Josef Spindelböck

Christus lebt, halleluja!

Predigt in der Osternacht
Hochfest der Auferstehung des Herrn
3./4. April 2010, Lesejahr C

L 1: Gen 1,1-2,2; L 2: Gen 22,1-18; L 3: Ex 14,15-15,1; L 4: Jes 54,5-14; L 5: Jes 55,1-11;
L 6: Bar 3,9-15.32-4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28; Epistel: Röm 6,3-11; Ev: Lk 24,1-12

Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Jesus Christus, der Herr, ist auferstanden! Er lebt! Halleluja.

Das ist kurzgefasst der Inhalt der Osterbotschaft, und eben deshalb feiern wir dieses größte Fest der Christenheit – Ostern –, weil wir daran glauben dürfen, dass Jesus Christus vom Tod zum Leben auferstanden ist. Drei Tage nur hielt ihn das Grab; gemäß jüdischer Zählung ist er ja am Tag vor dem Sabbat, dem Rüsttag, gestorben und begraben worden; am Sabbat ruhte sein heiliger Leichnam im Grab, und am Tag nach dem Sabbat ist er in aller Morgenfrühe bzw. in der „Osternacht“ von den Toten auferstanden!

Das schier Unglaubliche ist geschehen: Er, der wirklich tot war, Jesus – er lebt! Nicht einmal seine Apostel und Jünger hatten damit gerechnet. Zwar hatte es Jesus selbst vorausgesagt, dass er von seinen Gegnern getötet werden würde und am dritten Tage auferstehen werde; doch diese Worte waren dunkel und unverständlich geblieben, bis die Zeit dafür gekommen war. Außerdem hatten sich wirklich fast alle gegen Jesus verschworen: Nicht nur die Pharisäer und Schriftgelehrten, sondern auch die Angehörigen des Hohen Rates sowie eine aufgestachelte Menge verlangte den Tod Jesu am Kreuz, sodass Pilatus aus Feigheit und Menschenfurcht schließlich nachgegeben hatte.

Damit aber war die Hoffnung vieler zusammengebrochen, die sich von Jesus eine Wiederherstellung des jüdischen Königtums erwartet hatten. Wie konnte dieser der Messias sein, der am Kreuz wie ein Verbrecher starb und der anscheinend weder sich noch anderen helfen konnte, weil er hilflos am Kreuze hing?

Mitten im tiefsten Dunkel und in der größten Not geschieht jedoch das Unerwartete und Unfassbare: Der Herr ersteht vom Tode; er lebt nun für immer in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Sein Leib ist verwandelt, ja verklärt. Ja, noch mehr: So wie Jesus lebt, sollen auch alle mit ihm leben, die an ihn glauben und auf ihn hoffen! Gott lässt auch uns nicht zurück im Tode, sondern erweckt uns zum ewigen Leben.

Wie übergroß ist doch diese Botschaft der Auferstehung; nur langsam bahnt sie sich ihren Weg. Die Frauen, denen der Engel diese neue Wirklichkeit verkündet, werden zuerst nicht ernst genommen, bis dann auch den Aposteln der Auferstandene erscheint und sie sich selbst überzeugen können: Jesus Christus lebt, er stirbt nicht mehr und schenkt auch uns neues und ewiges Leben.

Amen.

 

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