Josef Spindelböck

Aus der Kraft des Heiligen Geistes leben

Homilie am Pfingstmontag
Lesejahr B, 28. Mai 2012

 

L 1: Apg 8,1b.4.14-17 oder Ez 27,1-14; L 2: Eph 1,3a.4a.13-19a; Lk 10,21-24

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Woran zeigt es sich, dass wir vom Heiligen Geist erfüllt sind und uns vom Geist Gottes leiten lassen? Wie wird unser Leben – auch wenn wir mitten in der Welt stehen – ein wahrhaft „geistliches“ Leben?

Da gilt es zuerst in großer Demut und Dankbarkeit anzuerkennen, dass Gottes Heiliger Geist in uns bereits Großes gewirkt hat. Im Heiligen Geist sind wir durch das Wasser getauft worden: Seit damals heißen wir Kinder Gottes und sind es. Das göttliche Leben erfüllt unser Herz; Glaube, Hoffnung und Liebe sind eingegossen in unsere Seele durch den Heiligen Geist.

Was hier ins Herz jedes getauften Menschen eingesenkt ist, soll im Leben zur Entfaltung kommen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Kinder im Glauben erziehen und sie zum Gebet und zur Mitfeier der heiligen Messe anleiten. Das gelingt nur, wenn die Erwachsenen selber überzeugt sind von der Wahrheit des christlichen Glaubens und wenn sie versuchen, ein christliches Leben zu führen.

In all dem ist uns der Beistand des Heiligen Geistes verheißen und geschenkt. Als Getaufte und Gefirmte sind wir befähigt, gemäß dem Geist zu leben. Nicht die Werke des Fleisches wollen wir tun – wie Paulus sie nennt –, denn sie führen zum Tod. Die Frucht des Geistes aber ist ewiges Leben und Herrlichkeit.

Wenn wir achtsam durch das Leben gehen, wird uns der Heilige Geist im Gewissen immer wieder zeigen, was recht ist, und uns zum Guten hinlenken. Das Böse gilt es zu meiden, denn wir sind nicht länger Sklaven der Sünde und des Todes, sondern in Jesus Christus ist uns durch den Heiligen Geist die Freiheit der Kinder Gottes geschenkt.

Sind wir nicht selber manchmal überrascht darüber, welch wunderbare Wendungen zum Guten hin unser Leben nimmt? Da gelingt uns etwas, was uns aus eigener Kraft unerreichbar erschien. Wir finden Zugänge zu schwierigen Menschen; Feindschaften werden begraben, und eine neue Gemeinsamkeit tut sich auf. Überall dort, wo Gutes geschieht, wirkt Gottes Heiliger Geist!

Es gilt sich auf die Lebenskraft des Heiligen Geistes einzulassen. Wer könnte uns hier besser zur Seite stehen, als die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria? Keine andere Frau war mehr vom Heiligen Geist erfüllt als sie, denn sie durfte Jesus, ihr Kind, vom Heiligen Geist empfangen. Wenn wir ihrem mütterlichen Wirken in uns ganz Raum geben, werden auch wir zu geisterfüllten Menschen, die Freude ausstrahlen und Gutes wirken dürfen! Amen.

 

 

 

 

·      Predigten von Josef Spindelböck

·      Predigten von Pfr. Christian Poschenrieder

·      Predigten von + Prälat Univ.Prof. Dr. Ferdinand Holböck

·      Predigten von + Pfr. Kanonikus Eduard Öhlinger


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