P. Werner Schmid, Kleinhain (St. Pölten), Moderator der Gemeinschaft vom heiligen Josef

Predigt bei der Monatswallfahrt
in Maria Kirchbüchl am 13. Juli 2002

 

 

Liebe hochwürdige Mitbrüder, liebe Gläubige!

 

Prof. P. Dr. Augustinus Fenz Ocist hat mich eingeladen, mit Ihnen die hl. Messe zu feiern anläßlich der Monatswallfahrt in diesem schönen Gotteshaus Unserer Lieben Frau von Maria Kirchbüchl. Es ist das bereits das 318. Mal, und dafür dürfen Sie Gott aufrichtig danken. Aber es kommt letztlich nicht auf die Zahl an, sondern auf die Liebe, mit der etwas geschieht. Über die Mutter des Herrn wurde hier gewiß schon oft gesprochen, und das ist recht so. Denn das 2. Vatikanische Konzil sagt, daß sie gewissermaßen die größten Glaubensgeheimnisse in sich vereinigt und widerspiegelt, und deshalb können wir nie zu viel über sie sprechen, deshalb können wir sie nicht genug verkünden und sie auch nicht genug verehren. Und so haben wir also Grund genug, immer wieder in ihre Schule zu gehen und von ihr zu lernen.

Im eben gehörten Evangelium (Joh 2,1-12) wurde uns berichtet, wie Christus bei einer Hochzeit eingeladen ist und wie er auf die Bitte seiner Mutter hin Wasser in Wein verwandelt. Christus offenbart damit seine göttliche Majestät, und zugleich verweist er damit auf die kommende Herrlichkeit der neuen Schöpfung. Dies alles gilt. Aber das Lehrstück des heutigen Abends soll für uns nicht die Tatsache dieses Wunders sein, sondern ein anderer Aspekt dieses Geschehens: daß nämlich der Herr durch seine Anwesenheit das Brautpaar geehrt und geheiligt hat und daß er dieses sein erstes Wunder bei einer Hochzeit, d.h. für eine beginnende Ehe gewirkt hat. Darauf möchte ich heute Ihr besonderes Augenmerk lenken. Mit anderen Worten: Ich möchte zu Ihnen heute Abend über den christlichen Sinn der Ehe sprechen. - über eine Wahrheit, die uns alle zutiefst angeht und die doch immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint.

Vielleicht haben Sie in diesen Tagen in den Medien etwas gehört über die aktuellen Scheidungszahlen in Österreich. Demnach werden beinahe 50% der Ehen geschieden. D.h. daß praktisch jede zweite Ehe wieder auseinandergeht. Zurück bleiben Kinder, die das Drama der Eltern miterlebten und als Halbwaisen aufwachsen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig, und es ist jetzt nicht unsere Aufgabe, die Gründe dafür aufzuzählen. Es gilt einfach nüchtern zur Kenntnis zu nehmen, daß wir in einer Gesellschaft leben, die sich von den Geboten Gottes und vom Evangelium Christi nicht nur auf weiten Gebieten verabschiedet hat, sondern sie teilweise sogar behindert bzw. bewußt bekämpft. Die Zerstörung von Ehe und Familie reicht von der Anerkennung der Homosexualität bis hin zur staatlichen Förderung der Abtreibung, von der abendlichen Fernsehsendung, in der der Ehebruch zur Unterhaltung angeboten wird, über die Diskriminierung der Mutterschaft bis hin zur schulischen Zwangsaufklärung unserer Kinder. Wir sind gewiß nicht beauftragt, darüber zu richten, aber wir sollten lernen, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden. Und wir müssen auch den Mut haben, uns von dem zu trennen, was der Freundschaft mit Christus im Wege steht und das Leben der Gnade in uns vermindert. Dazu werden wir befähigt, wenn wir uns den Glauben bewahren und wenn wir beten.

