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Predigt:

Der Herr ist wahrhaft auferstanden, halleluja!

Osternacht B (30.03.2024)

L1: Gen 1,1-2,2; L2: Gen 22,1-18; L 3: Ex 14,15-15,1; L 4: Jes 54,5-14; L 5: Jes 55,1-11;L 6: Bar 3,9-15.32-4,4; L 7: Ez 36,16-17a.18-28; Epistel: Röm 6,3-11; Ev: Mk 16,1-7


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In dieser heiligsten Nacht ertönt der Ruf der Kirche angesichts der brennenden Osterkerze: Der Herr ist auferstanden, halleluja! Ja, er ist wahrhaft erstanden von dem Tode, halleluja.

Als gläubige Christen bekennen wir uns dazu, denn in der Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist auch uns das Tor zum ewigen Leben aufgetan. Wir sind österliche Menschen, Menschen der Hoffnung auf eine bleibende Vollendung jenseits des Todes.

Was bedeutet es für Jesus selbst, dass er von den Toten auferstanden ist? Als er am Kreuze starb, da trennte sich seine unsterbliche Seele vom sterblichen Leib. Dieser Leib aber wurde ins Grab gelegt. Am dritten Tag jedoch erstand er von den Toten aufgrund der Macht seiner Gottheit, in der er als der ewige Sohn mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist eins ist. So wurde sein Leib verwandelt, verherrlicht. Der Leib Christi ist nun nicht mehr dem Tode unterworfen. Zum Erweis dessen ist Jesus den Jüngern wiederholt erschienen, wie es im Evangelium bezeugt ist. In der Auferstehung Jesu Christi zeigt sich, dass die Liebe Gottes über alles Böse triumphiert und dass die Gerechtigkeit Gottes über das Unrecht der Welt siegt. Gott hat die Menschen erlöst von ihren Sünden, wenn sie an den glauben, der am Kreuz gestorben und von den Toten erstanden ist.

Was bedeutet es in der Folge für uns, dass Jesus lebt und nicht mehr stirbt? Wir sind als Glaubende in der heiligen Taufe gleichsam mit Christus zusammen auf geistliche Weise begraben worden und neu erstanden. Der alte Mensch der Sünde ist gestorben, der neue Mensch der Gnade lebt nun in uns. Dieses göttliche Leben gilt es zu entfalten und zu bewähren, bis auch wir zur Vollendung gelangen. Dann werden wir in unserem eigenen Tod mit Jesus Christus vereint sein, und vereint mit ihm haben wir auch Anteil an der Auferstehung, wenn Gott der Herr am Jüngsten Tag die Leiber der Verstorbenen auferweckt und jene verherrlicht, die gerettet sind. Auf diese Vollendung des ganzen Menschseins – mit Leib und Seele – gehen auch wir zu; dies ist der Inhalt unserer Hoffnung, dass auch wir einst Gott im Himmel schauen dürfen und dass wir mit Leib und Seele Anteil erhalten an der ewigen Seligkeit.

Wer aus dieser Überzeugung lebt, ist im Grunde ein froher Mensch. Gewiss wird es Leiden und Prüfungen geben, doch wissen wir im tiefsten Herzen, dass Gott der Herr einst alle Wunden heilen wird und uns das ewige Leben schenken will. Wenn uns diese Wahrheit im Innersten durchdringt und erfüllt, dass wir von Gott geliebt sind, dann haben auch wir die Kraft dazu, unseren Brüdern und Schwestern in Liebe zu begegnen. Wir werden vielleicht auch selber zu Zeugen des auferstandenen Herrn, indem wir die frohe Botschaft an andere weitergeben und daraus leben. Denn Gott hat im Tod und in der Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus die Sünde und den Tod für immer besiegt! An seinem Leben haben auch wir Anteil erhalten. Amen.

 

Fürbitten (Ostern):

 

Gütiger Gott, du schenkst uns in deinem Sohn das ewige Leben. Wir bitten dich:

 

1.   Für alle Suchenden: Möge die Osterbotschaft ihnen Trost und Hoffnung bringen.

2.   Für Opfer von Gewalt und Unrecht: Lass sie die Kraft der Auferstehung erfahren und verschaffe ihnen Recht.

3.   Für alle Einsamen und Verzweifelten: Schenke ihnen die Gewissheit deiner Nähe.

4.   Für die Kranken und Leidenden: Schenke ihnen Heilung und Trost sowie den Beistand guter Menschen.

5.   Für die Verstorbenen: Mögen sie in deinem Frieden ruhen.

 

O Gott, erhöre unsere Gebete und schenke uns deinen Frieden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen