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Mo 23. März 2020 10:21

Geistliche Ermutigung in schweren Zeiten

In dieser Zeit, wo persönliche Kontakte massiv eingeschränkt sind und auch bleiben müssen, suchen wir nach anderen Wegen der Verbundenheit – auch im Hinblick auf das sakramentale und kirchliche Leben.

Es ist wichtig, dass wir in persönlicher Verantwortung Sorge tragen für unsere Angehörigen. Diese müssen wir jetzt zuerst schützen, besonders wenn sie zu einer vulnerablen Gruppe gehören.

 

Was das sakramentale und kirchliche Leben betrifft, kann man den objektiven, sakramententheologischen Aspekt unterscheiden vom subjektiven, spirituellen:

 

  • Objektiv gilt, dass Gott der Herr seine Gnaden zwar an die Sakramente gebunden hat, dass er selbst aber nicht daran gebunden ist. Deshalb sagt die Kirche, dass in außerordentlichen Situationen das innere Verlangen nach dem Sakrament (das „votum sacramenti“) dem tatsächlichen Sakramentsempfang weitgehend gleichzusetzen ist, insofern z.B. ein Katechumene, der in der Taufvorbereitung stirbt, dennoch dann wie ein Getaufter zu gelten hat. So gesehen kann die „geistliche Kommunion“ bzw. das Verlangen nach der Mitfeier der hl. Messe bzw. auch der mit wahrer Reue über die eigenen Sünden verbundene Wunsch nach dem Empfang des Bußsakraments auf gewisse Weise all jene Gnaden vermitteln, die wir sonst auf ordentlichem Weg durch die Sakramente empfangen.

 

  • Subjektiv und spirituell ist es für viele ein großes Opfer und eine massive Einschränkung, wenn die ordentlichen Wege der Heilsvermittlung in den Sakramenten durch physische Präsenz jetzt nur erschwert zugänglich sind. Hier kann es sicher helfen, sich per TV, Radio oder Internet-Streaming mit der hl. Messe zu verbinden. Auch kann man sich von Priestern, die man kennt, ausdrücklich in die hl. Messe mit einschließen lassen.

 

Was sog. Dispensen betrifft, so haben die österreichischen Bischöfe generell eine Dispens für die Erfüllung des Sonntagsgebotes durch die physisch kaum realisierbare Mitfeier der hl. Messe erteilt, solange dieser Zustand andauert.

 

Halten wir durch und ermutigen wir alle unsere Verwandten, Freunde und Bekannten in der Weise, dass all dies zwar eine massive Prüfung darstellt, aber zugleich niemand einen geistlichen Schaden leiden wird, der weiterhin auf Gott vertraut und zu ihm betet, so gut das eben möglich ist!

(Prof. Dr. Josef Spindelböck)

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