Josef Spindelböck

Vom Tod ins Leben hinübergegangen

Predigt am Ostersonntag
Hochfest der Auferstehung des Herrn
4. April 2010, Lesejahr C

L 1: Apg 10,34a.37-43; L 2: Kol 3,1-4 (oder: 1 Kor 5,6b-8); Ev: Joh 20,1-9

Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Bereits in der Osternacht haben wir jenes einzigartigen Ereignisses gedacht, das einerseits die menschliche Geschichte völlig übersteigt, andererseits doch den Einbruch des Göttlichen in eben diese unsere Geschichte darstellt: die Auferstehung Jesu Christi, des Herrn!

Niemand war dabei, als Jesus auferstanden ist, und von der Auferstehung wissen wir nur durch die Zeugen, die dem Auferstandenen begegnen durften, die mit ihm gegessen und getrunken haben, wie es in der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte heißt. Das heutige Evangelium führt uns gleichsam an die Schwelle des Auferstehungsglaubens, indem wir zuerst die Überraschung und die Unsicherheit von Maria Magdalena wahrnehmen und anschließend hören, wie die beiden Apostel Petrus und Johannes mit der Kunde umgegangen sind, dass das Grab plötzlich leer ist und sich der Leichnam Christi nicht mehr auffinden lässt.

Der andere Jünger lässt Petrus den Vortritt ins leere Grab hinein. Dieser überzeugt sich, dass es so ist, wie es Maria Magdalena berichtet hat: Der Leichnam Jesu ist nicht mehr dort. Sie nehmen nur gewisse Zeichen wahr, dass sich etwas Besonderes ereignet hat: Die Leinenbinden und das Schweißtuch sind voneinander getrennt; es ist keine Unordnung zurückgeblieben, sondern das Tuch ist zusammengebunden. Petrus vermag das noch nicht zu deuten; der andere Jünger – es muss Johannes sein – „sah und glaubte“. In welchem Sinn dieser anfängliche Glaube zu verstehen ist, bleibt hier noch offen. Doch dauert es nicht mehr lange, bis der Herr sowohl den Frauen und dann auch den Jüngern und Aposteln persönlich erscheint!

Jesus lebt, er ist auferstanden. Diese frohe Botschaft hat auch uns erreicht. Es ist kein Märchen oder ein frommer Wunsch, es ist wirklich wahr: Unser Herr Jesus Christus ist endgültig zum Leben zurückgekehrt. Er wird in seiner Herrlichkeit am Ende der Welt erscheinen, um zu richten die Lebenden und die Toten. Jeder, der an ihn glaubt, empfängt durch seinen Namen die Vergebung der Sünden und das ewige Leben.

So dürfen auch wir unseren Lebensweg Gott anvertrauen: Dort, wo es Dunkel, Leid und Sünde gibt, leuchtet das Licht der Erlösung Christi auf. Er ist auch für uns der Heiland, der Erlöser. Seine Auferstehung schenkt uns Freude und Zuversicht in allen Stürmen des Lebens. Ein Stück weit sind auch wir bereits in der neuen und endgültigen Wirklichkeit des Reiches Gottes angelangt, wenn wir an Gott glauben und einander lieben, so wie Christus uns geliebt hat. Dazu verhelfe uns die Fürbitte Marias, der Mutter des Herrn!

Amen.

 

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