P. Marcell OCD: Ruf der Liebe

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Auf Umwegen in den Karmel
Aus dem Ungarischen übersetzt, bearbeitet und 
herausgegeben von den Karmelitinnen aus dem 
Kloster St. Josef in Mayerling

gebunden, 176 Seiten, 20,0 cm x 12,5 cm
Zweite, verbesserte Auflage 2009
ISBN 978-3-901853-18-0

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Dieses Buch ist die Geschichte einer Bekehrung, die Geschichte einer Berufung und die Geschichte einer großen Liebe zur Muttergottes. 

Man beginnt zunächst mit der Biographie eines ungarischen Studenten und kunstsinnigen Professors, wird dann mehr und mehr mitgezogen von seinen Erlebnissen im 1. Weltkrieg bis hin zu seinem Eintritt in den Karmel von Raab ­ um dann schließlich erstaunt zu entdecken, daß man eben einen höchst einfachen, aber tiefgehenden Grundkurs des geistlichen Lebens durchgemacht hat.

P. Marcell starb 1966. Sein Seligsprechungsprozeß ist eingeleitet.

Vorwort

„Meine Mutter, Mutter der Schönen Liebe und Mutter der Barmherzigkeit! Du hast herabgeblickt auf meine Niedrigkeit und durch Deinen lieben Sohn mein ganzes Leben lang Großes an mir getan. Komm mir auch jetzt zu Hilfe in meiner Bedrängnis!

Auf Befehl meiner Vorgesetzten soll ich die Geheimnisse meines Herzens preisgeben: die zuerst noch verborgene, dann zum Teil brennende, später wieder erloschene und endlich sieghafte Liebe zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, zum Vater, zum Sohn und zum Heiligen Geist und zu Dir, meiner Mutter Maria! (Mein Befehl lautete ungefähr so: Schreiben Sie Ihre Biographie, besonders im Hinblick auf den Einfluß, den Sie in Ihrem vergangenen Leben von seiten der Mutter Gottes erfahren haben. Ich gebe Ihnen dazu einen Monat Urlaub!) Du, meine Mutter, lebst in Gott. Du bist von ihm vollkommen erfüllt durch Jesus Christus, das Mensch gewordene Wort. Ich bitte Dich, lebe auch in mir, Deinem geringsten Kind. Die Feder in meiner Hand möge nichts anderes schreiben können, als nur das, was nach dem Willen des Vaters, Dir zum Lobe dient! Ave Maria! Amen.
Mariabesnyö, 31. 5. 1950 Am Fest der Mittlerin aller Gnaden.“

Mit diesem Gebet beginnt P. Marcell seine Aufzeichnungen über die Geschichte seiner Berufung und wie er auf Umwegen in den Karmel kam. Dabei kommt immer wieder ein Ausdruck vor, der ihn von Jugend an begeistert hat und der sich fortan wie ein roter Faden durch seine Lebensgeschichte zieht: die Schöne Liebe, ungarisch Szépszeretet. Dieses Wort stammt aus der Bibel (Sir 24,24). In neuen Bibelübersetzungen fehlt dieser Vers. Erwurde als „Randbemerkung“ erkannt und ausgeschieden. Eine Fußnote der „Jerusalemer Bibel“ (Herder) erklärt ihn als „christliche Glosse“. Wie dem auch sei: Für den 16jährigen Gymnasiasten öffnete dieses Wort jedenfalls eine Tür in eine andere Welt, die ihn mehr und mehr faszinierte. 
Jesus hatte sich als Schöne Liebe geoffenbart und dabei das Herz des jungen Mannes getroffen. Er hatte erkannt, Jesus ist nicht nur „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), sondern er ist auch die Liebe. Liebe von unvorstellbarer Heiligkeit, Reinheit und Schönheit, sodaß er selbst als Die Schöne Liebe bezeichnet wird. Von daher ist es dann verständlich, daß die Mutter des Herrn auch benannt wird als die Mutter der Schönen Liebe.
Wie immer der Ausdruck aus der Heiligen Schrift von den Fachleuten bewertet wird – als Kerntext der Bibel oder bloß als Randbemerkung – Gottes Geist inspiriert auch „Randbemerkungen“, läßt sie unversehens in den kanonischen Text gleiten und von da aus Herzen entflammen. Für P. Marcell wurde dieses Wort jedenfalls zum glühenden Funken, der sein weiteres Leben entflammt hat.
Im „Gotteslob“, dem deutschen Einheitsgesangbuch taucht übrigens in der Lauretanischen Litanei die ausgeklammerte „Glosse“ als Anrufung wieder auf: „Mutter der Schönen Liebe, bitte für uns!“ und im neuen Marienmeßbuch ist ein eigenes Meßformular mit dem Titel: „Maria, Mutter der Schönen Liebe“ (Nr. 36) enthalten. Hier wird zwar die Liebe Mariens als schön gepriesen, weil sie „voll der Gnade“ war und Gnade bzw. Huld Gottes immer auch höchste geistliche Schönheit ist. Aber diese Schönheit ist letztlich nichts anderes als der Glanz der Heiligkeit und Wahrheit Gottes, „des Quells aller Schönheit“ und ein Bild der Güte und Treue Christi, des „Schönsten von allen Menschen“ (Ps 45,3).

Die Herausgeber


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