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Predigt:

Der Reichtum des Wortes Gottes

3. Sonntag im Jahreskreis A (25.01.2026)

L1: Jes 8,23b-9,3; L2: 1 Kor 1,10-13.17; Ev: Mt 4,12-23


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir feiern den Sonntag des Wortes Gottes, und dieser 3. Sonntag im Jahreskreis ist vom Datum her auch das Fest der Bekehrung des Apostels Paulus. Die liturgische Ordnung sieht hier die Feier des Sonntags vor.

Die Texte der Lesungen und des Evangeliums sprechen alle je auf ihre Weise von dem Großen, das Gott uns Menschen schenkt. Es ist das ewige Heil, welches in der Gemeinschaft mit Gott besteht und ewiges Leben bei Gott gewährt. Schon hier auf Erden haben alle, die an Gott glauben und auf sein Wort hören, daran Anteil. Im Himmelreich erwarten wir die vollendete Offenbarung der Liebe Gottes und eine unbeschreibliche Freude, welche niemals enden wird.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja bietet eine trostvolle Verheißung an für alle jene, die im Schatten des Todes und in der Dunkelheit leben. Ein helles Licht erstrahlt ihnen von Gott dem Herrn her! Plötzlich hat das Leben wieder einen Sinn bekommen, und inmitten aller Bedrängnis durch Krieg, Hungersnot und Seuchen keimt Hoffnung auf. Gott vergisst sein auserwähltes Volk nicht, sondern zeigt sich als der Immanuel, was so viel heißt wie „Gott ist bei uns“.

In der neutestamentlichen Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth erinnert der Apostel an das Geschenk der Erlösung. Es gibt nur einen einzigen Retter und Erlöser der Menschen: das ist Jesus Christus. Deshalb soll auch die Kirche als Gemeinde Gottes eins sein im Glauben und in der Liebe. Jede Spaltung und Parteinahme verbieten sich von daher. „Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt?“ So fragt der Apostel und ruft zur Einheit auf. Mit dem heutigen Tag endet die Gebetswoche für die Einheit der Christen. So sind die Worte des Apostels Paulus hochaktuell und bedeutsam auch für die Kirche in unserer Zeit, ja für alle, die getauft sind und daher zu Christus gehören und ihn bekennen sollen.

Das Evangelium nach Markus berichtet uns davon, wie Jesus seine Apostel ausgewählt hat. Einige kannten ihn schon und folgten ihm in der größeren Schar seiner Jünger nach. Doch nun wählt er zwölf von ihnen aus. Sie sind gleichsam die neuen geistlichen Stammväter des Gottesvolkes. Weil sie von Jesu Persönlichkeit und dem Wort, das er verkündet, überzeugt sind, lassen sie alles Übrige zurück und folgen Jesus nach. Einige waren Fischer gewesen, so Petrus und dessen Bruder Andreas und auch das Brüderpaar Johannes und Jakobus. Von jetzt an sollen sie Menschenfischer sein, sagt Jesus. Das heißt, sie sollen die Menschen mit der frohen Botschaft vom Himmelreich vertraut machten und sie dafür gewinnen. All das, was jetzt durch Jesus selber und seine Apostel an Gutem geschieht, ist schon eine Erfüllung der Verheißungen aus dem Alten Testament. Ausdrücklich zitiert der Evangelist Markus die in der ersten Lesung enthaltenen Jesaja-Worte: Wahrhaftig, ein Licht ist uns in der Finsternis erschienen! Es erleuchtet den ganzen Erdkreis. Christus, der Erlöser, ist da. Er schenkt auch uns sein Heil.

Wenn wir uns ganz einlassen auf die Glaubenshingabe an ihn, werden auch wir alles Übrige im Leben zurückstellen und vor allem auf Gott blicken. Von daher wird uns Freude und Licht zuteil, und wir werden zu Boten der Freude und des Heiles für unsere Mitmenschen.

Beten wir für den neuen Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, der an diesem Samstag, dem 24. Jänner seine Bischofsweihe, erhalten hat. Der Segen Gottes möge ihn begleiten! Amen.