... Verfolgung leiden ...

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Ein neuer Weihbischof für Wien
Erinnerung an die Ernennung und Konsekration von Kurt Krenn, 1987

von P. Dr. Ildefons M. Fux OSB

Paperback, 75 Seiten, 24 x 17 cm

Erschienen im Eigenverlag Rudolf Födermayr

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Vorwort

Vor 30 Jahren, am 3. März 1987, wurde der Regensburger Universitätsprofes­sor Dr. Kurt Krenn, gebürtiger Oberösterreicher, zum Weihbischof von Wien ernannt. Diese seine Ernennung mit der Bestimmung, dass er für die Berei­che Wissenschaft, Kunst und Kultur zuständig sei, wurde am 7. März öffent­lich gemacht.

Die Situation der Katholischen Kirche in Österreich zu diesem Zeitpunkt und davor, aber vor allem den noch nie da gewesenen „Sturm der Entrüs­tung“, den die Ernennung Krenns auslöste, schildert der Beitrag dieses Son­derdruckes.

P. Dr. Ildefons Fux OSB hat diese auch kirchenhistorisch wertvolle Zusam­menschau als Beitrag für die Festschrift zum 70. Geburtstag von Bischof Krenn „Der Wahrheit verpflichtet“ erstellt. Mit einer Präzision, die größer nicht sein könnte, beschreibt er die Ereignisse nach dem Bekanntwerden der Ernennung Krenns. War es schon bei der Bischofsweihe von Dr. Alfred Kos­telecky (Militärbischof) im Dezember 1986 zu Demonstrationen vor dem Stephansdom gekommen, konstatiert der Verfasser jetzt „unliebsame Ereig­nisse“, „verletzende Vorkommnisse“, „krasse mediale Fehlleistungen“, „Un­mutsäußerungen“ und die Erkennbarkeit einer „aggressiven Verteidigungs­bereitschaft“! Er stellt eine Radikalisierung der Sprache fest; ja, man ist „be­fremdet“, „fassungslos“, „bestürzt“ und vor allem „betroffen“ von der „Art der Ernennung“, man fühlt sich „entmündigt“ und ist „empört“ über den „rö­mischen Zentralismus“! Man vermisst „Freiraum“, „Dialog“, „Geschwister- lichkeit“ und „nachkonziliare Offenheit“ - und dies alles aus „Sorge um die Einheit“ und aus „Liebe zur Kirche“!- Dieses Betroffenheitsvokabular kann hier nicht vollständig wieder gegeben werde.

Heftige Angriffe richten sich nun gegen „Rom“; Papst Johannes Paul II. wird vom Oberen der Cursillobewegung in Österreich, P. Josef G. Cascales, mit Stalin verglichen, auch greift jener den Nuntius an und verdächtigt ihn des Verrates! Cascales schreibt auch einen persönlichen Brief an Krenn (23.3.1987) und fordert ihn auf, auf die Ehre, Bischof zu sein, zu verzichten und er fügt die Drohung an: „Seien Sie vorsichtig! Viele von uns wissen genug über Sie, über Ihre Vergangenheit, über Ihre Familie, um hinreichen­den Grund zu haben, Sie als Bischof abzulehnen.“

Andere Stimmen nennen Krenn „Aufpasser“, „österreichischen Ratzinger“, er habe keine wissenschaftliche Befähigung und „vorkonziliares, fundamen­talistisches Denken“. Ein Wiener Priester, der selbst nie über den Wiener­wald hinausgekommen war, stellte fest, Krenn komme „aus dem Wald“. Zwei

andere Mitbrüder im Priesteramt fanden es weder zu blöd, noch zu kindisch, öffentlich über „Würstel mit Kren“ zu reden und zu schreiben. Auch die Diözesanleitung der Katholischen Jungschar als Vertretung 10- bis 14jähriger Kinder (!) bekundete ihren Protest.

