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Predigt:

Osternacht C (10.04.2004)

L1: Gen 1,1-2,2; L2: Gen 22,1-18; L 3: Ex 14,15-15,1; L 4: Jes 54,5-14; L 5: Jes 55,1-11;L 6: Bar 3,9-15.32-4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28; Epistel: Röm 6,3-11; Ev: Lk 24,1-12


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es wurde uns eben das „Lumen Christi“ verkündet, ja wir haben es anschaulich dargestellt und gefeiert durch den feierlichen Einzug mit der Osterkerze in die schon dunkel gewordene Kirche und durch das feierliche „Exsultet“, das Osterlob vor dieser Osterkerze!

Die Osterkerze symbolisiert den auferstandenen Herrn, und die Kerzen in unseren Händen zeigen, dass dieses Licht auch angekommen ist in unseren Herzen. Der Osterglaube ist lebendig in uns, und so werden wir erleuchtet auf unserem Lebensweg.

Mit der Auferstehung Christi ist etwas ganz Neues geschehen und hereingebrochen in unsere Welt. Ab nun haben Sünde, Leiden und Tod nicht mehr das letzte Wort. Gott selber hat in der Auferstehung seines Sohnes vor jedes „Minus“ ein noch stärkeres „Plus“ gesetzt. Sogar die Schuld Adams und aller einzelnen Menschen kann sich glücklich preisen, denn sie hat einen Erlöser gefunden!

Wenn wir in diesen Tagen die verschiedenen Berichte der Evangelien von den Erscheinungen des Auferstandenen hören, dann wird eines klar: Die Apostel und Jünger waren nicht leichtgläubig, und es genügte nicht einfach ein Gerücht, um sie davon zu überzeugen, dass Jesus wirklich auferstanden war. Zu groß waren ihre Trauer und ihr Schmerz. Sie hatten fast keine Hoffnung mehr. Und da erhielten sie plötzlich Kunde davon, dass Jesus Christus einigen Frauen erschienen war. Die erste Reaktion dieser nüchternen, skeptischen Männer: Sie glaubten den Frauen nicht, es war ja nur „Weibergeschwätz“. Wie Unrecht hatten sie doch!

Es bedurfte eigener Erscheinungen des auferstandenen Herrn an die Apostel und Jünger, damit auch sie zum Glauben an die wahre Auferstehung Jesu Christi fanden. Erst die persönliche Begegnung mit Jesus Christus konnte sie endgültig davon überzeugen, dass ihn der Tod nicht festgehalten hatte. Ja, er, der gestorben war, der wirklich tot war, wie der Stich des Soldaten mit der Lanze in sein Herz bewies, der ins Grab gelegt worden war und dort durch einen großen, schweren Stein vor einer Wegnahme des Leichnams geschützt war: Dieser Jesus ist wahrhaft auferstanden!

Liebe Gläubige, blicken wir auf unser eigenes Leben! Wie viel Dunkel und Not gibt es da zuweilen. Irgendwann kann für jeden einmal die Stunde kommen, da alles umsonst scheint und auch die letzte Hoffnung zu schwinden droht. Dies sind tatsächlich Kreuzeserfahrungen, die die meisten Menschen irgendwann einmal machen müssen. Wenn wir nun aber auf Tod und Auferstehung Christi blicken, dann werden wir sagen dürfen: Gott führt mich durch jedes Dunkel hindurch und schenkt mir wiederum sein Licht. Es kommt auch für mich immer wieder die Stunde der Hoffnung und des Trostes. Das Licht Christi, des Auferstandenen, umstrahlt auch mein Leben!

Um das zu erfahren, ist es wichtig, den Glauben lebendig zu halten. Wir müssen betende Menschen sein und dürfen das Gebet auch dann nicht unterlassen oder es sogar ganz aufgeben, wenn es uns schlecht geht oder wir meinen, dass wir nicht erhört werden. Erst recht in diesen dunklen Situationen gilt es auszuharren und treu zu sein in gläubiger Hoffnung. Gott wird uns nicht enttäuschen. Der Ostersieg Jesu Christi ist auch unser Sieg! Das dürfen wir im Leben immer wieder erfahren. Einmal, so bekennen wir voll gläubiger Zuversicht, werden wir nach unserem eigenen leiblichen Tod hinein genommen werden ins Leben Christi – unserer persönlichen Auferstehung entgegen, die Gottes Macht bewirken wird am Jüngsten Tag, wenn der Herr wiederkommt in Macht und Herrlichkeit. Dann wird sich das Zeichen seines Kreuzes endgültig als Zeichen des Triumphes erweisen. Dann gibt es keinen Tod mehr, sondern das Leben hat gesiegt. Ja, der Ostersieg Christi schenkt uns Leben – hier in der Zeit und einst in Gottes Ewigkeit. Amen