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Mit 27. April 2016 20:01

Auch fremde Menschen sind Nächste

(erzdioezese-wien.at) Papst Franziskus hat vor einer Unterscheidung zwischen "Nächsten und Nicht-Nächsten" gewarnt. Ohne ausdrücklich auf die Flüchtlingskrise einzugehen, rief er bei seiner Generalaudienz am Mittwoch, 27. April 2016 in Rom zur vorbehaltlosen Hilfe für Leidende auf. "Wir sind alle gerufen, den gleichen Weg des guten Samariters zu beschreiten", sagte er mit Bezug auf die Gleichniserzählung Jesu. "Das Leiden anderer zu ignorieren, heißt Gott ignorieren", betonte Franziskus. Angesichts des Hungers oder der Erfahrung von Gewalt und Unrecht so vieler Menschen "können wir nicht Zuschauer bleiben", denn wahrer Gottesglaube müsse sich immer im Dienst am Nächsten ausdrücken, so der Papst. Liebe sei nie abstrakt: "Liebe sieht und antwortet." Man könne die ganze Bibel, Theologie und Liturgie kennen, ohne dabei lieben zu lernen. "Mitleid heißt: im Innersten ergriffen sein vom Elend des anderen", betonte Franziskus.

Wer ein mitleidsvolles Herz habe, sei "im Gleichklang mit Gott" und besitze die Vorbedingung dafür, selbst zum Nächsten zu werden - "von jedem, den du in der Not triffst", so der Papst. Wie von Jesus gefordert sollte man sich deshalb "nicht damit aufhalten, die anderen zu klassifizieren um zu sehen, wer der Nächste ist und wer nicht". Namentlich grüßte der Papst den Bozener Bischof Ivo Muser, der mit einer Pilgergruppe an der Generalaudienz teilnahm. Muser hatte die österreichischen Pläne von Kontrolleinrichtungen am Brenner-Pass scharf kritisiert. Europa brauche "gemeinschaftliche Lösungen und nicht neue Barrieren", erklärte er nach dem Bekanntwerden des Vorhabens vor zwei Wochen. Grenzzäune, nationalstaatliche Interessen und die Unterscheidung zwischen Einheimischen und Fremden schürten Ängste und errichteten Sperren in Köpfen und Herzen, sagte Muser.

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