eduard Öhlinger
· Predigten von + Univ. Prof. Dr. Ferdinand Holböck