Ursachen für diesen vielstimmigen Aufschrei lassen sich viele benennen. Krenn war konservativ und befähigt, sein Glaubens- und Kirchenverständnis nachdrücklich zu vertreten. Kardinal König bezeichnete ihn einmal in einem privaten Gespräch als den Intelligentesten in der österreichischen Bischofs­konferenz. Krenn war auch „streitbar“, was viele bewusst oder unbewusst mit „streitlustig“ oder „streitsüchtig“ verwechselten. Er wich weder aus Angst, noch aus Harmoniebedürfnis von der ganzen Wahrheit ab, betonte immer, diese liege nicht in der Mitte und verurteilte Toleranz mit verschwommenen Standpunkten und ein angepasstes und bekenntnisschwaches Christentum. „Er hat oft ganz bewusst den Dogmen des Zeitgeistes widersprochen, dem Druck standgehalten und die Last des Widerspruchs getragen. Bischof Krenn wurde von einfachen Gläubigen geliebt, hatte erstaunlich viel Sympathie bei Fernstehenden und stieß auf Wertschätzung bei intellektuellen Kontrahen­ten. Vom zeitgeistigen innerkirchlichen Establishment wurde er gehasst.“ (Steinwender, Festschrift)

Krenn sprach nie vom „Geist des Konzils“, aber er konnte viele Passagen der Texte des Konzils auswendig, lag doch das „Kleine Konzilskompendium“ von Rahner/Vorgrimler immer griffbereit auf seinem Schreibtisch. Und er war nie feige oder auch nur ängstlich. Nach der Liturgie der Bischofsweihe von Wolfgang Haas in Chur, als längst alle Würdenträger bei der Agape wa­ren, stand Krenn noch lange am Kirchenvorplatz, umringt von einer großen Anzahl junger Männer, die zum Teil schwarze Mundbinden trugen. Geduldig reagierte er auf ihre Angriffe und Fragen und bat zuletzt um eine Mundbinde als Erinnerung, wie er sagte „an diese interessante Begegnung“. Seine Sprach­gewandtheit und Intelligenz machten seinen Gegnern oft schwer zu schaffen, manchen blieb nur zornige Gehässigkeit. Er erhielt aber auch viele zustim­mende Anrufe und Schreiben, in denen ihm versichert wurde, man „stehe ganz hinter ihm.“ Das entlockte ihm, der nie wehleidig jammerte, einmal die Bemerkung, er würde sich manchmal wünschen, dass sich jemand „vor ihn“ stellt.

Als Grundursache der Ablehnung Krenns ist jedoch der damals schon tiefe und breite Riss in der Kirche, der durch jede Diözese, jede Pfarre, jeden Or­den, ja sogar durch manche Familien ging. Viele wollten eine „offene“, „dia­logfähige“, Kirche „von unten“, die in ihrer Struktur und in ihrer Glaubens­lehre der Zeit angemessen sei. Der Bischof sollte sich als „Lobbyist“ seiner

Diözese in Rom verstehen, nicht als Vertreter der Weltkirche in seiner Diöze­se. Zentrale Glaubensinhalte, wie Gottheit Christi, Jungfrauengeburt, Transsubstantiation und Realpräsenz in der Eucharistie und Unsterblichkeit der Seele werden offen durch viele Theologen geleugnet - mit verheerenden Folgen und immer unterstützt von antikirchlichen Medien und deren Draht­ziehern. „Die Kirche ist unterwandert“ stellte Kardinal Ratzinger schon 1988 fest. Und Papst Paul VI. hat von der „Selbstzerstörung der Kirche“ gespro­chen: „Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen!“ Der Riss in der Kirche scheint heute zu einem Abgrund zu werden. Der Bitte des Priesters nach dem Hochgebet in der Hl. Messe „... schenke deiner Kirche Einheit und Frieden“ sollten sich daher alle Gläubigen anschließen.

Der Apostel Paulus schreibt an die Bischöfe Titus und Timotheus: „So predi­ge, ermahne und weise zurecht mit allem Nachdruck!“- Das hat Bischof Krenn befolgt.

Rudolf Födermayr, Herausgeber, 3. März 2017


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