Josef Spindelböck
Die Liebe des Heiligsten Herzens Jesu
Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B, 21. Juni 2009
L1: Ijob
38,1.8-11; L2: 2 Kor 5,14-17; Ev: Mk 4,35-41
Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch!
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Am vergangenen Freitag wurde das Herz-Jesu-Fest gefeiert, und der darauf folgende heutige Sonntag wird auch als Herz-Jesu-Sonntag bezeichnet. Mit einer feierlichen Vesper hat Papst Benedikt XVI. das „Jahr der Priester“ eröffnet, das unter dem besonderen Patronat des heiligen Pfarrers von Ars steht, dessen 150. Todestag sich heuer am 4. August jährt.
Denken wir gemeinsam nach über die Liebe des heiligsten Herzens Jesu, über das „Jahr der Priester“ und auch über das Vorbild des heiligen Pfarrers von Ars!
Jesus Christus ist der wahre Sohn Gottes; er ist auch der Menschensohn. Im Menschsein des Erlösers hat uns Gott seine ganze Liebe offenbart. Das Herz Jesu wurde am Kreuz geöffnet, als der Soldat mit der Lanze die Seite des bereits verstorbenen Herrn durchstieß und Blut und Wasser herausströmte. Dies war ein Hinweis auf den Quell der Liebe, der geöffnet wurde durch den Opfertod Jesu am Kreuz. Das Blut ist ein Zeichen für die heilige Eucharistie, das Wasser steht für die Taufe, in der wir die Gnade des Heils zuerst empfangen haben.
Die einzig angemessene Antwort auf die unermessliche Liebe des Erlösers kann nur wiederum Liebe sein: Jesus Christus hat sich uns ganz geschenkt; auch wir wollen ihm unser Herz in Liebe schenken. Jesus Christus schenkt sich uns vor allem in der heiligen Eucharistie, wo er gegenwärtig wird als wahrer Gott und Mensch. Durch den Dienst der Priester wird dieses Geheimnis gegenwärtig, wenn der Priester in der Person Christi die Wandlungsworte sprechen darf.
Um die Kirche an das Geschenk der Eucharistie und des Priestertums zu erinnern, hat der Papst ein „Jahr der Priester“ ausgerufen. In diesem Jahr sollen sich sowohl die Priester als auch das gläubige Volk dessen bewusst werden, dass wir die Gnade und Wahrheit der Liebe Gottes verdanken. Gott beruft auch in der heutigen Zeit Männer zur Teilhabe am einen und einzigen Priestertum Christi, das ewig währt. Die geweihten Priester dürfen bei der Ausspendung der Gnaden Gottes in besonderer Weise mithelfen und handeln gleichsam an Christi statt, d.h. in seiner Person, wenn sie den Menschen das Wort Gottes verkünden und die Gnade der Gotteskindschaft vermitteln.
Ein besonderes Vorbild für alle Priester ist der heilige Pfarrer von Ars. Johannes-Maria Vianney wurde am 8. Mai 1786 in Dardilly in Frankreich geboren und wirkte viele Jahre in seiner Pfarrei Ars, bevor er am 4. August 1859 verstarb. Es gelang ihm, die heruntergekommene und vernachlässigte Pfarre wieder zu neuer Blüte zu führen. Außerdem verbreitete sich sein Ruf als begnadeter Beichtvater, sodass aus allen Teilen Frankreichs Menschen nach Ars strömten, um bei ihm das Sakrament der Versöhnung mit Gott zu empfangen.
In seinem Schreiben an die Priester vom 16. Juni 2009 stellt Benedikt XVI. fest: „Der Pfarrer von Ars hat in seiner Zeit das Herz und das Leben so vieler Menschen zu verwandeln vermocht, weil es ihm gelungen ist, sie die barmherzige Liebe des Herrn wahrnehmen zu lassen. Auch in unserer Zeit ist eine solche Verkündigung und ein solches Zeugnis der Wahrheit der Liebe dringend: Deus caritas est – Gott ist die Liebe (1 Joh 4,8).“
Möge uns das Beispiel des heiligen Pfarrers von Ars zu neuer Innerlichkeit führen, zu echter Gottverbundenheit, die widerstrahlt in unserem Denken, Reden und Tun und die auch die Mitmenschen mit der Liebe Christi bekannt macht! Die Gläubigen sollen in besonderer Weise für die Priester beten. Wenn Gott auch in unserer Zeit eine Erneuerung im Glauben und in der Liebe schenken will, dann geschieht dies sicher durch nach Heiligkeit strebende Menschen: durch Priester, Ordensleute und Laien. Maria, die Mutter der Priester und der Gläubigen, segne uns und begleite uns mit ihrer Fürbitte!
Amen.
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