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Do 1. Okt 2026 22:22

Auch heuer feiern wir Erntedank

(stjosef.at) Heuer feiern wir Erntedank etwas anderes als in früheren, „normalen“ Jahren. Aufgrund der trockenen Witterung über viele Monate hinweg ist die Ernte für manche Früchte heuer bedeutend schlechter ausgefallen als für gewöhnlich. Sollen wir deshalb auf das Erntedankfest verzichten? Was bliebe dann – die eigene Unzufriedenheit und ein allgemeines Jammern und Sich-Beklagen? Vielleicht sollten wir es umgekehrt sehen: das heurige Jahr zeigt es, dass es umso nötiger ist, Gott für alles zu danken, was wir von ihm empfangen haben und weiterhin empfangen werden. Zuerst ist dies unser Leben, die Gesundheit, unsere Familie, unsere Freunde, dann auch vieles andere mehr bis zu den Früchten des Feldes und den Erträgnissen aus Wald, Weinberg und Garten. Gott ist und bleibt der eigentliche Spender alles Guten. Er hat in die Natur wunderbare Kräfte eingesenkt, die gewissen Gesetzmäßigkeiten unterliegen und auch Schwankungen in der Menge des Ertrags bedingen können.

Die Lesungen und das Evangelium entsprechen dem heute anfallenden 27. Sonntag im Jahreskreis A. Was können uns diese Texte sagen? Wir haben in der ersten Lesung aus dem Buch Jesaja ein Weinberg-Gleichnis gehört. Der Besitzer tut alles Mögliche für diesen Weinberg, doch er bringt keine Frucht. Irgendwann aber sagt er sich: „Was soll die ganze Mühe?“, und er lässt den Weinberg verwildern. So nimmt sich auch Gott seines Volkes an und hält ihm stets die Treue. Wenn aber das Gottesvolk störrisch ist, was wird dann geschehen? Gott achtet die Freiheit der Menschen und zieht sich gleichsam zurück, bis dann das untreue Volk vielleicht doch wieder zur Einsicht kommt.

Der Lesung des Philipperbriefes des Apostels Paulus entnehmen wir für das heutige Erntedankfest: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“ (Phil 4,6). So groß ist das Vertrauen des Apostels, dass er Gott alles zutraut. Dies schließt freilich unsere Eigentätigkeit nicht aus, sondern setzt sie voraus. So werden die Landwirte auch in Zukunft ihre Arbeitskraft einsetzen, wohl wissend, dass das Wachstum nicht von ihnen selbst bewirkt wird, sondern von Gott durch die Kräfte der Natur geschenkt wird. ...

Lesen Sie die aktuelle Predigt für den 27. Sonntag im Jahreskreis (04.10.2026) von Prof. Spindelböck in vollem Wortlaut!

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