Predigt:
Wie heilbringend sind doch die Gebote Gottes!
6. Sonntag im Jahreskreis A (15.02.2026)
L1: Sir 15,15-20; L2: 1 Kor 2,6-10; Ev: Mt 5,17-37
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Gott hat uns Menschen Gebote gegeben, die unser Leben auf das Gute hin ausrichten sollen. Nicht Sklaven sind wir, sondern freie Menschen. Doch unsere Freiheit bedarf der Orientierung, sonst wird sie zur Willkür!
Schon im Alten Bund zeigte Gott dem auserwählten Volk den Weg zum Heil. Der eine wahre Gott offenbart sich seinem Volk und führt es an der Hand des Mose heraus aus Ägypten. Gott ist der Erlöser, der Befreier, und deshalb schließt Gott einen Bund mit Israel. Damit aber dieses immer wieder so störrische Volk dem Bund Gottes treu bleibt, wird den gläubigen Israeliten durch die Vermittlung des Mose am Berg Sinai das Gesetz Gottes in Form von zehn Geboten gegeben. Bei diesen Weisungen handelt es sich um den Kern dessen, was Gott von den Menschen erwartet.
Nicht Gott selber bedarf des Gehorsams der Menschen, denn er ist vollkommen, sondern wir Menschen bedürfen seiner Wegweisung, eben der „Torah“, also des Gesetzes Gottes. Es ist keine abstrakte Weisung, sondern das lebendige Wort Gottes, welches das Leben formt und uns Menschen begleitet. So kann das Volk Gottes seine Identität bewahren und wird zum Licht für die Heidenvölker. Denn einzigartig und kostbar ist diese Weisung Gottes.
In der Bergpredigt nimmt Jesus immer wieder darauf Bezug. Es fällt auf, dass er mit göttlicher Vollmacht lehrt, nicht so wie die Schriftgelehrten. Er selber ist mehr als Mose, und so kann er die Weisung Gottes vertiefend auslegen. Die Gerechtigkeit, welche Jesus von seinen Jüngern erwartet, soll größer sein als die der Schriftgelehrten und Pharisäer. Das neue Gebot der Liebe dient als Richtschnur, um alles, was bisher schon gegolten hat, in Erinnerung zu rufen und das Wesentliche herauszustellen.
Jesu Worte sind machtvoll und prägend, wenn wir es zulassen, dass sie in unser Herz eindringen und unser Leben bestimmen. Nicht nur die äußere schlechte Tat soll vermieden werden, sondern bereits die schlechte Gesinnung. Denn der Ursprung des Bösen liegt im Herzen des Menschen. Ganz rein soll der Mensch sein, und in Lauterkeit darf er dem Mitmenschen nicht einmal etwas Böses wünschen, geschweige denn, dass er es plant und in die Tat umsetzt. Die Worte Jesu sind also in jeder Weise anspruchsvoll, und sie können nur erfüllt werden kraft des Heiligen Geistes, den Gott uns schenkt. Dieser Geist verwandelt die Herzen und macht die Menschen fähig, die Gebote Gottes von innen her, also mit ganzem Herzen und mit ganzer Überzeugung zu erfüllen. Jesus Christus selbst ist der Erlöser. Er schenkt uns das neue, übernatürliche Leben. Wer an ihn glaubt und auf ihn hofft, ist in der Liebe des Heiligen Geistes auch mit dem himmlischen Vater verbunden.
Im Leben nach den Geboten Gottes vertiefen wir unsere persönliche Beziehung zu Gott. Die Gebote Gottes sind kein Pflichtenkatalog, den wir geist- und seelenlos abarbeiten, sondern lebendige Wegweisung. So wachsen wir in allem Guten und gelangen zur Vollendung, die Gott für uns im Himmelreich vorgesehen hat.
Bitten wir die Gottesmutter Maria und alle Heiligen um ihre Fürbitte! Das Leben der Heiligen zeigt uns, wie strahlend und schön, ja wie anziehend und einladend ein Leben nach den Geboten Gottes sein kann. Denn über allem und in allem steht die Liebe, die uns Seligkeit und ewiges Leben verheißt und schenkt. Amen.
