Dr. theol.
habil. Josef Spindelböck
L
1: Apg 1,12-14; L 2: 1 Petr 4,13-16; Ev: Joh Joh 17,1-11a
Alle liturgischen Texte online finden Sie im Schott-Messbuch
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Bevor
unser Herr Jesus Christus durch
seinen Tod am Kreuz, seine Auferstehung und Himmelfahrt heim ging zum Vater im
Himmel, sprach er das „Hohepriesterliche
Gebet“. Im Evangelium des 7. Sonntags der Osterzeit hören wir einen
Ausschnitt davon. Unter anderem hat unser Herr gebetet: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du
mir aufgetragen hast.“
Er
hat also auf Erden das Heilswerk
vollbracht, das der himmlische Vater ihm aufgetragen hat. Dadurch hat er
Gott, seinen Vater und unseren Vater, verherrlicht. Denn der Sohn Gottes hat in
seiner Menschheit dem himmlischen Vater höchste Anbetung erwiesen, Ehre und
Danksagung. Verherrlicht ist Gott in der
Höhe!
Wir
alle sind eingeladen, Jesus Christus
unserem Herrn nachzufolgen. Das heißt, er ist uns vorausgegangen und hat
nicht nur sein Kreuz, sondern auch unsere Mühseligkeiten und Leiden bereits im Voraus
getragen. Wer an ihn glaubt und mit ihm in Liebe verbunden ist, der wird danach
trachten, sein Leben nach dem Vorbild
und Beispiel Christi auszurichten. Dabei sind wir uns natürlich dessen
bewusst, dass wir Christus zwar nachfolgen, ihn aber nicht einfach „nachahmen“
können. Jeder von uns muss auf seine
Weise Christus nachfolgen, d.h. mit ganz besonderen Talenten und Fähigkeiten,
je nach seiner Berufung und Aufgabe im Leben. Keiner kann den
anderen kopieren; jeder ist auf seine Weise unersetzbar.
Nun
aber hat es einen Heiligen gegeben, dessen Gedenken wir heute am 4. Mai
begehen, der die Nachfolge Christi ganz ernst genommen hat: Es ist der heilige Florian. Die Worte, welche
Jesus zum Abschied gesprochen hat, konnte in gewisser Weise auch Florian als Gebet
an Gott sprechen: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende
geführt, das du mir aufgetragen hast.“ Denn dieser Heilige hat in der Nachfolge Christi den himmlischen
Vater verherrlicht durch all das Gute, das er hier auf Erden getan hat. Er
hat sich eingesetzt für seine Mitmenschen, indem er als Kanzleivorstand viel mehr als bloß seine Pflicht erfüllt hat. Er
nahm sich in gerechter Weise aller
an, die von ihm Hilfe erwarteten. In besonderer Weise sah er in den Armen und Notleidenden Christus und
diente dem Herrn in diesen Menschen.
Und
diese Treue zum Willen Gottes im Dienst an den Mitmenschen bewährte sich bis in den Tod hinein. Als Florian nämlich erfuhr,
dass in Lauricum (Lorch) eine Schar von Christen wegen ihres Glaubens in
Bedrängnis geraten war, da reiste er von Cetium (St. Pölten) dorthin, um ihnen
zu helfen. Und auf die Frage, ob er denn auch ein Christ sei, leugnete er es
nicht, sondern bekannte sich vor dem
heidnischen Statthalter Aquilinus voll
Freude zum Herrn, obwohl das für ihn das Todesurteil bedeutete. Auf diese Weise ist wahr geworden, was in
der Zweiten Lesung aus dem Ersten Petrusbrief so zum Ausdruck kommt: „Wenn jemand leidet, weil er Christ ist,
dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu diesem Namen bekennt.“
Der
heilige Florian gibt durch sein Leben und Sterben nicht nur den Mitgliedern
unserer Feuerwehren, sondern uns allen das doppelte Programm: Gott vor allem zu dienen und ihn zu ehren,
aber auch für die Mitmenschen da zu sein
in liebevoller Treue und Aufopferung, bis
zum Tod. Konnte da nicht auch der heilige Florian mit den Worten des Herrn
zu Gott dem Vater sagen: „Ich habe … das Werk zu Ende geführt, das du mir
aufgetragen hast“?
Wie viele Menschen setzen sich täglich ein für ihre Mitmenschen: sei es
im Beruf, sei es im ehrenamtlichen Dienst, sei es auch im
ganz gewöhnlichen Alltag, vielleicht
oft von anderen übersehen und doch auf unersetzbare Weise. Gott möge es allen lohnen, die sich in der Hingabe ihres Herzens
den Werken der Nächstenliebe widmen!
Wir
erbitten heute besonders für alle
Mitarbeiter der Feuerwehren den Schutz
und Segen Gottes. Ihre tiefste Kraftquelle kommt von oben, von Gott im
Himmel, der uns diese wunderbare Erde geschenkt hat als Raum unseres Lebens, wo
wir uns vorbereiten sollen für die ewige Herrlichkeit. Möge die Fürbitte des heiligen Florian uns alle
täglich begleiten, damit wir im Guten bestärkt Freude finden und einst das
selige Leben bei Gott empfangen.
Amen.
Link: Das
Martyrium des hl. Florian
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