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Predigt:

In den Himmel aufgefahren - und doch für immer bei uns geblieben

Christi Himmelfahrt A (02.06.2011)

L1: Apg 1,1-11; L2: Eph 1,17-23; Ev: Mt 28,16-20


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

40 Tage nach seiner Auferstehung ist unser Herr Jesus Christus vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgefahren. Damit entzog er sich ihren Blicken; seine sichtbare Gegenwart war nicht länger wahrnehmbar.

Und doch hat er die Seinen nicht verlassen! Er versprach der Kirche seinen Heiligen Geist, den er vom Vater her senden würde. Und im Evangelium hören wir ausdrücklich die Worte: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Der Auferstandene bleibt also bei uns, auch wenn wir ihn nicht mehr sehen. Er verlässt die an ihn Glaubenden nicht – bis zum Ende der Welt. Ist dies nicht eine großartige Verheißung? Mögen auch die Fundamente der Erde erschüttert werden, mag sich auch noch so vieles ereignen in der Welt – an Gutem wie an Bösem: Der Herr bleibt immer gegenwärtig in seiner Kirche!

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“, sagt unser Herr einmal (Mt 24,35). Sein Wort hat Bestand in alle Ewigkeit! Ja, Jesus Christus ist selber das Wort Gottes, das der Vater im Heiligen Geist in die Welt gesandt hat. Gott hat sich ganz ausgesprochen in seinem Sohn Jesus Christus. Da hat Gott uns alles gesagt, was zu sagen war. Er hat sich ausgesprochen als Wort der Liebe und Treue. Der Apostel Paulus hat es einmal so formuliert: Der Sohn Gottes ist zu uns Menschen gekommen „nicht als Ja und Nein zugleich“; sondern „in ihm ist das Ja verwirklicht“ (2 Kor 1,19). Gott nimmt dieses Ja-Wort seiner Liebe nicht mehr zurück; auch angesichts der Sündenschuld der Menschen nicht!

Als Christen sind wir Menschen österlicher Hoffnung und Erwartung. Wir leben nicht für die Vergangenheit, sondern für die Zukunft, die uns Gott in seiner Liebe bereitet hat. Mag unser Leben früher auch noch so sehr im Argen gelegen haben: Gott ist bereit zu verzeihen und uns einen Neuanfang zu schenken – immer wieder, so lange wir leben und es ernst meinen mit unserer Reue und Umkehr!

In der Heiligen Messe beten wir nach der Verwandlung des Brotes in den Leib Christi und des Weines in das Blut Christi: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Ja, wir erwarten das Kommen des Herrn in Herrlichkeit!

Einmal, am Ende der Tage – wir wissen nicht, wann das sein wird und wie es sein wird – wird Jesus Christus, der Herr, in sichtbarer Weise wiederkommen, um zu richten die Lebenden und die Toten.

Genau dies war die Verheißung der zwei Männer in weißen Gewändern (es müssen Engel gewesen sein) an die Jünger, die nach der Himmelfahrt Jesu zum Himmel blickten: „Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“

Für uns persönlich wird dieses endgültige Kommen Christi mit unserer Sterbestunde zusammenfallen; selig all jene, die bereit sind, wenn der Herr kommt und anklopft, damit sie ihm die Tür ihres Herzens öffnen können.

Lasst uns also wachsam sein und auf den Herrn warten, der auch zu uns kommen will. In der Pfingstnovene wollen wir heuer besonders um das Geschenk geistlicher Berufe beten; Maria, die Königin der Apostel und Mutter aller Gläubigen, führe uns hin zu ihrem Sohn Jesus, der im Heiligen Geist bei uns bleibt bis ans Ende der Welt! Amen