Jesus Christus - der ewige Hohepriester

Rosenkranzbetrachtungen über das Priestertum
von Kaplan Dr. theol. Josef Spindelböck, Ybbs an der Donau

 

Wir wollen uns auf das Erlösungswerk Christi besinnen, wenn wir den Rosenkranz beten. Jesus Christus hat uns erlöst von unseren Sünden. Warum konnte er das? Weil er zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch ist! Er ist Mittler und ewiger Hoherpriester.



Freudenreicher Rosenkranz

Im freudenreichen Rosenkranz betrachten wir die Menschwerdung Jesu aus der Jungfrau Maria. Gott ist ein Mensch geworden wie wir, in allem uns gleich außer der Sünde.

So hat Jesus in seiner Menschwerdung sein Priesteramt empfangen. Der Priester ist Mittler zwischen Gott und den Menschen. Jesus Christus hat ein ewiges Mittleramt inne, er ist der ewige Hohepriester. Gott hat unsere menschliche Natur angenommen, um sie als Werkzeug unseres Heiles zu gebrauchen. Gott hat alles angenommen (den ganzen Menschen, Leib und Seele), um alles zu erlösen. Schenken wir ihm alles!




Schmerzhafter Rosenkranz

Jesus wurde vor Beginn seines öffentlichen Auftretens vom Teufel versucht. Doch er sündigte nicht. Er bestand auch die Angst vor dem Leiden und Sterben im Garten von Gethsemani. Er hat für uns gelitten und ist für uns gestorben. So hat er uns erlöst. Zugleich zeigt Jesu Leben: Zum Menschsein gehört es nicht, daß man sündigt. Gerade im vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Willen des himmlischen Vaters hat Jesus uns das Vorbild wahren Menschseins vorgelebt: Er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz und übte die Hingabe aus Liebe für uns Menschen. Dieses Opfer seiner Liebe wird für uns gegenwärtig bei jeder hl. Messe. Der Priester handelt in der Person Jesu Christi. Wir empfangen den Leib und das Blut des Herrn. Tun wir das mit noch mehr Liebe und Ehrfurcht!

 

Glorreicher Rosenkranz

Seit seiner Auferstehung und Himmelfahrt tritt Jesus Christus in der Herrlichkeit des Vaters für uns ein. An seiner himmlischen Liturgie nehmen auch wir bereits vorauskostend teil. Das Ziel ist die ewige Vollendung aller Auserwählten.

In Maria ist bereits ein Mensch zur vollkommenen Herrlichkeit gelangt: Sie wurde mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen. Auch wir gehen diesem Ziel entgegen. Wir sind österliche Menschen, da wir die Teilhabe an der Auferstehung in der Gemeinschaft aller Heiligen erwarten!

Unser Leben soll auch Teilhabe am Priestertum Christi sein: Es gibt das Priestertum des Dienstes (das Amtspriestertum der Geweihten) und auch das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen. In Verbindung mit Jesus Christus sollen wir unser Leben Gott darbringen als ein Gott wohlgefälliges Opfer. Vergessen wir niemanden. Schließen wir daher alle ein in unser Gebet und Opfer!


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Gemeinschaft vom heiligen Josef