Predigt: Fatimafeier in Kilb 2018 (Dr. Josef Spindelböck)
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Predigt:

In Maria leuchtet auf, was die Kirche ist und sein soll

Fatimafeier in Kilb (13.06.2018)

L: Ex 19,3-8a; Ev: Joh 2,1-11 (Marienmessbuch, Nr. 9)


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Manker Fatimafeier findet diesmal in der Pfarrkirche von Kilb statt. Wir danken für die Gastfreundschaft und die gute Aufnahme!

Die ganze Kirche steht unter dem Schutz der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria; wir alle dürfen uns ganz persönlich ihrer mütterlichen Fürsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus anvertrauen.

Wir tun dies kurz vor der Amtseinführung des neuen St. Pöltner Diözesanbischofs Dr. Alois Schwarz; und so beten wir bei dieser Fatimafeier für Bischof DDr. Klaus Küng, der die Verantwortung abgibt an seinen von Papst Franziskus ernannten Nachfolger Bischof Alois. Beide Bischöfe haben immer wieder ihre Verbundenheit mit der Gottesmutter Maria zum Ausdruck gebracht. So gesehen ist unsere Fatimafeier ein Ereignis, welches für die ganze Diözese Bedeutung hat, da wir alle Anliegen der Ortskirche, aber auch der Weltkirche vor Gott hintragen und sie der Fürbitte Marias, der Mutter der Kirche, empfehlen.

Die Kirche als solche ist unsere Mutter im Glauben; dies wird bei der heiligen Taufe versinnbildlicht, wo wir aus Wasser und Heiligem Geist geistlich neu geboren worden sind zum göttlichen Leben. Das Taufbecken weist hin auf den Mutterschoß der Kirche, in dem ihre Kinder das Leben der heiligmachenden Gnade empfangen.

Wie keine andere darf Maria als Jungfrau und Mutter das verwirklichen und zur Darstellung bringen, was Kirche ist und sein soll: Die Jungfrau Maria hört im Glauben auf das Wort Gottes; dies ist auch die erste Aufgabe der Kirche, dass sie das Wort Gottes vernimmt, es im Herzen bewahrt und es den Menschen verkündet. Maria wird durch den Heiligen Geist zur fruchtbaren Mutter, indem sie als Jungfrau das Kind Jesus empfängt. Sie ist in diesem Heiligen Geist auch unsere Mutter geworden, da sie in mütterlicher Weise Sorge trägt für alle, die zu ihrem Sohn Jesus Christus gehören. In Maria leuchtet also auf, was die Kirche in ihrem tiefsten Wesen ist und sein soll, und wir alle danken Gott, der uns durch die heilige Taufe in seine Kirche berufen hat.

Nach dem Beispiel der Gottesmutter Maria wollen wir auf das Wort Gottes hören, es aufmerksam lesen und betrachten und im Leben Gestalt werden lassen. So nehmen wir Jesus Christus, den Erlöser, auch in unserem Herzen auf und bringen ihn zu den Menschen, die im Tiefsten ihres Herzens voll Sehnsucht sind nach dem Heil, das nur Gott schenken kann.

Das Jubiläum „100 Jahre Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima“, welches wir letztes Jahr gefeiert haben, zeigt uns, dass Gott auch in unseren Tagen Großes wirkt. Wer sich Gott zuwendet im Gebet, wer sich im Herzen für die Liebe Gottes öffnet, der darf erfahren, wie Gott selbst das ganze Leben verwandelt. Dieses Wunder aber geschieht auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria. Bei der Hochzeit zu Kana war Maria zugegen; sie bemerkte die Verlegenheit und Not der Brautleute, dass der Wein zu Ende ging. Sie gab ihrem Sohn Jesus einen diskreten Hinweis, und obwohl seine Stunde noch nicht gekommen war, wirkte er gleichsam auf die Bitte seiner Mutter Maria sein erstes Wunder: Er verwandelte Wasser in Wein. Maria aber trug den Dienern, die für das Hochzeitsmahl verantwortlich waren, auf: „Was er euch sagt, das tut!“

Hat Maria nicht auch in Fatima durch die drei Kinder Lucia, Francesco und Jacinta die Menschen daran erinnert, das zu tun, was Jesus sagt? Es geht um Umkehr, um Erneuerung des Glaubens in den Familien und geistlichen Gemeinschaften. Das Gebet des heiligen Rosenkranzes stellt uns die Heilsgeheimnisse vor Augen, und so wird unser Leben mehr und mehr hineingenommen in die Wirklichkeit der Gnade, die Gott uns schenkt. Wir werden im Herzen verwandelt; aus Wasser wird Wein, und dieser hochzeitliche Wein der Teilnahme am Reich Gottes macht uns froh und lässt uns jubeln über das Geschenk der Erlösung!

Sagen wir nicht angesichts des Laufes der Welt und der Geschichte: Was kann ich da schon tun oder ausrichten? Die Botschaft von Fatima zeigt uns, dass es auf jeden einzelnen ankommt. Gemeinsam sind wir vereint im Gebet, und das Gebet kann Berge versetzen. Der atheistische Kommunismus wurde bereits einmal tödlich getroffen; die Völker Osteuropas haben die Freiheit erlangt. Es scheint jedoch, als ob sich dieser rote Drache (vgl. Offb 13) wiederum erhebt und uns aufs Neue bedroht. Denn auch bei uns im Westen gibt es Gefahren und Verführungen besonderer Art. Eine schrankenlose Freiheit lässt uns die Achtung vor dem Leben des Mitmenschen verlieren. Ungeborene Kinder, aber auch alte und kranke Menschen sind bedroht, wo doch gerade ihnen als den Schwächsten und Geringsten besondere Liebe und Fürsorge gebührt!

Die Ehe zwischen Mann und Frau als von Gott gestifteter Bund der Liebe und des Lebens wird zusehends in Frage gestellt, auch durch Gesetze und höchstrichterliche Entscheide. Und doch gibt es viele Ehepaare und Familien, die sich mit Gottes Hilfe bemühen, eine gute Gemeinschaft zu bilden und auf diese Weise positiv einzuwirken auf die Kirche und die Gesellschaft. Sie alle gilt es zu stärken, und wir tun dies auch dadurch, indem wir um gute Ehen und Familien beten sowie auch um geistliche Berufungen verschiedenster Art: sei es in einem Orden oder einer religiösen Gemeinschaft, sei es für den Dienst als Diakon oder als Priester.

Beten wir in besonderer Weise auch für den Heiligen Vater Papst Franziskus! Die Kirche soll missionarisch sein, bringt er immer wieder in Erinnerung. Ja, wir sind ausgesandt von unserem Herrn Jesus Christus, dem Reich Gottes die Wege zu bereiten! Wir dürfen Boten der Liebe Gottes sein, und dabei begleitet uns die Fürbitte der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, der Mutter der Kirche.

Wenn wir die Bitten der Gottesmutter erfüllen, dann kehrt Friede ein in die Herzen; dann wird auch der Welt eine Zeit des Friedens geschenkt werden. Gott aber möge uns einst aufnehmen in sein himmlisches Reich, wo wir ihn in der Gemeinschaft der Heiligen schauen dürfen von Angesicht zu Angesicht und wo uns nichts von all dem fehlen wird, was wir im tiefsten Herzen ersehnen! Dann werden wir froh sein und jubeln ohne Ende. Amen.