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Predigt:

Wer einen Schatz entdeckt, der will ihn heben!

17. Sonntag im Jahreskreis A (26.07.2026)

L1: 1 Kön 3,5.7-12; L2: Röm 8,28-30; Ev: Mt 13,44-52


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Durch die verschiedenen Gleichnisse Jesu werden die Jünger eingeführt in die Geheimnisse des Reiches Gottes. Was ihnen vorher noch verborgen war, beginnt nun in den verschiedensten Farben zu leuchten. Durch sinnenfällige Zeichen sowie durch Bildreden und Gleichnisse offenbart Jesus seinen Zuhörern die Schönheit und Attraktivität des Himmelreiches. Er verkündet die rettende Nähe Gottes und bringt durch sein Leben und seine Lehre Gott den Vater den Menschen nahe. Wer im Glauben Ja sagt zu Gott, der hat schon Anteil an seinem ewigen Reich.

Da ist der verborgene Schatz im Acker, von dem Jesus spricht. Wer die Kostbarkeit des Himmelreiches entdeckt, wird alles übrige dafür hergeben und einsetzen, um mit dem Acker auch den Schatz zu erwerben. Für das Gottesreich ist kein Einsatz zu hoch – so lautet die Botschaft Jesu an seine Zuhörer.

Ähnlich ist es mit der kostbaren Perle: Wer um ihren Wert weiß und ihn erkennt, wird alles daran setzen, sie zu erwerben. Wer das Himmelreich vor allem anderen sucht, wagt die Ganzhingabe seines Herzens und wird nicht enttäuscht, sondern beglückt werden.

Da einige der Apostel Fischer waren, führt Jesus auch das Gleichnis vom Fischernetz an, in dem sich Fische aller Art fanden. Die guten wurden aussortiert, die schlechten warf man weg. Am Ende der Welt werden die Engel bei der Scheidung der Guten und Bösen mitwirken; das Gericht als solches obliegt freilich einzig Gott dem Herrn. Wenn die Worte Jesu hier als warnend wahrgenommen werden, so dient dies seiner prophetischen Heilsverkündigung. Gott möchte, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und gerettet werden (vgl. 1 Tim 2,4).

Je mehr ein Jünger Jesu ihm gleich wird, indem er von ihm lernt, desto größer wird die Fähigkeit dieses Jüngers, aus dem Schatz der Heiligen Schrift Neues und Altes hervorzuholen. Auf diese Weise wird die Botschaft von der Erlösung auf eine Weise weitergegeben, die die Herzen tatsächlich erreicht und machtvoll bewegt. Denn lebendig ist das Wort Gottes (vgl. Hebr 4,12), und im Anhören und Annehmen seiner Botschaft scheiden sich die Geister der Menschen.

Heuer trifft es sich, dass der 17. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A zugleich vom Kalender her der Gedenktag der Heiligen Joachim und Anna ist. Sie sind die Eltern Marias und daher auch die Großeltern des Jesuskindes.

Großeltern tragen einen Schatz an Weisheit bei sich, der den Jüngeren zugute kommen soll. Ihre Lebenserfahrung wollen sie mit ihren Kindern und Enkelkindern teilen. Auch ihre praktischen Dienste sind vielfach unentbehrlich. Die Weisheit des Alters gilt es zu ehren. Umgekehrt sollen auch die Jüngeren eine Chance erhalten, eigenverantwortlich zu handeln und mitunter neue Wege zu beschreiten. Eltern sollen ihre Kinder, über die sie letzlich nicht verfügen können, auch freigeben für deren eigenes Leben und den darin erkennbaren Ruf Gottes. Joachim und Anna stehen für ein gutes Miteinander der Generationen. Ihrer Fürbitte bei Gott dürfen wir uns alle anvertrauen!