Dr. theol. habil. Josef Spindelböck
Er ist nicht hier – er ist auferstanden!
Predigt in der
Osternacht
22./23. März
2008
Lesejahr A
L 1: Gen
1,1-2,2; L 2: Gen 22,1-18; L 3: Ex 14,15-15,1; L 4: Jes
54,5-14; L 5: Jes 55,1-11;
L 6: Bar 3,9-15.32-4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28;
Epistel: Röm 6,3-11; Ev: Mt 28,1-10
Alle
liturgischen Texte online finden Sie im Schott-Messbuch
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
“Ich weiß: Ihr sucht Jesus,
den Gekreuzigten: er ist nicht hier – er
ist auferstanden, wie er es gesagt hat.“
Diese Worte des
Engels beim Grab Jesu an die Frauen, die gekommen waren, um den Leichnam
Jesu aufzusuchen und zu salben, drücken die frohe Botschaft von Ostern aus, die
auch wir jetzt aus ganzem Herzen voll Glauben bekennen: Jesus lebt! Der Herr ist auferstanden, halleluja!
Das, was gewesen ist, ist vergangen: Er hat für uns
gelitten und wurde für uns gekreuzigt, er starb und lag drei Tage im Grab, doch
jetzt ist er auferstanden, so wie er selbst vorausgesagt hat.
Wie muss diese Botschaft die Frauen im tiefsten Herzen ergriffen haben! Sie machten sich
auf, um zu den Aposteln zu gehen und ihnen die wunderbare Nachricht zu
verkünden. Unterwegs erschien ihnen der
Herr selbst und begrüßte sie. Nun war jeder Zweifel aus ihrem Herzen
gewichen: Der Gekreuzigte ist auferstanden und lebt, und sie sind seine Zeugen!
Es ist bemerkenswert, dass Gott als
erste Zeugen der Auferstehung Frauen
ausgesandt hat. So wie sie in besonderer Verbundenheit mit Jesus unter dem Kreuze standen, durften sie
auch die ersten sein, welche Anteil erhielten an der Freude seiner Auferstehung. Das sogenannte „schwache
Geschlecht“ hat sich in Glaube und Liebe stärker erwiesen als die zuerst auf
ihre eigene Stärke vertrauenden Apostel. Gerade Petrus musste einsehen, dass es
einen „Vorsprung der Liebe“ und des
gläubigen Herzens gibt, den keine Berufung auf die Vollmacht des Amtes je
einholen kann.
Und dennoch: Auch die Apostel durften Jesus sehen und ihm begegnen. Er zeigte
ihnen in der Folge durch unbezweifelbare Zeichen, dass er lebt. Er aß und trank
mit ihnen und offenbarte sich so als der Gekreuzigte und Auferstandene. Nicht
ein Geist war den Aposteln erschienen, sondern Christus der Lebendige kam in
ihre Gemeinschaft. Auf diese Weise wurden sie befähigt zum Zeugnis für die vielen, die an den Namen des Sohnes
Gottes glauben sollten.
In dieser heiligen Nacht haben wir
Jesus, den Herrn, mit angezündeten Kerzen begrüßt: Das Licht von Ostern ist aufgeleuchtet in unseren Herzen. Jesus Christus hat uns aus der
Dunkelheit der Sünde und des Irrtums herausgerufen in sein strahlendes Licht.
Es ist hell geworden in unserem Herzen,
und jenes Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe darf nicht mehr
ausgelöscht werden.
Bitte
wir Gott den Herrn, dass wir treu sein dürfen
und uns allezeit zum gekreuzigten und auferstandenen Herrn bekennen! Dort, wo
wir versagt haben, bleibt er dennoch treu und vergibt uns alle Schuld, wenn wir
sie von Herzen bereuen und seine Gnade annehmen. Auch wir sind geistlich auferstanden und gehen voll Hoffnung und
Zuversicht der Auferstehung zum ewigen
Leben entgegen! Amen.
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