Josef Spindelböck
Erlösen kann uns nur Gott allein
Predigt am 4.
Sonntag im Jahreskreis
29. Januar 2012, Lesejahr B
L1:
Dtn 18,15-20; L2: 1 Kor 7,32-35; Ev:
Mk 1,21-28
Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch
online
Liebe Brüder
und Schwestern im Herrn!
Das
Evangelium nach Markus berichtet uns an diesem Sonntag: Jesus heilt einen Menschen, der besessen ist. Die Leute um ihn
herum erkennen: Hier handelt einer, dessen Vollmacht von Gott stammt. Im
befreienden Wirken Jesu leuchtet die Macht seiner Gottheit auf: Die bösen Mächte, die einen armen,
leidgeprüften Mann bedrängt haben, müssen
zurückweichen. Das Heil Gottes
bricht an!
Uns
heutigen Zuhörern ist die Denk- und Lebenswelt der Menschen zur
Zeit Jesu vielfach fremd. Wir müssen uns erst in ihre Mentalität hineinversetzen,
damit wir begreifen, was eine solche Heilung bedeutet. Jesus bricht den dunklen Bann, der die Menschen in Angst und
Verzweiflung gefangen hält. Mit Jesus Christus ist der Sieg über Sünde, Tod und Teufel gekommen; die Unheilsmächte
haben ausgedient und verlieren ihre Kraft. Wer sich vertrauensvoll an Jesus wendet, braucht nichts mehr zu
fürchten. Denn in ihm ist das Leben Gottes und das Heil
für die Menschen gegenwärtig.
Brauchen auch wir in unserer Zeit einen Erlöser? Manchmal scheint es, als
hätte der moderne Mensch alles in
der Hand. Wissenschaft und Technik erwecken die Illusion der totalen Durchschaubarkeit und Planbarkeit. Die Idee
kommt auf: Der Mensch erlöst sich selbst; er schafft sich selbst das Heil. Und
doch werden die Grenzen immer wieder sichtbar und spürbar. Wie vieles hat sich
schon gegen den Menschen gewandt, was der Mensch erfunden und konstruiert hat!
Wie zerstörerisch sind insbesondere
die Waffen, die der Mensch
entwickelt hat. Angesichts massiver Bedrohungen der Umwelt, verursacht durch
menschliches Allmachtsgehabe, sind die Bedrohungen
nicht nur für das Ökosystem der Pflanzen und Tiere massiv, sondern auch für den Menschen selbst. Die Frage
lautet: wie kann die Menschheit in Zukunft leben, sodass auch die kommenden
Generationen noch einen einladenden Planeten vorfinden? Und abgesehen von all
diesen Problemen und Herausforderungen: Leiden
und Tod werden uns immer bedrängen, solange es Menschen auf Erden gibt;
ebenso die Möglichkeit des schuldhaften
Versagens, da der Mensch seine Freiheit immer auch missbrauchen kann.
Wer
vermag hier zu helfen? In der Geschichte hat es so manche selbsternannte
Erlöser gegeben, welche den Menschen ein Paradies auf Erden versprochen, oft
aber eine Hölle auf Erden bereitet haben. Nicht
einen neuen Messias brauchen wir, sondern Jesus Christus gilt es anzuerkennen
im Glauben. Ihm sollen und wollen wir nachfolgen, dann wird es auf unserer
Erde wieder menschlicher, weil unser
Verhältnis zu Gott in Ordnung gebracht wird. Die Dämonen unserer Zeit äußern
sich anders als zur Zeit Jesu; und doch sind die
Verstrickungen ins Böse überall zu spüren. Jesus
verheißt uns die Befreiung von allen Unheilsmächten. Wenn wir an ihn
glauben und auf ihn vertrauen, dann brauchen wir nichts mehr zu fürchten!
Verbinden
wir uns mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen! Er ist
gegenwärtig im Wort Gottes und in den Sakramenten der Kirche. Maria, die Gottesmutter, weist uns den
Weg zu ihm, dem Herrn und Erlöser. Ihn dürfen auch wir in unserem Leben als Retter
und Heiland anerkennen.
Amen.
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