Christus hat gesagt (vgl. Mt 5,13-16): „Ihr seid das Salz der Erde“ – damit hat er uns gemeint und er hat gesagt, „wenn das Salz schal wird, dann wird es weggeworfen und von den Menschen zertreten.“ Ein lau gewordenes Christentum ist nicht nur kraftlos, sondern es wird auch von der Welt verachtet. Und Christus hat weiter gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt ... Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen!“ D.h. wir haben die Aufgabe, Licht zu sein, Licht zu sein für die anderen, damit durch uns Christi Wahrheit sichtbar werden kann. Das kann geschehen auf vielfältige Weise:

Wo immer Menschen ihr Leben unter die Ordnung Gottes stellen,

wo Jugendliche sich enthaltsam vorbereiten auf eine kommende Hochzeit,

wo Eltern sich bemühen, ihre Ehe nach dem Willen des Schöpfers zu leben,

wo Gatten um der Treue willen bereit sind, einander zu verzeihen

- überall dort sind sie ein Licht für die Welt, geben sie Zeugnis für die Wahrheit und sind sie ein Zeichen für Christus.

 

Ehe und Familie bilden die Urzelle jeder Gesellschaft, der Staaten und der einzelnen Völker. Und auch die Anliegen der Monatswallfahrt hängen zutiefst mit diesem Thema zusammen. Denn das Gebet um Festigung im Glauben soll ja auch dazu beitragen, daß der Glaube an die Kraft der Sakramente – besonders des Ehesakramentes – nicht ausgelöscht wird. Und wenn wir für den Frieden beten, so heißt das, daß der Friede in der Welt zu Hause beginnen muß in der Versöhnungsbereitschaft der Ehegatten, wenn es Auseinandersetzungen gab und Streit. Denn jede Bereitschaft zur Versöhnung und zum Frieden, der in der Ehe und Familie geleistet wird, ist zwar nur ein geringer, aber letztlich doch wesentlicher Beitrag zum Frieden in der Welt. Und wenn wir bei den Monatswallfahrten um geistliche Berufe beten, so ist das gut. Aber es wird keine geistlichen Berufe geben, wenn es keine Eheleute gibt, die bereit sind, Kindern das Leben zu schenken und sie im Glauben zu erziehen. So muß also das Gebetsanliegen dieser monatlichen Wallfahrtstage immer auch zutiefst verbunden sein mit der Sorge um unsere Ehen und Familien.

Wenn man die Grundfrage stellt nach unserem menschlichen Dasein, so lautet die tiefe Antwort: Ursprung und Urgrund jeder menschlichen Liebe ist die glückselige Liebesgemeinschaft der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die höchste Berufung des Menschen - und zwar jedes Menschen – aber ist die Berufung zur Liebe und d.h. letztlich zur Teilnahme an dieser innersten Lebensfülle Gottes. Das hat kein sentimentaler Pfarrer erfunden, sondern das lehrt die höchste Autorität in der Kirche, Papst Johannes Paul II., in seinem Lehrschreiben über Ehe und Familie. Diese Berufung, sagt der Heilige Vater, kann auf zweifache Weise verwirklicht werden: auf dem Weg der Ehe oder auf dem Weg des bewußten ehelosen Lebens als Ausdruck der Ganzhingabe an Christus bzw. wenn die von Gottes Vorsehung auferlegte „Ehelosigkeit“ der Alleinstehenden bewußt angenommen und aus Liebe zu Gott bejaht wird.

 

Die Bedeutung der Ehe – sagt der hl. Paulus – ist mit einem Geheimnis verbunden. Und zwar deshalb, weil jede Ehe etwas widerspiegeln soll von der Liebe, die Christus zu seiner Braut, der Kirche hat. Sie wissen, daß die vollendete Gestalt der Ehe geheimnisvoll sichtbar wird in der Verbindung, die Christus mit seiner Kirche eingegangen ist, jenem Liebesbund, der nie mehr gelöst werden kann, weil ihn Christus besiegelt hat am Kreuz durch sein Blut. Das ist der Grund, warum auch die Ehe als Abbild eben dieses Bundes unauflöslich ist. Und es ist nun die Aufgabe der Ehegatten, in diese Form hineinzuwachsen und durch ihre Treue vor der Welt Zeugnis zu geben von der Liebe und Treue Christi. Und je länger die Eheleute leben und dies versuchen, umso mehr werden sie erfahren, daß dieses Maß seiner Gnade stets größer ist als wir selbst.

