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Predigt:

Auf das Tun kommt es an!

26. Sonntag im Jahreskreis A (27.09.2026)

L1: Ez 18,25-28; L2: Phil 2,1-11; Ev: Mt 21,28-32


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Was zählt mehr – Worte oder Taten? Das heutige Evangelium ist eindeutig: Auf das Tun kommt es an, also auf die tatsächliche Erfüllung des Willens Gottes, nicht auf schöne Worte.

Die Charaktere und Verhaltensweisen der Menschen sind unterschiedlich. Da gibt es solche, die sich rasch für etwas begeistern und dann alles Mögliche im Voraus ankündigen, das sie tun werden. Andere wieder sind abwartend und nüchtern, vielleicht sogar skeptisch und wollen erst gründlich überzeugt werden, bevor sie sich überhaupt festlegen. Eine solche Person äußert eher ein „Nein, das will ich nicht“, als dass sie vorschnell etwas ankündigt und verspricht, was sie später nicht halten kann.

Im Gleichnis von den zwei Söhnen, die von ihrem Vater den Auftrag erhalten, an jenem Tag im Weinberg zu arbeiten, zeigt sich eben dies. Der eine sagt gleich, er will nicht, ändert aber später seine Meinung und geht dann doch hin. Der andere erklärt sein Ja, geht aber tatsächlich nicht in den Weinberg. Auf die Frage Jesu an die Zuhörer, wer den Willen seines Vaters erfüllt hat, antworten sie klar, dass dies jener ist, welcher es durch die Tat bewiesen hat.

Jesus geht es im Gleichnis um das Himmelreich. Alle sind wir von Gott eingeladen, in dieses einzutreten durch den Glauben und die Taufe sowie durch ein entsprechendes Leben. Aber auch hier zeigt es sich, dass fromme und schöne Worte allein nicht genügen. Und es kann vorkommen, dass Menschen zwar zuerst Nein sagen, es sich aber später doch noch überlegen und gerade auf diese Weise zu Gott finden.

Die heilige Jungfrau Maria hat ein einzigartiges Beispiel des gläubigen Gehorsams gegeben. Der Engel brachte ihr die frohe Botschaft, sie solle die Mutter des Erlösers werden. Nach ausreichender Überlegung und Klärung sagte Maria von Herzen ihr Ja-Wort: Mir geschehe, wie du es gesagt hast. So wurde der Sohn Gottes als Kind in ihrem jungfräulichen Schoß empfangen. Bei Maria stimmte das Ja-Wort mit ihrem Leben überein. Sie bewahrte Gott die Treue und erfüllte allezeit den Willen Gottes.

Für uns sind die Dinge leider manchmal nicht so klar. Wir erstreben etwas, was sich dann im Nachhinein als wertlos herausstellt oder als Hindernis für unsere persönliche Entfaltung und unser Heil. Zu anderem, das uns vielleicht aufgetragen oder gar zugemutet wird, sagen wir nur widerwillig ein Ja. Und doch kommt es gemäß den Worten Jesu vor allem auf das Tun an. Selbst wenn wir uns also mit manchem im Leben schwer tun, zum Beispiel mit dem Verzeihen, so ist es doch auf Dauer heilsam und segensreich.

Gewisse Dinge, die notwendig sind, dass wir sie tun, fallen uns anfänglich nicht leicht, zum Beispiel eine Hilfeleistung für eine Person, die sich als menschlich schwierig erweist, aber doch der Unterstützung bedarf. Das hilft uns der Blick auf die Gottesmutter und auf den Herrn Jesus Christus. Der eigentliche Beweggrund für das Tun des Guten aber soll die Liebe sein, die wir dadurch verwirklichen und zum Ausdruck bringen. In der Lesung aus dem Brief an die Philipper ist davon die Rede, dass gerade die christliche Liebe die Gemeinde zusammenhält und das Gute ermöglicht. Auf diese Weise erfüllen wir den Willen Gottes.

Lasst uns also Gott und unsere Mitmenschen nicht allein mit Wort und Zunge lieben, sondern in der Tat und in der Wahrheit (vgl. 1 Joh 3,18). Dann wird die Frucht der Gerechtigkeit auch uns zuteilwerden im Himmelreich. Amen.