www. St Josef.at
Die katholische Informationsseite der Gemeinschaft v. hl. Josef
Navigation
Word-Dokument

Predigt:

Ein Licht der Hoffnung weist uns den Weg

1. Adventsonntag A (30.11.2025)

L1: Jes 2,1-5; L2: Röm 13,11-14a; Ev: Mt 24,29-44


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Zur Wachsamkeit ruft der Herr uns auf! Denn wir wissen nicht den Tag noch die Stunde, in welcher der Herr kommt.

Zu Beginn des Advent zeigt uns die erste Kerze des Adventkranzes an, dass es in unserem Herzen licht werden soll. Ja, die Nächte sind dunkel geworden, und doch ist das ewige Wort Gottes inmitten der Nacht herabgestiegen zu uns. Gottes Sohn ist Mensch geworden – dies feiern wir zu Weihnachten.

Jedes große Fest braucht aber eine gewisse Vorbereitung, und der Advent gibt uns die Gelegenheit dazu. Lassen wir uns von den Christbäumen nicht verunsichern, die mancherorts schon aufgestellt sind, so als ob es schon Weihnachten wäre. Nein, so weit ist es noch nicht! Die Kinder warten noch auf das Christkind, und wir alle blicken auf zum Himmel, ob er sich schon bald öffnet und der menschgewordene Sohn Gottes zu uns herabsteigt.

Advent heißt Ankunft, und wir erwarten das Kommen des Herrn. Jesus ist damals vor 2000 Jahren bei uns angekommen, als er im Stall von Bethlehem geboren wurde von der Jungfrau Maria. Einmal wird Jesus Christus, der Menschensohn, in Herrlichkeit erscheinen am Ende der Zeiten und alles vollenden. Dies wird ein gewaltiges Ereignis sein, auf das wir uns in gläubiger Erwartung vorbereiten sollen. Die ersten Christen haben sehnsuchtsvoll gebetet: „Maranatha“ – „Herr, komm!“

Gott möchte aber in einer jeden Stunde des Lebens bei uns ankommen; wir sollen ihm im Herzen einen Platz bereiten. Dies geschieht, wenn wir beten oder heilige Lieder singen oder in der Bibel lesen und natürlich vor allem dann, wenn wir gemeinsam in der Kirche versammelt sind, um die heilige Messe zu feiern. Gott ist bei uns. Er trägt für uns Sorge und beschützt uns. Dies alles erfüllt uns mit Freude. Und so ist der Advent zugleich eine besinnliche und eine frohmachende Zeit.

Vielleicht haben wir eine Idee, wie wir in diesen Tagen etwas Gutes tun können. Die Kinder mögen sich vornehmen, weniger zu streiten und ihre Hausaufgaben nicht zu verschieben. Auch den Eltern kann man Freude machen durch Mithilfe bei verschiedenen Dingen. Wir als Erwachsene sollten uns etwas Ruhe und Besinnung vergönnen, sodass wir frei werden für das Wesentliche des Lebens und die gute Gemeinschaft in der Familie oder bei Freunden pflegen. Ja, und die erste Adventkerze erinnert uns daran, dass auch für uns ein Licht der Hoffnung brennt. Es weist uns den Weg durch das Dunkel dieser Zeit und führt uns zur Krippe von Bethlehem, wo wir dann zu Weihnachten das Jesuskind finden sowie seine Mutter Maria und den heiligen Josef als väterlichen Beschützer.

Erneuern wir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe im Herzen! Ohne den Glauben an Gott und seine Liebe zu uns haben wir keine Grundlage und keine Orientierung. Die Hoffnung ist wie ein Anker der Rettung und lässt uns durchhalten in guten und in weniger guten Tagen. Die Liebe schließlich ist die höchste der göttlichen Tugenden und verbindet uns mit Gott und untereinander. Auf diese Weise nimmt das Himmelreich in unserem Herzen Gestalt an. Gott klopft an der Türe unseres Herzens, und wir öffnen ihm mit Freude!

So möge uns die Gottesmutter Maria durch den Advent geleiten. Zusammen mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef, hat sie das Kind Jesus im Glauben angenommen und für dieses gesorgt. Bereiten wir dem Herrn den Weg, sodass er bei uns ankommen kann: in jeder Stunde des Lebens und einst am Ende unserer Tage, wo er uns einlädt zum ewigen Hochzeitsmahl des Himmels. Amen.