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Predigt:

Jesus ist der Gute Hirte

4. Sonntag der Osterzeit A (26.04.2026)

L1: Apg 2,14a.36-41; L2: 1 Petr 2,20b-25; Ev: Joh 1,1-10


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

An diesem 4. Sonntag der Osterzeit begegnet uns Jesus Christus im Evangelium nach Johannes als der gute Hirte!

Der gekreuzigte und auferstandene Herr geht den Seinen voran. Er führt sie auf die Weide des ewigen Lebens. Er allein ist der gute Hirte, dem die Menschen vertrauensvoll folgen dürfen.

Wie sehr sind wir doch als Menschen angewiesen auf gute Führung und Leitung! Und doch gab es zu allen Zeiten in der Geschichte immer wieder falsche Anführer, welche die Menschen in die Irre führten und vom rechten Weg abbrachten. Denken wir nur an politische Herrscher, die bedenkenlos Kriege beginnen und das menschliche Leben gering achten und auch die Gewissens- und Religionsfreiheit mit Füßen treten. Papst Leo XIV. hat es am 16. April 2026 in Kamerun so formuliert: „Die Welt wird von wenigen Herrschenden zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!“ Auch im religiösen Bereich sind immer wieder falsche Propheten aufgetreten, die gerade nicht von Gott gesandt waren, aber die Gutgläubigen und Schwachen ausgenutzt und in die Irre geführt haben.

Wenn Jesus nun im Evangelium das Gleichnis vom Guten Hirten vorbringt und sich selbst damit identifiziert, grenzt er auch ganz klar den Guten Hirten ab von all jenen, die nur gekommen sind wie ein Dieb, der auf das Stehlen, Schlachten und Vernichten aus ist. Jesus hingegen hat nur lautere Absichten. Er kommt, um die Herde seiner Weide zu beschützen und sie zu den Quellen des Lebens zu führen. Die Schafe haben Vertrauen, und er kennt sie alle mit Namen. Er weiß um ihre Bedürfnisse und nimmt Rücksicht auf sie, je nach ihren Stärken und Schwächen. Der gute Hirte vermittelt Geborgenheit; er tritt auf als Beschützer gegen jede Art von Gefahren.

Wie aber leitet uns der Gute Hirte Jesus Christus in unserem Leben? Er tut dies erstens im Gewissen, zweitens im Wort Gottes und dann auch durch andere Menschen, die gleichsam einen Hirtendienst ausüben. Das Gewissen zeigt einem jeden Menschen an, dass er das Gute tun und das Böse meiden soll. Das Wort Gottes in der Heiligen Schrift belehrt uns darüber, wie wir Gott in rechter Weise ehren und den Mitmenschen Gutes erweisen sollen. Fürsorgliche und verantwortungsbewusste Menschen geben anderen ein gutes Beispiel und leiten sie in Wort und Tat an, auf dem guten Weg der Gerechtigkeit und der Liebe voranzuschreiten.

Die Kirche ermutigt uns heute am Weltgebetstag der geistlichen Berufe, besonders für gute Priester zu beten. In ihnen soll uns Jesus Christus, der gute Hirte begegnen. Doch wissen wir zugleich um die menschliche Schwachheit und Sündhaftigkeit. Wenn wir alle einander helfen und uns gegenseitig unterstützen, dann wird auch die Kirche im Geist des Guten Hirten erneuert und stets auferbaut. Wir legen Zeugnis ab für die Liebe des dreifaltigen Gottes, die sich uns geoffenbart hat im menschgewordenen Sohn Gottes, dem Herrn Jesus Christus. Er führt uns auf die Weide des ewigen Lebens! Amen.