Heute versuchen viele eine Lebensgemeinschaft zu begründen, indem sie auf sich selber bauen:

auf ihren interessanten Beruf,

auf das charmante Lächeln,

auf die Reize der Schönheit,

auf die Dauer der erotischen Anziehung,

auf die Kraft der eigenen Liebe,

auf die Macht ihrer Brieftasche,

auf den jugendlichen Schwung

– aber das alles trägt nicht auf Dauer.

Sie, liebe Gläubige, haben es doch längst erkannt - und die Verheirateten werde es bestätigen: Kein Mensch, auch nicht der Liebenswerteste, kann dem anderen letztlich ganz genügen. Immer verlangt unser Herz nach mehr.

Immer ist ein Rest an Sehnsucht da, der bleibt.

Denn die schönste Figur vergeht.

Das Antlitz bekommt Falten.

Die Blume verwelkt.

Der aufrechte Gang wird gebückt,

und wir alle müssen schließlich zurück zum Staub der Erde.

Kein Mensch ist dem anderen Quelle des Glücks und der Freude.

Denn das Wasser des Lebens, nach dem wir dürsten, ist Gott allein.

Aber das geliebte Du in der Ehe kann der Becher sein, mit dem wir es schöpfen.

Unser Leben auf Erden ist nur ein Vorraum der Ewigkeit, und deshalb müssen die Eheleute einender helfen, daß sie gemeinsam dieses Ziel erreichen.

Zu allen Zeiten hat die Kirche so gedacht. Ein paar Stimmen aus den ersten Jahrhunderten der Kirche mögen das ein wenig beleuchten.

 

Der heilige Kirchenlehrer Ambrosius, Bischof von Mailand, legte im 4. Jhdt. nach Christus den Männern im Hinblick auf ihre Frauen folgendes ans Herz: „Du, lieber Gatte, lege das aufbrausende Wesen und die Schroffheit deines Benehmens ab, sooft dir deine treu ergebene Frau entgegen kommt. Fort mit dem Unwillen, wenn die liebenswürdige Gattin dich zur Gegenliebe herausfordert! Nicht Herr, sondern Gemahl bist du! Nicht eine Magd, sondern eine Gattin hast du heimgeführt! Zum Leiter über das schwache Geschlecht wollte Gott dich bestellen, nicht zum Allgewaltigen. Erwidere Aufmerksamkeit mit Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeit mit Liebenswürdigkeit!“

Und der hl. Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus, der Patriarch von Konstantinopel, ergänzt dazu: „Die Frau ist eine sichere Zuflucht und trägt das meiste zur Heiterkeit deines Gemütes bei. Sicherst du diesen Hafen gegen Sturm und Wogen, dann bietet er dir sichere Ruhe, wenn du vom der Arbeit heimkommst. Verbreitest du aber Sturm und Verwirrung über ihn, so bereitest du dir einen gefährlichen Schiffbruch. Um das zu verhüten, mußt du befolgen, was ich dir sage. Ist durch die Schuld der Frau zu Hause ein Unfall geschehen, so tröste sie und betrübe sie nicht noch mehr. Denn wenn du auch alles verlierst: nichts ist trauriger, als zu Hause eine unfreundliche Gattin zu finden. Welchen Fehler du auch erwähnen magst: Traurigeres kann es nicht geben als mit der Frau in Zwietracht zu leben. Aus all diesen Gründen soll dir ihre Liebe das Allerkostbarste sein. Wenn es geboten ist, daß einer des anderen Last trage, so gilt dies umso mehr der Gattin gegenüber ... Denke übrigens auch an den Lohn von Seiten Gottes. Wenn du sie aus Gottesfurcht nicht verstoßt, wo die weltlichen Gesetze es dir auch gestatten, wenn du ihre großen Fehler erträgst, aus Ehrfurcht vor jenem Gesetz, das die Ehescheidung verbietet, welchen Fehler die Frau auch immer haben möge: so wirst du einen unaussprechlichen Lohn empfangen.“

