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Über den heiligen Josef

Teresa de Jesus

Hinweis/Quelle: Libro de la vida, Sechstes Haupstück, Nr. 7
In: Sämtliche Schriften der heiligen Theresia von Jesu, Erster Band: Leben von ihr selbst beschrieben. Neue deutsche Ausgabe, übersetzt von P. Aloysius Alkofer nach der spanischen Ausgabe des P. Silverio de S. Teresa C.D., München-Kempten 19734, 66 f. Hervorhebungen von uns.

Die heilige Kirchenlehrerin Theresia von Àvila (Teresa de Jesus, 1515–1582) schreibt über die Verehrung des heiligen Josef in ihrem „Libro de la vida“:

„... Zu meinem Fürsprecher und Herrn erwählte ich den glorreichen heiligen Joseph und empfahl mich ihm recht inständig. Und in der Tat, ich habe klar erkannt, daß dieser mein Vater und Herr es gewesen, der mich sowohl aus meiner damaligen Not als auch aus andern noch größeren Nöten, die meine Ehre und das Heil meiner Seele betrafen, gerettet und mir sogar mehr noch verschafft hat, als ich zu bitten gewußt. Ich erinnere mich nicht, ihn bis jetzt um etwas gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte.

Ja es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat. Andern Heiligen scheint der Herr die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennengelernt. Der Herr will uns ohne Zweifel zeigen, daß er ihm im Himmel alles gewähre, was er von ihm begehrt, nachdem er ihm auf Erden als seinem Nähr- und Pflegevater, der das Recht hatte, zu befehlen, untertänig gewesen war.

Dies haben auch einige andere Personen erfahren, denen ich geraten, sich ihm zu empfehlen. Jetzt ist die Zahl derer, die diesen Heiligen aufs neue verehren, schon eine große, und sie alle finden die Wahrheit des hier Gesagten an sich bestätigt.

Seinen Festtag trachtete ich stets mit aller Feierlichkeit zu begehen, soweit mir dies nur möglich war. Dabei war ich jedoch weniger vom Geiste wahrer Andacht beseelt als von Eitelkeit erfüllt, da ich wollte, daß alles recht schön und glänzend veranstaltet werde. Meine Absicht dabei war zwar gut; aber das Üble hatte ich einmal, daß sich bei allem Guten, wozu mir der Herr seine Gnade verlieh, lauter Unvollkommenheiten und viele Fehler einschlichen. Im Bösen dagegen, in der Prunksucht und in der Eitelkeit, war mir eine große Geschicklichkeit und Sorgfalt eigen. Der Herr wolle es mir verzeihen!

Ich möchte jedermann zureden, diesen glorreichen Heiligen zu verehren, weil ich aus vieler Erfahrung weiß, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt. Niemals habe ich jemand kennengelernt, der eine wahre Andacht zu ihm trug und durch besondere Übungen ihm diente, an dem ich nicht auch einen größeren Fortschritt in der Tugend wahrgenommen hätte; denn er fördert die Seelen, die sich ihm anempfehlen, gar sehr. Soviel ich glaube, flehe ich ihn schon seit einigen Jahren, jedesmal an seinem Festtage, um eine besondere Gnade an, und immer sehe ich meine Bitte erfüllt. Ist dieselbe nicht ganz rechter Art, so lenkt er sie zu etwas Besserem für mich.“