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Fr 8. April 2022 21:17

Christus, der König, zieht ein in Jerusalem

Homilie zum Palmsonntag (KR Prof. Dr. Josef Spindelböck)

Auf dem Fohlen einer Eselin sitzend zieht Jesus unter dem Jubel seiner Jünger in Jerusalem ein. Wie wird es weitergehen? Wie ist die Erwartung seiner Jünger?

So wie Jesus einzieht, erhebt er den Anspruch, der Messias zu sein. Denn er lässt es zu, dass seine Jünger rufen: „Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe!“ (Lk 19,38).

Klarerweise nehmen die Pharisäer daran Anstoß. Denn in ihren Augen wird hier Jesus etwas zugesprochen, was ihm nicht zusteht.

Der Fortgang der Ereignisse wird uns dann in der Passionsgeschichte präsentiert. Der hauptsächliche Zweck dieses Jerusalem-Besuchs Jesu war nicht sein äußerer Triumph, sondern die freiwillige Übernahme seines bitteren Leidens und Sterbens am Kreuz. Erst da triumphiert er auf geheimnisvolle Weise als König. Und sein Königtum wird offenbar in der Auferstehung von den Toten und in seiner Himmelfahrt. Es wird sich in seiner Vollendung zeigen, wenn der Herr einst wiederkommt in Herrlichkeit.

Wir können nicht einfach nur Zuseher bei diesem Geschehen des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu bleiben. In unserer alltäglichen Mentalität verfolgen wir viele Dinge aus der Distanz und wollen doch via Ton und Bildschirm virtuell überall dabei sein. So ereignet sich nun schon seit über 40 Tagen ein furchtbarer Krieg in der Ukraine – und wir sehen zu. Die eigene Behaglichkeit will man sich trotz des fallweisen Anblicks von Toten nicht stören lassen.

Christus der Herr leidet in allen unschuldig gemarterten und getöteten Menschen auch heute noch, obwohl er selbst von den Toten auferstanden und im Himmel verklärt ist. Sein verherrlichter Leib kann nicht mehr leiden. Doch identifiziert sich der Herr mit allen leidenden Brüdern und Schwestern auf der Welt.

Dies kann als Aufruf wahrgenommen werden: Nicht Gleichgültigkeit ist angesagt, sondern Anteilnahme. Und wenn wir im Herzen erschüttert sind über das Ausmaß der Gewalt und das Elend der Betroffenen, dann werden wir Mittel und Wege finden, sie zu unterstützen. Insbesondere beten wir je länger dieser Krieg dauert desto inniger und intensiver um eine baldige Beendigung des sinnlosen Blutvergießens.

Der Herr hat sein Königtum offenbart am Kreuz; er wird einst kommen als Richter der Lebenden und der Toten, und auch wir sind einbezogen in die Heilsgeschichte. Gerechtigkeit und Frieden ersehnen wir von Herzen; möge die Fürsprache der Gottesmutter Maria und des heiligen Josef uns das Heil von Gott erbitten! Amen.

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