 

Hören wir aber auch, was der hl. Kirchenlehrer Gregor von Nazianz den Frauen zu sagen hat. „Dir, der Frau“, sagt er, „gebe ich folgendes als Lebensregel mit: Sei stets auf Sitte bedacht, auf würdige Schönheit und züchtigen Blick. Reinheit ist ja die schönste Blume der ehrbaren Frau, die niemals welkt und verblüht. Ehre stets deinen Gott, nach ihm aber deinen Mann. Ihn allein sollst du lieben, ihm nur wohlgefallen. Und ist deine Liebe größer: schenke dich ihm ganz, werdet eins! Nimm nicht alles für dich, was seine Liebe dir läßt: nimm nur, was dir gebührt. Meide die Sattheit, sie schadet der Liebe! Nie verfalle als Frau männlichem Dünkel ... Schenke dich deinem Mann, wenn er nach dir verlangt. Und wenn er zürnt, dann tröste ihn liebreich mit Wort und Tat. Denn auch ein Tierbändiger meistert den Löwen nicht mit Gewalt, sondern er streichelt ihn sanft und zähmt ihn durch schmeichelnde Worte. Wirf deinem Mann nie im Zorn etwas vor, auch den Mißerfolg nicht, sonst tust du ihm Unrecht. Denn ist ein Plan auch noch so gut, wie leicht verdirbt ihn der Teufel. Teile die Freude, und teile das Leid und auch seine Sorgen. Das bindet euch fest aneinander. Gib deinen klugen Rat, doch ihn laß´ entscheiden! Ist er betrübt, so sei es auch du. Eines Freundes Mitleid ist ja willkommener Trost. Doch zeige bald ein frohes Gesicht und vertreibe ihm die Sorgen. Sei verständig und sanft und verwinde den Zorn. Zähmst du deine Zunge nicht, so wird dich dein Mann nicht ertragen. Auch wenn das Wort auf deiner Zunge brennt, besser ist es, du schweigst.“

Der hl. Paulus hat im Brief an die Epheser (5,1-2) geschrieben: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat.“

Gott nachahmen in seiner Liebe, in seiner Treue und Hingabe, in seinem Verzeihen und in seiner Geduld: das ist das Programm, das den Eheleuten von der Kirche mitgegeben wird auf ihrem Weg. Gott nachahmen in seiner Hingabe bis in den Tod – was heißt das? Damit ist gewiß nicht zuerst der leibliche Tod gefordert, aber das Zurücknehmen des eigenen Willens, der Kampf gegen den Egoismus in uns, der der Tod jeder Gemeinschaft ist und der Tod jeder Liebe. Weil die Liebe vom Opfer lebt, verliert eine Liebe, die nicht bereit ist zum Verzicht, sehr schnell ihren Glanz und erlischt.

Gott nachahmen in seiner Hingabe, das bedeutet aber auch für uns: weil Christus sich aus Liebe binden ließ ans Kreuz, kann es keine wirkliche Liebe geben, wenn sie die Bindung scheut. Liebe bindet sich! Liebe ver-bindet sich mit dem geliebten Du. Nicht nur für einen kurzen, beliebigen Zeitraum, sondern für immer – bis in den Tod. Eine freie, eine ungebundene Liebe wäre ein Widerspruch in sich. Die Ehe ist nicht das letzte Ziel des Menschen. Aber die Ehe ist ein Hinweis und ein Zeichen dafür, daß es ein Geheimnis der Liebe gibt, für das wir erschaffen wurden und das der Urgrund von allem ist - nämlich das Liebesgeheimnis des dreifaltigen Gottes.

