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Fr 4. Feb 2022 22:51

Eine Kultur der Geschwisterlichkeit

(vaticannews.va) 

„Entweder sind wir Geschwister oder es bricht alles zusammen“: Eindringlich hat Franziskus zu globaler Geschwisterlichkeit ermutigt. Angesichts der Weltlage sei dies gebotener denn je, machte der Papst in einer Videobotschaft deutlich, die anlässlich des Welttages der Geschwisterlichkeit an diesem 4. Februar veröffentlicht wurde.

Die Videobotschaft ist an diesem Freitag auf der Weltausstellung Expo in Dubai zu sehen und wurde mit Untertiteln in mehreren Sprachen veröffentlicht, darunter in Hebräisch und Arabisch. In Dubai findet anlässlich des zweiten Welttages der Geschwisterlichkeit in Kooperation mit dem Toleranzministerium der Vereinigten Arabischen Emirate eine Veranstaltung des Hohen Komitees für menschliche Brüderlichkeit statt, in die der Heilige Stuhl und die Kairoer Al-Azhar-Universität eingebunden sind.

Solidarität und Geschwisterlichkeit seien das Gebot der Stunde, machte der Papst in seiner Videobotschaft deutlich, und er wandte sich einmal mehr gegen Gleichgültigkeit: „Entweder sind wir Geschwister oder alles bricht zusammen, wir können es in den kleinen Kriegen sehen, in diesem dritten Weltkrieg in Stücken, wie Völker zerstört werden, wie Kinder keine Nahrung haben, wie die Bildung zurückgeht... Es ist eine Zerstörung. Entweder sind wir Geschwister oder alles bricht zusammen“, wiederholte Franziskus.

Und er rief alle Gläubige und Menschen guten Willens dazu auf, „unter Achtung unserer jeweiligen Kulturen und Traditionen, Geschwisterlichkeit als Barriere gegen Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit aufzubauen (…) Wir alle müssen uns in unserem gemeinsamen Gefühl der Geschwisterlichkeit füreinander zu Förderern einer Kultur des Friedens machen, die nachhaltige Entwicklung, Toleranz, Integration, gegenseitiges Verständnis und Solidarität fördert.“

Geschwisterlichkeit sei ein grundlegender und universeller Wert „unabhängig von Wohnort, Hautfarbe, Religion, sozialer Schicht, Geschlecht, Alter, Gesundheit und wirtschaftlichen Verhältnissen“. Besonders Leidende und Benachteiligte müssten hier einbezogen werden, so der Papst. Der Kampf gegen Corona habe uns vor Augen geführt: „Wir sind alle verschieden und doch alle gleich, und diese Pandemie hat uns das gezeigt. Ich wiederhole noch einmal: Wir können uns nicht selbst retten!“

Geschwisterlichkeit sei tief im Gottesglauben verwurzelt, erinnerte Franziskus in seiner Botschaft an Christen, Muslime und Gottesgläubige in aller Welt: „Die Geschwisterlichkeit führt uns dazu, uns dem Vater von allem zu öffnen und im anderen einen Bruder, eine Schwester zu sehen, das Leben zu teilen, einander zu unterstützen, den anderen zu lieben und zu kennen.“

Der Weg der Geschwisterlichkeit sei „lang“ und „schwierig“, aber ein „Anker des Heils für die Menschheit“, betonte der Papst. Es gehe dabei nicht um Uniformität, sondern um „Einheit in der Vielfalt“ und eine Botschaft der Liebe und der Hoffnung: „Den vielen Zeichen der Bedrohung, den dunklen Zeiten, der Logik des Konflikts setzen wir das Zeichen der Geschwisterlichkeit entgegen, das den anderen willkommen heißt und seine Identität respektiert und ihn auf einen gemeinsamen Weg drängt. Nicht gleich, nein, Brüder, jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit, seiner eigenen Einzigartigkeit.“

Der Welttag der Geschwisterlichkeit am 4. Februar knüpft an das Dokument an, das Papst Franziskus und der sunnitische Großimam Ahmad Al-Tayyeb am 4. Februar 2019 in Abu Dhabi, der Metropole der Vereinigten Arabischen Emirate, unterzeichnet haben. Franziskus dankte in seiner Videobotschaft ausdrücklich seinem sunnitischen Mitstreiter und auch dem interreligiösen „Hohen Komitee für menschliche Brüderlichkeit“, das mit der Umsetzung des Dialogpapiers befasst ist. Das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“, wie es offiziell heißt, bekräftigt den gemeinsamen Einsatz der Religionen gegen Fanatismus, Extremismus und Gewalt im Namen Gottes. Es betont die Geschwisterlichkeit aller Menschen egal welchen Glaubens und will allgemein eine „Kultur des gegenseitigen Respekts" fördern.

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