Josef Spindelböck
Gott schenkt Freude und Hoffnung
Predigt am 7.
Sonntag im Jahreskreis
19. Februar 2012, Lesejahr B
L1:
Jes 43,18-19.21-22.24b-25; L2: 2 Kor 1,18-22; Ev: Mk 2,1-12
Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch
online
Liebe Brüder
und Schwestern im Herrn!
In
diesen Tagen wird an vielen Orten der Welt der Ausklang des Faschings gefeiert,
bevor dann nach dieser „närrischen Zeit“ die Fastenzeit beginnt. Als
katholische Christen haben wir grundsätzlich nichts gegen den Fasching – vorausgesetzt, das „tolle
Treiben“ bleibt in einem vertretbaren Rahmen.
In
dieser Messfeier wollen wir uns aber den Lesungen der Liturgie zuwenden, denn im Worte Gottes finden wir die Quelle der wahren und bleibenden Freude.
In
der Lesung aus dem Buch Jesaja
verheißt Gott einen Neubeginn. Wir Menschen haben uns selber in eine Sackgasse hineinmanövriert,
aus der wir ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskommen. Gott aber erbarmt sich und eröffnet
einen Weg der Umkehr von unseren
Sünden. Er tut dies aus reiner Liebe,
aus göttlichem Erbarmen.
Die
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther sagt uns: „Gott
ist treu.“ Dies gilt auf absolute Weise. Er nimmt das Ja seiner Verheißungen nicht mehr zurück. Jesus Christus „ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat.“ Auf
ihn können wir unser Leben bauen; eben deshalb „rufen wir durch ihn zu Gottes
Lobpreis auch das Amen.“ Denn „Amen“
bedeutet „Ja“, „ich glaube“. Gottes Heiliger Geist macht uns fähig, dass
wir dem Ruf treu bleiben, der an uns
ergangen ist.
Im
Evangelium zeigt sich Jesus Christus
als der vom himmlischen Vater in die Welt Gesandte. Die rettende Macht der
göttlichen Liebe vermag den Gelähmten zu heilen.
Ja, Gott wirkt noch ein größeres Wunder: Durch Jesu Wort sind diesem
vielgeprüften Menschen sogar die Sünden
vergeben. Nun aber ist gerade dies für die Zuhörer eine unerhörte Provokation: Denn Sünden vergeben kann nur Gott allein. Und wer ist Jesus, dass er
sich auf diese Weise Gott gleichstellt? Die Zeugen dieses Geschehnisses
begreifen nicht, dass er und sein
himmlischer Vater eins sind und dass der Vater durch ihn wirkt.
Fassen
auch wir Mut; haben auch wir Vertrauen
in die rettende Nähe des Erlösers. Ihm dürfen wir unser Leben ganz anvertrauen: Jedes Leid und
jedes Gebrechen, jede Krankheit und jede Prüfung, aber auch unsere Schuld und
unser Versagen wollen wir Gott übergeben, damit er uns Vergebung schenkt und einen Neuanfang
im Guten ermöglicht.
Das
Bußsakrament ist ein einzigartiges
Geschenk, das uns Gott durch die Kirche macht. Wir können die österliche
Bußzeit zum Anlass nehmen, uns in Reue und Demut der eigenen Sünden anzuklagen,
und so werden wir das Übermaß der
Barmherzigkeit Gottes erfahren. Ich möchte Sie alle von Herzen dazu
ermutigen, auch wenn die letzte persönliche Beichte vielleicht schon Jahre
zurück liegen sollte!
Im
Rückblick auf unser bisheriges Leben
können wir bestimmt sagen: Da oder dort hat
uns Gott wunderbar geholfen. Er hat uns einen Ausweg geschaffen, wo es
scheinbar nicht mehr weiterging. Er hat uns die nötige Kraft geschenkt, auch
Schweres zu ertragen. Ihm wollen wir daher auch in Zukunft vertrauen. Dann
werden wir der ewigen, unvergänglichen
Freude teilhaftig werden! Maria, die
Gottesmutter, weise uns hier den Weg und begleite uns mit ihrem
mütterlichen Schutz und ihrer Fürbitte bei Gott. Amen.
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