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Predigt:

In Jesus Christus finden wir das Leben

5. Sonntag der Osterzeit A (03.05.2026)

L1: Apg 6,1-7; L2: 1 Petr 2,4-9; Ev: Joh 14,1-12


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die Rede ist diesmal von den sieben Diakonen, welche von den Aposteln eingesetzt worden waren. Sie sollten die Apostel entlasten und den Dienst an den Tischen übernehmen – das heißt: die Fürsorge für die armen und in Not geratenen Mitglieder der christlichen Gemeinde. Die Apostel legten diesen sieben Männern unter Gebet die Hände auf; so wurden sie zu ihrem Dienst geweiht und beauftragt.

Einer von ihnen war Stephanus, der dann als erster Märtyrer starb. Bekannt ist auch Philippus, der später als Evangelist bezeichnet wird und vier jungfräuliche Töchter hatte, die weissagten. All dies lesen wir in der Apostelgeschichte, und so werden uns im Blick auf die Urkirche wichtige Geschehnisse in Erinnerung gerufen.

Die Botschaft lautet ja stets, dass Gott selbst den Aposteln und Jüngern beigestanden ist in all dem, was sie für die Ausbreitung des Evangeliums getan haben. Der auferstandene Herr ist zwar nicht mehr sichtbar gegenwärtig, und doch ist er bei den Seinen geblieben. Er wirkt durch den Heiligen Geist in den Herzen der Menschen – vor allem dann, wenn sie auf das Wort Gottes hören, beten und die Sakramente empfangen.

Im Evangelium nach Johannes haben wir einen Ausschnitt aus den Abschiedsreden Jesu gehört, die er vor seinem Leiden und Sterben im Abendmahlssaal gehalten hat. Er stimmt seine Jünger auf das Kommende ein und tröstet sie. Denn er geht zum Vater im Himmel und bereitet für sie eine Wohnung. Das heißt, dass wir unsere wahre Heimat im Himmel bei Gott finden.

Und dann sagt Jesus die programmatischen Worte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Nur der menschgewordene Sohn Gottes konnte so sprechen. Bei jedem anderen wären diese Worte eine Anmaßung. Doch weil auch wir an Jesus Christus als den Sohn Gottes glauben, ist er auch für uns der Weg zum Vater im Himmel. In ihm begegnen wir der Wahrheit in Person und empfangen das göttliche Leben.

Wie war die gläubige Haltung der ersten Christen, als Jesus auferstanden war? Sie haben sehr bald begriffen, dass sie jetzt in dieser Welt wirken und sich bewähren sollten. Stets aber lebten sie in der Erwartung des kommenden Herrn, also in der Wachsamkeit des Herzens. Dies ist auch für die Kirche aller Zeiten ein Programm: im Glauben auf den Herrn Jesus Christus zu schauen und doch zugleich ganz den Menschen zugewandt zu sein und sie in ihren seelischen und körperlichen Nöten zu unterstützen.

Denn die Fürsorge für die Notleidenden und Armen gehört schon immer zum Wesensauftrag der Kirche, zu ihrer Sendung – so wie es die ersten Christen praktiziert haben und es im Amt der Diakone verwirklicht ist.

Inmitten der glaubenden und betenden Kirche ist aber stets auch die Mutter Jesu gegenwärtig, die heilige Jungfrau Maria. Sie lehrt uns, auf das Wort Gottes zu hören und die Nöte und Bedürfnisse der Mitmenschen aufmerksam wahrzunehmen. Ihrer Fürbitte vertrauen wir uns an; sie zeige uns Jesus, ihren Sohn, der von einer menschlichen Mutter empfangen und geboren werden wollte. Ihm sei die Ehre und der Lobpreis, jetzt und in Ewigkeit!
Amen.