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Sam 3. Okt 2020 09:36

Erntedank

(stjosef.at) Gott ist der Ursprung und der Spender aller guten Gaben. Dessen sollten wir uns jeden Tag aufs Neue bewusst werden. Bei der Erntedankmesse ist es jedenfalls angebracht, dass wir uns an die Güte Gottes erinnern, der uns mit seinen Wohltaten begleitet und beschenkt.

Wie groß, wie zahlreich und vielfältig sind die Gaben der Natur! Eine Auswahl davon wird heute vor den Altar gebracht; die Erntekrone bringt die Schönheit der Natur in ihren Früchten zum Ausdruck.

Gewiss: Der Mensch wirkt mit, indem er die Erde kultiviert und sie sich dienstbar macht. Und doch kann er mit der Arbeit seiner Hände und seines Geistes immer nur das in Dienst nehmen, verarbeiten und veredeln, was uns längst schon in der Natur von Gott dem Schöpfer gegeben ist: die Pflanzen, die Tiere, die unbelebten Ressourcen dieser Erde.

Wir erleben aufgrund der Corona-Krise derzeit ein schwieriges Jahr. Ein winzig kleiner Krankheitserreger, ein Virus, hat die Verletzlichkeit der Menschheit offenbar gemacht. Wie schnell kann etwas, das wir als selbstverständlich ansehen, in Frage gestellt werden. Gesundheit, Wohlergehen, materielle Güter und Lebensgrundlagen – all diese Werte sind immer wieder neu bedroht und gefährdet.

Weltweit gibt es große Herausforderungen, auf die tragfähige Antworten gefunden werden müssen. Der Mensch ist aufgerufen, Krankheiten zu behandeln und vielleicht auch ganz zu besiegen; als dankbar Empfangende sollen wir die Gaben der Natur und den Ertrag unserer Hände auch anderen zukommen lassen und mit ihnen teilen. Die Erde mit der Vielfalt ihrer Pflanzen- und Tierarten und der Unermesslichkeit ihrer Ressourcen soll gemäß dem Willen Gottes als Lebensraum auch für die zukünftigen Generationen erhalten bleiben.

Doch nicht immer ist sich der Mensch dieser Verantwortung bewusst. Wir leben und handeln manchmal so, als ob es Gott nicht gäbe und als ob wir alles aus uns selbst bewirken könnten. Diese Grundversuchung war auch schon dem Volk Israel gegenwärtig, wie die Lesung aus dem Buch Deuteronomium (8,7–18) zu erkennen gibt. „Denk nicht“, so heißt es dort, „ich habe mir diesen Reichtum aus eigener Kraft und mit eigener Hand erworben.“ (8,17b) Vielmehr hat Gott seinem Volk „die Kraft“ gegeben, „Reichtum zu erwerben“ (8,18a).

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