Jesus hat in der Bergpredigt gesagt, daß man ein Haus auf einen festen, soliden Grund errichten muß und nicht auf Sand, sonst hält es in den Prüfungen nicht stand. Wie viele zerbrochene Familien, wie viele Ehe-Ruinen, wie viel Leid und Not in den Gemeinschaften, wenn diese Worte mißachtet werden! Liebe Gläubige, die Sie verheiratet sind oder es waren: Sagen Sie den jungen Leuten, daß es sich lohnt zu heiraten! Und daß sie keine Angst zu haben brauchen, sich für immer zu binden. Aber sagen Sie ihnen auch,

daß sie nicht auf ihre Gesundheit und Kraft bauen dürfen – denn die Kraft vergeht und die Gesundheit ist zerbrechlich;

daß sie nicht auf ihre Leistung und auf ihr Können setzen dürfen, denn wir haben alles empfangen; und sagen sie ihnen auch,

daß die „Unverrückbarkeit“ unserer menschlichen Liebe nicht das letzte tragende Fundament sein kann – denn wir wissen längst,

daß in jeder Ehe der Wein auch ausgehen kann,

daß wir immer in Gefahr sind, abzuschwächen, billiger zu machen und etwas zurückzunehmen, von dem, was wir einmal versprochen haben – sondern sagen sie ihnen,

daß sie Größeres brauchen!

Denn was Menschen auf Lebenszeit bindet,

muß größer sein als sie selber,

es muß dauerhafter sein als erotische Anziehungskraft,

verlässlicher als Zuneigung

und tiefer als bloß gemeinsame Interessen.

Dieser einzig feste und tragende Grund für eine Lebensgemeinschaft christlicher Ehegatten kann nur Christus selber sein. Denn Gott nimmt nie zurück. Sein Wort bleibt. Sei Ja gilt für immer, und seine Liebe ist tatsächlich unverrückbar. Die Liebe, die Christus seiner Braut, der Kirche, geschenkt hat bis in den Tod am Kreuz, diese Liebe, dieser „Ehebund“ hält bereits 2000 Jahre, und er wird halten bis in Ewigkeit. Denn es ist der ewige Bund, der in jedem Opfer der hl. Messe erneuert und bekräftigt wird in den Worten der hl. Wandlung: „Das ist der neue und ewige Bund, mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Christi Liebe ist somit das einzig tragende Fundament jeder Ehe. Und im Ehesakrament wird unsere schwache, menschliche Liebe bereichert und erfüllt mit dieser ewigen Liebe des göttlichen Erlösers.

Zum Abschluß noch einmal ein Blick auf das heutige Evangelium: Christus auf der Hochzeit von Kana – das heißt, Er bekräftigt damit, daß die Ehe sein Werk ist, ein Geschenk Gottes an die Menschen. Das Evangelium besagt: Christus segnet diesen Bund, Er heiligt ihn und Er wirkt das Wunder der schönen, herzlichen Liebe. Das Evangelium von der Hochzeit von Kana besagt weiter, Christus ist ganz für die Ehegatten da. Er ist gegenwärtig durch seine apostolische Kirche, d.h. durch die Anwesenheit seiner Apostel, die ja damals auch dabei waren. Und Christus ist für die Eheleute da auch und in besonderer Weise durch die Vermittlung seiner hlst. Mutter. Denn es war die Gottesmutter, die damals ihren Sohn bat, dem neuen Brautpaar beizustehen. Wenn die Liebe geprüft wird, wenn der Schwung nachläßt, wenn der Glanz verblaßt – immer dann wird sie genauso für die Eheleute da sein und ihren Sohn bitten, die wässrig gewordene menschliche Liebe erneut zu verwandeln in den kostbaren Wein einer schönen und heiligen Liebe. Sie bittet ihn, daß die Ehegatten treu sein können und ihre Liebe zu einer wahren Heimat werden kann füreinander und auch für die Kinder.

Sie, die Gottesmutter, wird allen Ehegatten dasselbe sagen wie damals: Was er euch sagt, das tut. Christus aber wird sie zur Fülle des Lebens führen und zur Quelle der Liebe: in die Gemeinschaft der hlst. Dreifaltigkeit, mit dem Vater, dem Sohn und dem Hl. Geist. Amen.

 


SANKT JOSEF - www.stjosef.at