Josef Spindelböck
Mit Jesus Christus auferweckt
Predigt am 4. Fastensonntag
18. März 2012, Lesejahr B
L 1: 2 Chr 36,14-16.19-23; L 2: Eph
2,4-10; Ev: Joh 3,14-21
Alle liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch
Liebe Brüder
und Schwestern im Herrn!
Mit
Riesenschritten gehen wir dem Osterfest entgegen, und an jedem Sonntag der
Fastenzeit gibt uns die Kirche durch die Auswahl der Lesungen wichtige
Hinweise, um uns dem Geheimnis des Todes
und der Auferstehung Jesu näherzubringen.
Dieses
Mysterium wird bei jeder heiligen Messe
sakramental vergegenwärtigt, und so ist jeder Sonntag wie ein
kleines Osterfest. Wir verkünden den Tod und die Auferstehung des Herrn! Er
ruft uns in die Gemeinschaft des Lebens mit ihm.
Der
Menschensohn – das ist Jesus – wurde
am Kreuz erhöht; und wer an ihn glaubt, hat in ihm das ewige
Leben, heißt es im Evangelium
nach Johannes. Dies alles ist geschehen aus einer unendlich zuvorkommenden Liebe, die uns Gott erwiesen hat. „Denn
Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,17).
Wahre Liebe aber bleibt nicht
einseitig. Sie wartet auf eine Antwort
der Liebe. Darin liegt ja der Sinn
der menschlichen Freiheit, dass wir im Glauben unser Ja sagen können zu
Gottes erwählender und rettender Liebe. Dann gilt wirklich, wie Johannes schreibt:
„Wer an ihn glaubt, wird nicht
gerichtet“ (Joh 3,18a).
Auch
in der Lesung aus dem Epheserbrief
wird dieser Glaube gerühmt: „Aus Gnade
seid ihr durch den Glauben gerettet“ (Eph 2,8a).
So ist uns ein neuer Anfang im Guten geschenkt; wir sind verbunden mit dem
gekreuzigten und auferstandenen Herrn und haben teil an seinem Leben bei Gott.
Es
wird unsere Aufgabe sein, den Alltag
mit der christlichen Glaubensüberzeugung zu durchdringen. Dass wir Christen
sind soll sich zeigen durch die sonntägliche und wenn möglich auch werktägliche
Teilnahme an der heiligen Messe. Es
soll sich aber auch zeigen in unserem ganz gewöhnlichen Leben, indem wir aus der tiefen Hoffnung auf Gott leben,
die uns erfüllt. Die Pfarrgemeinderäte
tragen hier eine besondere Verantwortung für ein wahrhaftes christliches Lebenszeugnis.
Gewiss
bleiben wir dabei normale Menschen, mit allen guten und weniger guten
Eigenschaften. Und doch ist Gott am Werk,
und wir dürfen die Boten seiner Liebe sein für alle, die uns anvertraut sind.
Wir leben in dieser Welt und sollen uns hier bewähren in Familie, Beruf und
Freizeit, und doch sind wir der
Hoffnung nach schon gerettet und „mit
Christus Jesus auferweckt“. Gott hat uns zusammen mit Christus „einen Platz im Himmel gegeben“ (Eph 2,6). Der Reichtum
seiner Gnade ist überfließend (vgl. Eph 2,7).
So
lasst uns also mutig voranschreiten auf
dem Weg des Heils, auch wenn es gewisse Prüfungen und Leiden gibt. Gott
vermag alles zum Guten zu wenden; und bei ihm geht nichts von dem verloren, was
wir auf Erden mit seiner Gnade an Gutem vollbringen dürfen.
Die
Fürbitte der seligen Jungfrau und
Gottesmutter Maria und des heiligen
Josef möge uns stets begleiten!
Amen.
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