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Predigt:

6. Sonntag der Osterzeit A (05.05.2002)

L1: Apg 8,5-8.14-17; L2: 1 Petr 3,15-18; Ev: Joh 14,15-21


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die heutige zweite Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus gibt uns Trost und Ermutigung im Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den wir als den Auferstandenen und Verherrlichten bekennen. Nur wenige Tage trennen uns noch vom Fest seiner Himmelfahrt, wo er den Aposteln und Jüngern seine sichtbare Gegenwart entzog, um dennoch weiterhin unsichtbar bei ihnen und auch bei uns zu bleiben!

Petrus fordert uns in der Lesung dazu auf, in unserem Herzen Christus, den Herrn, heilig zu halten. Das heißt, wir sollen den empfangenen Glauben als kostbare Gabe bewahren. Das, was uns etwas bedeutet, was uns etwas wert ist, das halten wir heilig. Auf diese Weise sollen wir Gott die Ehre geben, die ihm gebührt, da er sich in seinem Sohn Jesus Christus geoffenbart und uns den Heiligen Geist verheißen hat.

Dann heißt es: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ Es geht hier um die Rechenschaftspflicht des Christen über seinen Glauben. Der Glaube will nicht nur bekannt und gelebt sein, er soll auch verkündet, dargelegt und erklärt, ja wenn nötig verteidigt werden. Dies geschieht zuallererst in der Glaubensziehung der Familien. Wenn wir mit den Kindern beten und ihnen von Jesus dem Gekreuzigten und Auferstandenen erzählen, dann legen wir gleichsam Rechenschaft ab für unseren Glauben. Wir geben Zeugnis von der Hoffnung auf das ewige Leben, die uns erfüllt. Das kostbare Erbe des Glaubens soll bewahrt und weitergegeben werden auch an die kommenden Generationen! Denn darauf ruhen die wirklichen Fundamente unserer Gesellschaft.

Diese Einladung, ja diese Pflicht der Glaubensverbreitung und Stellungnahme gilt aber auch gegenüber all jenen Menschen, mit denen wir im Leben zu tun haben und die von uns in Fragen des Glaubens mit Recht eine Antwort erwarten. Gewiß, nicht jeder von uns kann es so formulieren wie ein Theologe oder ein Bischof. Doch mitunter genügen ganz einfache Worte, die bezeugen, daß Jesus lebt und wir in ihm das Heil und die Rettung finden können! Haben wir Mut zu diesem „Gegenzeugnis der Wahrheit“ auch in einer pluralistischen Gesellschaft. Nicht immer sind Mehrheitsmeinungen die richtigen; besonders dann, wenn grundlegende Werte wie das Recht auf Leben auf dem Spiel stehen, sind wir als Christen gefordert, uns klar zu positionieren.

Dabei sollen wir nach den Worten des Apostels Petrus „bescheiden und ehrfürchtig“ antworten, da wir ein reines Gewissen haben. Es gilt also, unfruchtbare Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zu vermeiden. Nur so sind wir glaubwürdige Zeugen des auferstandenen Herrn.

Es heißt dann weiter im Apostelbrief: Jene, die die Gläubigen beschimpfen, müßten sich wegen ihrer Verleumdungen schämen, „weil ihr in der Gemeinschaft mit Christus ein rechtschaffenes Leben führt“. Das Leben aus dem Glauben ist also immer noch die beste Predigt!

Besser – so der Petrusbrief weiter – ist es, für gute Taten zu leiden als für böse. Mit anderen Worten formuliert: Wir dürfen nie Unrecht tun, mitunter aber müssen wir Unrecht erleiden. Dies sollen wir in der Nachfolge des gekreuzigten und auferstandenen Herrn auf uns nehmen: Auch Christus – so Petrus – ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, um uns zu Gott hinzuführen. Er starb als Gerechter für die Ungerechten. In seiner Nachfolge haben wir Christen die Kraft, stets die Liebe zu üben und das Gute zu tun, nie aber das Böse!

Dem Fleisch nach wurde Christus getötet – so schließt der Brief –, dem Geist nach aber lebendig gemacht. Am Kreuz ist Jesus dem Leibe nach gestorben, doch wurde er am dritten Tag auferweckt durch die Herrlichkeit seines himmlischen Vaters. Der Geist Gottes ist es, der Leben schenkt. Jesus hat auch uns diesen Heiligen Geist verheißen und geschenkt. So dürfen wir uns der Fürsprache der Maienkönigin Maria anvertrauen; sie zeigt uns den Weg zum Leben in Gott. Lassen wir uns nicht niederdrücken und verwirren; der Herr ist bei uns mit seiner Liebe. Großes ist uns geschenkt und noch Größeres verheißen für das ewige Leben, das wir voll Freude und Zuversicht erwarten. Amen